Meistens sind Best-Of-CDs ein mueder Kompromiss zwischen Kuenstler und Kommerz. Meistens. Tom Waits hat sich offenbar mit „Asylum Years", einer Zusammenstellung seiner Stuecke aus den Jahren 1973 bis 1980, nicht ueber den Tisch des Asylum-Labels ziehen lassen. Jedenfalls ist diese CD eine unambitionierte, ruhige Kollektion typischer Waits-Songs, rangierend zwischen den bar-jazzigen Stuecken aus den fruehen Siebzigern wie dem bassigen „Diamonds on my Windshild" und den Klang-Performances, die ihn bis heute auszeichnen. Besonders prominent sind die wunderschoenen, tiefsinnigen Balladen vertreten, die ueberhaupt das Markenzeichen von Waits sind. Natuerlich duerfen Klassiker wie „Grapeful Moon" und „Tom Traubert's Blues" (das Rod Steward als „Waltzing Mathilda" verhunzt hatte) nicht fehlen, aber sie fuegen sich reibungslos, unauffaellig in den Gesamtablauf. Tom Waits ist der Musiker, der mich immer wieder davon ueberzeugt, dass man Musik wirklich leben kann, egal was kommt. Seine Songs klingen nach verrauchten Bars und viel Whiskey, klingen nach Broadway, 52nd Street und Madison Square Garden gleichzeitig. Wer melancholische Songs aus der Seele der USA zu schaetzen weiss, wird an dieser zeitlos-schoenen CD des Multitalents sicher Gefallen finden.