Scream Silence ist eine vom Material und Klang her eher ungewöhnliche Gothic-Rock-Band. Bei den vier Deutschen steht das Keyboard im Vordergrund, während die E-Gitarre ganz unüblich nur dezent im Hintergrund steht. Das Material des Quartetts klingt zwar düster und sehr melancholisch, dennoch anders, als man es gewohnt. Vergleiche kann ich leider nicht ziehen, da ich keine andere Band kenne, die so klingt wie Scream Silence.
Sehr gelungen, möchte ich sagen, schaffen es die vier Mannen diesen „modernen" Gothic zu rüberzubringen. Mit sehr sphärischen, melancholischen Keyboards, die manchmal an die typischen 80-er Keyboards erinnern, geben sie dem Wort Melancholie eine neue Seite. Gleich der erste Song „Suppressed again" ist eine recht düstere Nummer, die Gitarre spielt - wie oben erwähnt - sehr düster und rau im Hintergrund, der Refrain ist sehr melodisch und irgendwie erhebend. „Forgotten days" ist meiner Meinung nach der bisher beste Song der Band. Der Refrain ist einfach fantastisch, mit sehr episch und traurig klingenden Choralkeyboards im Hintergrund. „ Lost love" ist für Scream Silence recht gitarrenlastig und wirkt sehr rockig und flott. „ New life" ist wieder eine Spur langsamer und hat einen sehr melodischen Refrain. Danach fällt das Album leider etwas ab, mit „Hurt me", einer recht flotten Nummer, wieder mit Choralkeyboards im Hintergrund und dem letzten Song „Diary" endet das Album jedoch wieder mit Höhepunkten.
Hervorzuheben sind - finde ich - der Sänger Hardy Fieting, der auch der Keyboarder der Band ist. Er singt immer mit klarer und kräftiger Stimme, die sowohl düster, hart als auch etwas weinerlich und melancholisch klingen kann. Auch möchte ich seine Fähigkeiten als Keyboarder loben, da er mit „recht einfachen" Mitteln und Tonfolgen wirklich göttliche Akkordfolgen und Themen zaubern kann. Auch noch erwähnen möchte ich Drummer Heiko Wolf, der technisch sehr versiert rüber kommt und keiner dieser hirnlos scheinenden Klopper ist.
Ein echt gutes Album, jedoch kann die Band noch mehr, was man beim Nachfolger „Seven tears" klar hören kann.