Hm, eigentlich sollte mit der Zeitmaschine von H.G. Wells doch schon alles zum Thema gesagt worden sein. Weit gefehlt! Joe Haldeman motzt die Idee auf frische und witzige Art auf.
Wie der Titel schon verrät: rein zufällig (so wirklich ohne zu wissen, was er tut) erfindet der MIT-Student Matthew eine Zeitmaschine (die er im Verlauf des Buches gerne nachbauen würde, was aber nicht klappt, "accidental" eben). Interessant an der Erfindung: sie verschwindet, kehrt aber wieder zurück. Zuerst nur ganz kurz, dann länger. Nach ersten Versuchen mit einer Schildkröte als Zeitreisender (witzig, wie Matt an dieses Tierchen kommt) wird schon bald klar, dass Matt selbst reisen muss - denn die Abstände werden immer größer, letztendlich zu groß, um zu warten.
Schon die erste Reise Matts macht deutlich: sein Aufgabe in der Zukunft wird sein (müssen), die optimierte Version seiner Erfindung zu finden. "Optimiert" weißt in diesem Fall, eine Zeitmaschine, die auch zurück in die Vergangenheit reisen kann. Genau um diese Suche und Matts weiteres Vordringen in die Zukunft dreht sich nun das Buch. Was mich anfangs abschreckte, entpuppt sich nun als gut für die Story: Haldemans Buch hat nur wenige Seiten, also hält sich der Verfasse nicht zu lange mit Nebensächlichkeiten auf und präsentiert einen geradlinigen Plot. Sehr gelungen: Matts Treffen mit Jesus sowie die Entwicklung der USA in der Zukunft (Geld gibt's keins mehr). Mehr sei aber nicht verraten.
Haldemans Buch ist nicht techniklastig; das ist gut so. Dennoch schafft er es, alle relevanten Aspekte des Themas Zeitreisen aufzuzeigen. Wo kommt man eigentlich heraus? Am Platz, wo man gestartet ist oder woanders? Kann man sich die Zeit aussuchen, in die man reist? Und so weiter.
Zeitreisen machen schwindlig. Das trifft sowohl auf die Schildkröte, auf Matt, und eben auch auf den Leser zu. Zurück bleibt aber ein entspanntes Gefühl, erstens, weil man eine richtig nette Story lesen durfte, die zweitens sogar mal so richtig gut aufgelöst wird.