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Apple-Usern ist Guy als Chief Evangelist des Macintosh bekannt, und als solcher hat er sich nach seiner Tätigkeit für Apple auch weiterhn positioniert.
Mit dem Idealismus eines Evangelisten schrieb Kawasaki bereits vor fast einem Jahrzehnt über den "Macintosh Way", und Titel wie "Selling the Dream" oder "How to Drive your competition crazy". Allesamt zurecht Bestseller in den USA und meiner Meinung nach Vorläufer vieler aktueller Marketing-"Propheten" wie zB Seth Godin (Purple Cow) oder Christopher Locke (Cluetrain). Die deutschen Auflagen waren _leider_ etwas weniger erfolgreich (was kein Wunder ist, wenn man sich die Übersetzungen oder allein schon die Cover-Gestaltung ansieht).
Was mir an diesem Buch besonders gefällt: Guy Kawasaki hat sich verändert. Oder zumindest fällt dieses Buch angenehm aus dem Rahmen der bereits genannten, schwer idealistischen "alles-wird-gut" Bücher und ist ein großartiges, absolut pragmatisches Buch; die vollkommen realitätsbezogene Ergänzung zu allen seinen früheren Büchern, aber auch zu Cluetrain, Purple Cow und wie sie alle heissen mögen.
Nämlich: die Idee zu haben ist eine Sache (etwa 1%), sie wirtschaftlich erfolgreich umzusetzen eine andere. Und um das pragmatische, down-to-earth Umsetzen geht es in "The Art of the Start".
Guy hat als erfahrener Silicon Valley Venture Capitalist viel gesehen - nicht zuletzt die DotCom Bubble - und in dieses Buch verarbeitet. Streckenweise hat man das Gefühl, er ist etwas müde von den dutzenden Entrepreneurs, die bei ihm vorstellig geworden sind und die immer wieder dieselben Fehler machen - die sich vielleicht sogar seine früheren Bücher zu sehr zu Herzen genommen haben und vor lauter Begeisterung über ihre eigene Idee viele Business-Aspekte einfach übersehen.
Wenn ich mir auch nicht anmaßen will, mich mit Guy Kawasaki auf eine Stufe zu stellen: viele seiner Tipps habe ich persönlich erfahren (in der Form von Fehlern & Ausbessern) und kann sie absolut bestätigen und weiterempfehlen.
Glücklicherweise gleich geblieben ist Kawasaki's frischer, humorvoller und legerer Schreibstil - vielleicht ein wenig ergänzt durch ein wenig Sarkasmus hier und da. Auch ist "The Art of the Start" mehr Fakten- als Ankdoten-orientiert, wenngleich letztere auch nicht zu kurz kommen.
Dieses Buch ist kein "Blabla", kein "was wäre wenn" und kein "die Welt könnte so schön sein"-Buch. Hier geht's darum, wie sie's "gebacken kriegen", ohne aus rein wirtschaftlich-praktischen Gründen auf die Schnauze zu fallen (oder wenn, dann zumindest ein wenig sanfter).
Mein Fazit: was immer sie auch anfangen, was immer ihre Idee ist, und wieviele "Millionen Umsätze" ihr Projekt auch bringen wird: Sie brauchen unbedingt dieses Buch. Ich habe es an einem einzigen Tag verschlungen.
Andreas Pizsa
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