Was Ferrara und sein Drehbuchautor Nicholas St. John hier inszeniert haben scheint für viele, die einen blutgetränkten Vampirfilm erwarten eine Enttäuschung zu sein. Horror oder Schreckenstheater wäre hier auch wirklich nich adäquat. Vielmehr ein zauberhaftes Potpourri philosophischer und poetischer Gedanken à la Feuerbach und Baudelaire. So wird ein jeder, der ein wenig in die hier genial instruierten Zitate kundig ist seine Freude haben. Zwar scheint es an manchen Stellen etwas verworren zu sein, (zum Beispiel an der Stelle, in welcher Ch.Walken alias "Peina" Burroughs Werk "Naked Lunch" anführt, welches zwar die traumatischen Erlebnisse eines subtilen Drogentrips schildern, jedoch mit der hier erzählten Geschichte kaum eine Verbindung zu finden scheinen ), jedoch erkennt sich zuletzt ein für den aufmerksamen und interessierten Zuschauer ein allzu deutlicher Zusammenhang. Die Sucht. Die schwarz-weiße Atmosphäre und der englische Untertitel verdeutlichen diese verdrehte,philosphische und subtile Welt und versetzten den Betrachter in einen ebenfalls süchtigen Zustand in welchem er sich den Worten und derer Bedeutung bewußt wird. So lassen sich als résumé einzig und allein die Worte Lili Taylors anfügen: " Existieren heißt, ständig Erleichterung suchen für unsere Sucht. Und unsere Sucht ist die einzigste Erleichterung die wir finden."