Die Idee des Buches ist genial. Die Umsetzung, es tut mir leid, ist es nur bedingt. Das führt am Ende dazu, daß ich mich schon kurz nach der Hälfte nur noch danach gesehnt habe, die Qual werde ein Ende nehmen - unbeeindruckt von dem Umstand, daß auch in der letzten Hälfte noch interessante und beeindruckende Erkenntnisse enthalten waren. Ein streng subjektiver Eindruck, gewiß.
Daher: Was stört mich an dem Buch?
- Das Äußere. Relativ kleine Buchstaben. Relativ wenig Absätze. Relativ wenig Auflockerung im Schriftbild. Das ermüdet. Und bei einem Thema wie diesem ermüdet es richtig. Zwar sind Gedichtzitate eingerückt abgedruckt, das ist aber schon alles. Wenn dies auch für die Prosatexte gelten würde, würde das ebensoviel helfen wie wenn Wörterlisten (es sind keine langen Listen) nicht im Fließtext abgedruckt würden, sondern in Spalten mit der Übersetzung ins Neuenglische (wo nötig, es ist, aber vgl. unten, m.E. öfter nötig als es geschehen ist) in der Spalte daneben.
- Dann, ich bin kein Native Speaker, und ich weiß nicht, wie es denen geht, die es sind: aber gerade beim Alt- und Mittelenglischen setzt der Autor ein Verständnis voraus, das ich nicht habe (und auch nicht wüßte, aus welcher Sekundärliteratur ich es nehmen soll)
- Nachdem er Autor sich einigermaßen Zeit gelassen hat, bis er bei Shakespeare angelangt ist, beginnt er dann auf einmal mit einer Geschwindigkeit durch sein Thema zu hetzen, als sei er auf der Flucht. Themen wie "Amerikanisches Englisch" oder auch "Englisch aus den Kolonien" werden sehr oberflächlich behandelt (im Vergleich zu dem, was man über das Mittelalter zu hören bekam)
Ich würde es trotzdem nochmal kaufen und nochmal lesen. Vor allen Dingen, weil es nichts Vergleichbares gibt (alles andere zum Thema ist dann schon ziemlich wissenschaftlich).
Ach ja, und noch was: daß "Poker" ein Lehnwort aus dem Deutschen sein soll, ist zumindest mir vollkommen neu (Vgl. S. 301)