Niemand liest James Patterson wegen der ausgefeilten, tiefgründigen Charakterisierungen...Zumindest ich erwarte nichts dergleichen, wenn ich einen seiner Thriller lese. James Patterson ist, finde ich, ein bisschen wie Chips essen, man weiß, die Zutaten sind billig und ungesund, aber die Würze ist so lecker, dass man nicht damit aufhören kann.
Dies vorangestellt, muss ich zu dem neunten Buch in dieser Reihe sagen, dass ich enttäuscht bin. Irgendwie geht Herrn Patterson und seiner Co-Autorin zunehmend die Luft aus. Während der Fall in 9th Judgement durchaus noch in Ordnung ist, sogar die Mörder und ihre Umgebung gelungen geschildert werden, hapert es bei den Hauptcharakteren gewaltig. Lindsey Boxer ist nur ein Schatten ihrerselbst, Claire Washburn kommt kaum, und wenn immer gleich, vor, die Geschichte zwischen Cindy und Conklin ist total unglaubwürdig und passt gar nicht, und am Ende, wenn die Fälle schon gelöst sind, lässt sich Herr Patterson für zwei Seiten noch etwas einfallen, das nach seiner Auflösung nur total aufgesetzt, unnötig und albern ist. Mich hat es völlig genervt und verärgert.
Um bei der Chips-Analogie zu bleiben - unter den sowieso schon nur mit Maßen zu geniessenden Chips ist 9th Judgement wie eine der fiesen Sorten vom Billig-Discounter: es bleibt ein übler Nachgeschmack!