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Moviemans Kommentar zur DVD: Ein spannender Film in technisch guter Umsetzung. Ein paar kleinere Mängel gibt es beim Bild, aber für ein "Gut" reicht es allemal. Das selbige gilt für den Ton und das gebotene Bonusmaterial, das zum Teil ein wenig spekulativ ausgefallen ist, im Großen und Ganzen aber sowohl unterhält als auch informiert.
Bild: Die Vorlage ist wie es sich für einen brandneuen Film gehört, sehr sauber. Die Farben sind sehr ausgewogen, zeichnen ein überaus realistisches Bild. Hauttöne sind absolut lebensecht. Um einen eigenen Look zu kreieren, wurden ein paar Farbfilter eingesetzt, die oftmals den Film wirken lassen, als spiele er in der Herbstzeit. Zusammen mit dem gewollt steilen Kontrast, liefert das ein sehr einschmeichelndes Ergebnis. In den vielen dunklen Szenen arbeitet der Kontrast sehr gut, Details sind trotz der allumfassenden Schwärze noch gut erkennbar. In hellen Szenen überstrahlt der Kontrast etwas, was dann vor allem bei Gesichtern oder anderen hellen Flächen wie etwa der Schüssel mit Popcorn bei 00:30:57 oder den Fensterkreuzen bei 00:48:07 auffällt. Rauschen ist vorhanden, allerdings so minimal, dass es kaum auffällt. Kompressionsartefakte sind vorhanden und fallen vor allem in den tiefschwarzen Hintergründen immer mal wieder auf. Die Schärfe ist gut gezeichnet, sowohl bei Nahaufnahmen von Gesichtern, als auch Totalen.
Ton: Ein Geisterhausfilm ist natürlich perfekt dafür ausgelegt, aus DD5.1 seinen Nutzen zu ziehen. Hier werden alle Kanäle angespielt, man hört leiste Geräusche aus allen Richtungen und fühlt sich inmitten des Horrorhauses. Großartig gelöst sind auch die Effekte, die sich langsam aufbauen, nur um dann richtig loszuschlagen und von hinten wohlige Schauer beim Zuschauer zu erzeugen. Die Schockmomente setzen natürlich besonders stark auf den Bass und so bekommt der Subwoofer einiges an Arbeit. Bei all der feinen Surroundkulisse sind die Dialoge stets klar und sauber zu verstehen. Ein Tipp an die Macher der Synchronfassung: "Haunted" bedeutet etwas anderes als "Hunted".
Extras: Der Audiokommentar mit Ryan Reynolds und den Produzenten ist nicht immer interessant. Zu oft erzählen sie nur, was sich gerade abspielt, aber mitunter gibt es auch interessante Infos zur Produktion und Reynolds erklärt, wie er die Motivation seiner Figur sieht. Dazu gibt es zwei Featurettes. Die erste beschäftigt sich mit dem Defeo-Fall, der dem Amityville-Horror zu Grunde liegt. Der Infogehalt ist gut, auch wenn man ein wenig zu sehr versucht, den Aspekt des bösen Hauses hier herauszustellen. Die zweite Dokumentation ist ein Making of, das fast eine halbe Stunde lang geht. Hier gibt es einiges von den Dreharbeiten zu sehen und die Schauspieler kommen zu Wort. Insgesamt ist es vielleicht ein wenig zu sehr auf den Werbecharakter ausgelegt, aber teilweise ist das Making of durchaus interessant. Wenn man den Film anschaut, kann man auf insgesamt neun interaktive Clips zurückgreifen, die auf einzelne Elemente des Drehs eingehen. Außerdem gibt es eine Bildergalerie und den Trailer. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Wie Sidney Furies unterschätzter Spuk 'The Entity', den Hideo Nakata demnächst für eine neue Generation adaptiert, basiert auch 'The Amityville Horror' auf einer 'wahren Geschichte', um die Legendenbildung eingesetzt hat. Auch 30 Jahre danach diskutieren in Gläubige und Zweifler gespaltene Internetfraktionen intensiv, ob die Lutz-Familie wirklich von einem Geist terrorisiert oder von guten Honorarperspektiven zu ihrer Horrorstory animiert wurde. Die Präsenz als urban legend jedenfalls ist ein Marketingvorteil auch für diese Neuauflage, die allerdings ein abgebrühteres Publikum als damals schrecken muss.
So wird alles aufgefahren, was sich im Genre als tauglich erwiesen hat: gespenstische Schatten, die im Rücken der Figuren vorbeirasen. Satanische Stimmen, die zum Töten auffordern. Tote Mädchen, die ausgewählten Lebenden erscheinen. Leichen, die sich plötzlich materialisieren. Eingedampfte Spiegel, die Übles verbergen und schließlich, wie schon in 'The Shining' oder 'Kill, Daddy, Kill', ein Vater, der im Klimax Amok läuft.
Der Prolog etabliert im Stroboskop-Flickern die Vorgeschichte von Ronald DeFeo, der 1974 seine Eltern und vier Geschwister im Schlaf ermordete und danach behauptete, von Stimmen zu dieser Bluttat getrieben worden zu sein. Ein Jahr später zieht die Lutz-Familie mit drei Kindern in das Haus ein, das sich schnell von seiner abweisenden Seite zeigt. Stiefvater George (Ryan Reynolds, einmal nicht als Clown und oneliner-Maschine), dessen Akzeptanzprobleme mit dem ältesten Sohn von Kathy (Melissa George) nicht mehr als zwischenmenschliche Konfliktdekoration sind, wird magisch vom Keller und den dort zentrierten Kräften angezogen. Stieftochter Chelsea kommuniziert ausgiebig mit ihrer neuen 'imaginären' Freundin Jodie. Der jüngste Sohn zittert sich nachts zur Toilette - eine der besten, wenn auch von 'The Sixth Sense' inspirierten Sequenzen. Und schließlich kriegt eine Babysitterin, die die Angst der Kids genussvoll schürte, im Refugium von Jodie die Lektion ihres Lebens. Spätestens hier hätte jede ganz normale Familie die Koffer gepackt, doch diese harrt aus, bis im Gewitterfinale George seiner blutigen Bestimmung folgt.
Die immanenten Probleme der Originalstory - das Ignorieren der auch äußerlich bemerkbaren Veränderung des Vaters, die unerklärlich späte Recherche der grausamen Vorgeschichte, die hohe Duldungstoleranz angesichts greifbarer Bedrohung - klärt auch diese Verfilmung nicht, die gut daran tat, die im Original stärker präsente und vom Bösen verfolgte Figur des Priesters auf Kleinauftritte einzudampfen. Im Make-up-Bereich und auch in den Suspense-Sequenzen erzielt 'The Amityville Horror' durchaus Wirkungstreffer und platziert am Ende den unangenehmsten Schock, der dem Schicksal einer Figur eine tragische Note zuweist, die wahren Horror erkennbar macht. kob.