...und den ganzen Werbeschmonzes, rund um -The Answer Man- herum, bitte ganz schnell. Ich habe keine Ahnung, wer bei Filmverleihfirmen im Marketingbereich seine Brötchen verdient, aber John Hindmans Regie-Erstling als "Super Komödie" ala -Dumm und dümmer- zu bewerben, lässt nur den Schluss zu, dass der Filmtitel des letztgenannten Films ein wenig mit der Cleverness dieser Werbeleute zu tun hat.
-The Answer Man- ist zwar durchaus dem Komödiengenre zuzurechnen, aber für eine reine Lachnummer ist Hindmans Story viel zu tiefgreifend, warmherzig, nachdenklich und geschickt inszeniert. Ein kleiner Film mit ganz großer Geschichte. Also genau das, was man gemeinhim immer als Glücksgriff im großen Marketing-Hollywood-Einerlei bezeichnen darf. Wer auf solche kleinen, feinen Produktionen steht, dem kann ich -The Answer Man- allerwärmstens empfehlen.
Arlen Faber(Jeff Daniels) ist einer der erfolgreichsten Schriftsteller Amerikas. Sein Buch -Me and God-, das vor 20 Jahren erschien, wurde in Hunderte Sprachen übersetzt und zig-Millionenfach verkauft. In dem Buch behauptet Faber einen Dialog mit Gott geführt zu haben, in dem ihm dieser die wichtigsten Fragen des Lebens beantwortete. Fabers Werk gilt als die ultimative Lebenshilfe. Allerdings kennt nur die Verlagsmanagerin Terry ihren Erfolgsschriftsteller, denn: Faber ist scheu, lebt zurückgezogen und kommt mit seinem Leben nicht wirklich gut zurecht. Als ihn eines Tages ein Hexenschuss zu Boden streckt, kriecht Faber in die Praxis der Chiroprakterin Elizabeth(Lauren Graham). Die ist vor drei Jahren von ihrem Mann verlassen worden, als dieser für zwei Wochen weg wollte, und seitdem allein erziehende Mutter des siebenjährigen Alex. Elizabeth ist ständig um Alex besorgt und übertreibt ihre Vorsicht. Als sie erfährt, wem sie in ihrer Praxis wieder auf die Beine geholfen hat, sucht sie bei Arlen Antworten auf ein paar Fragen. Sie ahnt dabei jedoch nicht, dass Arlen sich bereits in sie verliebt hat.
Das ist aber nur eines von Arlens kleinen Problemen. Da er seine weltverbessernden Bücher nicht mehr sehen kann, will er sie loswerden. Er sucht den Buchladen von Kris(Lou Taylor Pucci) auf, um die Bücher zu verkaufen. Der will sie aber nicht mal geschenkt, denn Kris steht vor der Pleite. Außerdem ist er gerade vom Alkoholentzug zurück und muss zusehen, wie sein Vater sich zu Tode trinkt. Als er erkennt, wem er Bücher abnehmen soll, macht Kris mit Arlen einen Deal. Für Bücher, die Arlen abgeben darf, muss er Kris ein paar Fragen zu seinem Leben beantworten.
Am Ende sind da, egal ob von Kris oder Elizabeth, so viele Fragen und leider keine Antworten mehr. Arlen ist wirklich ein hervorragender Ratgeber, aber das allein reicht fürs Leben nicht aus. Bis Arlen, Elizabeth und Kris das erkennen, dauert es eine Weile. Das Arlen dabei selbst ein Problem hat, über das er mit niemandem reden will, steht noch auf einem ganz anderen Blatt...
In der Tradition eines Films wie -Snowcake- kommt -The Answer Man- daher. Eine warmherzige, wunderbare Geschichte, mit passenden Darstellern ideal besetzt. Ein Garant für einen absolut angenehmen Abend vor der Glotze. Ob der kleine Alex Arlen fragt: "Wie lange dauern eigentlich zwei Wochen?" oder Kris einem kleinen Mädchen den letzten Schein aus der Ladenkasse gibt. John Hindman hat es geschafft, die richtigen Knöpfe für Gefühl, Liebe, Herzschmerz und Schicksal zu drücken. Herausgekommen ist ein bewegender Film mit brillianten Dialogen und einer einfachen Botschaft: Du musst etwas tun, wenn Du dein Leben verändern willst! Du kannst so viel Ratgeber lesen wie Du willst, wenn Du deinen Hintern nicht hochbekommst, wird sich nichts ändern. Die Lacher einer guten Komödie gibt es als Gratiszugabe obendrauf. Der Running Gag mit dem Briefträger, zum Beispiel, fällt genau in diese Kategorie.