Sollte es wirklich schon 35 Jahre her sein, dass ich als kleiner Junge jede Woche auf Mrs. Peel gewartet habe? Wenn ich mir heute die 67-Staffel anschaue (nicht nur die Files 1/2, es gilt für alle bis 7/8), dann kann ich das wieder nachvollziehen; und um das Geld tut es mir wirklich nicht Leid.
Es ist das "swinging London" der Beatles, das wieder entsteht, so "British" ("You must have some Slavic blood", sagt die russische Spionin nach einem gelungenen Degenwurf bewundernd zu Emma. "No"; sagt diese "I'm British through and through"), so - damals noch - voller spleeniger Menschen.
Es gibt schon viele Tote, aber sie werden alle sehr, sehr solide umgebracht, und dass es keine Polizei gibt und ein Krankenwagen selten das ist, was er zu sein scheint, das muss so sein; Steed macht das schon. Logisch ist fast nichts aber alles ist sehr folgerichtig.
Nicht so trocken wie die amerikanischen "schwarzen Serien" davor, nicht so abgedreht wie Monty-Python danach: genau dazwischen, genau richtig.
Sicher ist jede Sendung anders; ganze Internet-Sites beschäftigen sich mit detaillierter Kritik; aber das allgemeine Niveau ist einfach hoch. Kaum Statisten ("extras" heißen die, habe ich gelernt) und billige Requisiten (das sind "props") aber alles passt zusammen und alles ist wahnsinnig witzig.
Man sieht die Filme auf englisch - natürlich; sinnvollerweise mit englischen Untertiteln; nach einiger Zeit kann man den Text dann auswendig. Wenn man französisch spricht, gibts das auch, leider kein Deutsch. Wer darauf angewisen ist, muss noch etwas warten.
Jede CD ist gut gefüllt, 3 Sendungen, auf der letzten (#8) 4. Das sind 25 Titel insgesamt, die sich anzuschaffen lohnen.