Hurra, Nergal und seine Schergen sind wieder da! Und was noch viel besser ist: Sie weichen auch auf ihrem achten Longplayer keinen Millimeter von ihrer Linie ab und knallen Euch einmal mehr ein sattes Pfund Gehacktes auf den (Platten)Teller!
Nein, Kompromisse gehen BEHEMOTH auch diesmal nicht ein, und so donnert wieder fett gemachtes Hochgeschwindigkeits-Todesblei aus den Boxen, bei dem man endlich auch mal die technischen Feinheiten im Highspeed-Gemetzel heraushören kann. Was allerdings nichts an der Tatsache ändert, dass auch diese Scheibe nur was für Leute ist, die sich morgens gern mal mit dem Hammer wecken lassen...
Die Danziger gehören - nach einem von vielen eher belächelten Start - mittlerweile zu den besten extremen Todesbleikommandos überhaupt.
Erste zaghafte Versuche, ihren ursprünglich schwarzmetallischen Wurzeln zu entrinnen, unternahm man auf "Satanica".
Spätestens über "Thelema.6", "Zos Kia Cultus" (Oberhammer!!!) und "Demigod" sind BEHEMOTH auf der death-metallischen Baustelle angelangt, wo seither ultra-harter und bruchresistenter Tödesmörtel angemischt und verbaut wird. Dort werden sie auch mit dem neuen "Material" problemlos verweilen und sowohl gestandene als auch neue "Bauherren" [und einige "Abriss-Fetischisten", ;-)] dazugewinnen. Hand drauf!!! (Sorry, HORNBACH...)
BEHEMOTH machen erst gar nicht den Versuch, sich selbst zu kopieren, sondern zersägen in perfidem Wahnsinn einfach alles, was das Extrem-Drumming von Inferno nicht schon vorher festgenagelt hat.
Nergal thront derweil zwischen den völlig kranken Gitarrenwänden wie ein tollwütiger Pitbull, bereit, alle und alles in Klump zu beißen. Und immer nach der Devise: Warum einfach, wenn es kompliziert auch geht?!
Darüber hinaus scheinen die Polen auch das Midtempo für sich entdeckt zu haben, wie etwa das höllisch groovende "Prometherion" beweist. Und auf "Inner Sanctum" - meinem persönlichen Favoriten - warten BEHEMOTH gar mit echten Slow-Passagen auf: mit Warrel Dane (Nevermore) als Gastsänger!
Aber keine Angst - Härte und Brutalität stehen immer noch im Vordergrund! Oder anders gesagt: BEHEMOTH klingen anno 2007 zwar wesentlich technischer als noch zu "Demigod"/"Zos Kia Cultus"-Zeiten, gehen aber unterm Strich immer noch genauso kompromisslos zu Werke: Sie knüppeln einfach alles und jeden nieder, suhlen sich lustvoll im Sud der "üblichen Verdächtigen" (Nile, Morbid Angel, Hate Eternal, Malevolent Creation und Co.) und können es problemlos mit jeder X-beliebigen Band im Grunz/Knüppel-Bereich aufnehmen.
Für Abwechslung sorgen runtergetunte Schredder-Metzel-Hymnen der Marke "At The Left Hand Ov God" (von Akkustikgitarren eingeleitet und mit megageilen Chorälen unterlegt), "Kriegsphilosophie" oder "Pazuzu" (könnte auch direkt von NILE stammen), wo durch Tempobegrenzung sehr viel Dynamik erreicht wird. Geschwindigkeit ist eben nicht alles...
"The Apostasy" ist 39:54 Minuten lang Schwerstarbeit für Kopf und Nacken und ein wahrer O(h)rgasmus für alle audiophilen Masochisten. Wessen Runkel hier nicht zum Ventilator mutiert, der hat es entweder gewaltig an den Löffeln oder ist vielleicht schon tot - und keiner sagt es ihm...
Da "Zos Kia Cultus" mindestens 6 Sterne gebühren, komme ich an der Höchstzahl nicht vorbei:
Fünf fette Sterne - well done! \,,/
MUSS man/frau haben...