wahrscheinlich benötigt ein mode-imperium nicht nur geniale design-ideen, sondern unbedingt auch jene blasierte köpergestik der models auf dem laufsteg, um mit einem general-angriff auf die fundamentalismen und konservativismen dieser welt hinwegzublasen, was der erotischen selbstbefreiung der frau allerorten, nicht nur im islam, meckernd und nörgelnd entgegenschlägt. ein modehaus wie VERSACE hat vielleicht mehr zur globalen erotischen selbstbesinnung beigetragen, zum stolz auf die würde des eigenen gut gelungenen körpers: als es indirekt alle kreuzzüge gegen den islam, alle aufklärungskampagnen von beate uhse bis oswald kolle es je vermochten; ästhetik als sozial-schranke wurde von den modehäusern vielleicht zunächst höhnisch und mit dem gestus der herrenmenschen in umlauf gebracht - nur damit alle lebendigen frauen diese aufgebauten mauern schnell wieder einreißen und sich ähnliches irgendwo billiger besorgen konnten - als beitrag zur weiterentwicklung von selbstbestimmung und tradition, von mut und humor, von chique und chuzpe - allen lokalen und übernationalen kultur-kämpfen zum trotz; wann geht einmal ein friedens-nobelpreis an VERSACE? ...