Er ist der wohl größte Rapper Europas: Londoner Slick Rick, der in den '70ern mit seiner Familie ins große New York City zog. Sein Rapstyle wurde schon in den '80ern mit "The Great Adventures Of Slick Rick", einem der größten Alben aller Zeiten, legendär. Fünf Jahre nach seinem letzten Werk, brachte er 1999 seine letzte Platte, "The Art Of Storytelling", auf den Markt. Auch dieses erschien über Def Jam Recordings und bietet neben bekannten Gästen wie Nas, Canibus, Raekwon oder Snoop Dogg auch bekannte Produzenten wie die Track Masters, Clark Kent oder Jazze Pha.
Von Beginn an, weiß der wohl beste Geschichtenerzähler der Hip Hop-Historie zu gefallen, so auch auf dem sehr Funk lastigen "Street Talkin'" zusammen mit Big Boi von OutKast, bei dem beide mit souveränen Raps glänzen. Ein typischer New York Banger wäre das Meisterwerk "Me & Nas Bring It To You Hardest" zusammen mit Nas. Der Beat ist kraftvoll und schnell, wird von einem dynamischen Klavierspiel begleitet und eignet sich perfekt für diese beiden Ausnahme-MCs, um mit ihren Versen darüber zu gehen. Zum Relaxen wäre "2 Way Street" wie gemacht. Auch hier sind die Bässe zwar von der härteren Sorte, was durch die Glöckchenmelodie jedoch wieder wett gemacht wird und zusammen mit Rick's lässigem Flow zum echten Ohrenschmaus wird. Legende Canibus unterstützt Slick Rick auf "King Piece In The Chess Game". Das Instrumental ist hier eher schlicht gehalten, sodass man fast nur den penetranten Beat wahr nimmt. Das macht jedoch nicht viel aus, da man so perfekt den Vocals dieser beiden Künstler lauschen kann, wobei besonders Canibus mit seiner aggressiven Performance ein echtes Highlight darstellt. Einer meiner Favoriten von "The Art Of Storytelling" ist "Impress The Kid" (feat. S&S), das mit tief wummernden Bässen auffährt, was besonders bei aufgedrehten Boxen richtig gut kommt. Noch besser ist das wirklich großartige "I Run This", bei dem Rick The Ruler seinen eigenen Hit, "Children's Story" von 1988 noch einmal gesamplet hat. Hier geht der Beat unglaublich schnell ab und wird mit düsteren Elektroklängen verfeinert, was sich mit Slick Rick's Raps klasse anhört. Leider ist an dieser Platte nicht alles Gold was glänzt, denn neben all den positiven Tracks gibt es auch einige eher langweilige und teils einfallslose und auch die vielen Skits sind unnötig. Doch konzentrieren wir uns lieber auf das Gelungene, was hier zweifelsohne überwiegt. Dazu zählt auch das wunderbar melodische und entspannte "Memories", das auch ein paar jazzige Elemente enthält und bei dem Slick Rick ein weiteres Mal mit seinem relaxten Rapstyle alles richtig macht. Passend zum Schluss bekommen wir mit "I Own America Part II" den besten Song aufgetischt. Das Instrumental ist schlicht und einfach ein Genuss. Ruhig, dennoch mit schönem Rhythmus und mit einigen Instrumenten wie Schlagzeug oder Bass ausgestattet, wird man sofort in den Bann gezogen und man möchte fast, dass dieses Lied nie endet und uns Rick ewig weitererzählt. Als Bonus Tracks wurden dann noch das etwas härtere, ebenfalls echt gute "We Turn It On" (feat. Doug E. Fresh), sowie zwei Live-Auftritte mit dem alten Weggefährten Doug E. Fresh, in Form ihrer Hits "La Di Da Di" und "The Show", mit auf diese Platte gepresst.
"The Art Of Storytelling" ist wirklich ein würdiges Ende von Slick Rick's Karriere gewesen, allerdings hätte man Beat technisch doch noch einiges mehr rausholen können und mit diesem klasse Rapper ein echtes Meisterwerk erschaffen können. Jeder, der Slick Rick mag, kommt an diesem Album nicht vorbei, doch auch der gewöhnliche New York Rap Liebhaber sollte zumindest einmal reingehört haben.