Für ihr drittes Studioalbum haben sich die Monster vom Polarkreis mit Legenden von KISS, Twisted Sister und Accept eine Riege an Gaststars eingeladen, die allesamt zu den großen Vorbildern der Band zählen. Fast ein Jahr hat die Monstersquad an ihrem neuesten Output gefeilt, und es hat sich definitiv ausgezahlt! Mit durchwegs bewusst simpel und eingängig gehaltenen Songs zelebriert das Album die reine Essenz des guten alten Heavy Rocks. Wer dachte dass die 80er tot sind, wird hier mit einer reinen Ohrwurmsammlung eines Besseren belehrt. Das Auge kommt dabei selbstverständlich nicht zu kurz, darf man sich doch wieder auf kultige Illustrationen aus der Feder des Bandleaders freuen. Und wer Lordi kennt, weiß auch dass die Monster natürlich nicht davon lassen können, über den gesamten Longplayer verteilt jede Menge musikalische Verweise und Seitenhiebe auf ihre großen Idole und Lieblings-Horrorstreifen einzubauen, die so manches breite Grinsen aufs Gesicht des wissenden Hörers zaubern.
Von einem theatralischen, fast hörspielartigen Intro eingeleitet, ziehen sich stampfender Rhythmus und eingängige, durchwegs mitgröhlverdächtige Refrains durch das gesamte Album. Schon der Opener "Bringing back the Balls to Rock" saugt sich gnadenlos in den Gehörgängen fest, und auch folgende Stücke wie "The Kids who wanna Play with the Dead", das textlich geniale "Who's your Daddy" oder das etwas an Europe erinnernde "Good to be Bad" sorgen dafür das das Album auf einem gleich bleibend hohen Level bleibt. Wenn es (in etwas langsameren Tempo) in der Hölle schneit, greift schon einmal Bruce Kulick (KISS, Union) persönlich in die Saiten, während sich Jay Jay French (Twisted Sister) beim "Chainsaw Buffet" ein grandioses Stelldichein gibt. In "They only come out at Night" liefert das Obermonster mit einem leider etwas zusehr in den Hintergrund gemixten Udo Dirkschneider (Accept, U.D.O.) ein gesangliches Duell der Extraklasse ab. Kurzum: Monsterrock wie wir ihn kennen und lieben.
Lordi präsentieren sich mit "The Arockalypse" härter und gemeiner denn je, ohne dabei jedoch von ihrem altbewährten Rezept abzuweichen. Im Vergleich zu dem unter extremen Zeitdruck entstandenen Vorgänger "The Monsterican Dream", präsentiert sich das dritte Album der finnischen Monstrositäten somit insgesamt kompakter, dynamischer und vor allem eingängiger, und knüpft damit nahtlos an das Feeling des Erstlings "Get Heavy!" an. Die Monstersquad lässt es für ihre Fans nicht nur in der Hölle schneien, und zeigt dass man mit einer Kettensäge ein tolles Abendessen zaubern kann, sondern beweist auch endgültig dass es einfach nur schön ist böse zu sein! Die wahre Arockalypse!
Monster haben eben einfach mehr Spaß im Leben… Bleibt nur noch zu sagen: HAIL IN THE NAME OF ROCK AND ROLL!