Die Hardrockband um Sänger Tommy Heart und Gitarrist Chris Lyne ist mittlerer Weile zu einer festen Größe herangewachsen und füllt problemlos groß- und kleinstädtische Säle.
Was liegt da, nach vier Studioscheiben näher, als ein knackiges Live-Album heraus zu bringen?!
-Und die Band, deren Stil man gerne mal mit Bad Company, Whitesnake und AC/DC in Verbindung bringt, lässt sich nicht lange bitten: "Thats Live" kommt als sehr schön aufgemachte DoCD, deren erste Seite ein feines Live-Feuerwerk abfackelt, während CD 2 einige Bonustracks, Acoustic- und Different-Versions enthält.
Mit dem Opener "Blood Runs Cold" lässt die Band gleich ordentlich einen los! Ohne große Umschweife brennt der "Doctor" mit "Under Your Skin" und "Good Time's Slippin' Away" erstmal weiter die Säle in Berlin und Ludwigsburg ab, ehe die erstklassige Up-Tempo Nummer "Temptation" erstmals das Tempo herausnimmt.
Es folgt die etwas schwülstige, aber noch glaubwürdige Ballade "See You In Heaven", ehe die Band mit dem etwas glatten "Eatin' On Me" wieder mächtig Gas gibt.
Jesus, was zieht seit dem Opener alles an meinem geistigen Auge vorbei: Aerosmith, die seligen Cold Chisel und INXS, Kiss, natürlich auch die Scorpions, ein bisschen späte Led Zepp, ein bisschen die frühen Judas Priest, dazu die drei oben genannten Bands, ect. ect...
Mensch, ist das lang her!
(Damit ist der Stil von SOUL DOCTOR, für die Leute, denen die Band bisher kein Begriff war, so in Etwa beschrieben. Die 1980er lassen also massiv grüßen!)
Doch lasst uns mit "That's Live" weitermachen, denn der "Seelenklempner" lässt sich nicht lange bitten und legt mit "Laugh In The Face Of Danger" eine neue Schaufel nach. Das nun folgende "Goodbye" vom ersten Studio-Album ist dann wieder ein echter Höhepunkt. Mächtig und schwer-treibend, pumpend, so ein kleines bisschen verrucht, mit einer Spur an Dekadenz und Geilheit. -Klasse!!
Das gleiche Fieber hinterlässt allein das Intro zu "Unspoken Words"! -Kein virtuoser Blackmore oder Van Halen Mörder-Einstieg; nein, nur ein einfaches Intro, dass einfach um seiner selbst Willen da ist und einfach nur gut ist, sozusagen!
In jedem Fall ist das gut 9-minütige "Unspoken Words" definitiv ein, wenn nicht der Höhepunkt der Scheibe!
Besser kann es also kaum noch werden. -Und doch fackelt die Band mit "Get It On" einen weiteren, echten Kracher ab. Dasselbe gilt für "What Do U Want" und dem (etwas glatteren) "Soul Doctor"!
Das letzte Take (die Zugabe, sozusagen) ist das ungemein schmissige "Just Can't Get Over You". -Ein letzter, ordentlicher Kick in die Backside! Was will man von einem Hardrock-Album mehr?!
Bei den Bonus Tracks von CD2 ist vor allem das akkustische "The Ocean" erwähnenswert. Der Rest?! -Bonusmaterial eben. Man nimmt es dankend an, ist sich aber darüber von Anfang an bewusst, dass wohl CD1 wesentlich öfter den Weg in den Player finden wird.
Fazit: Mit "That's Live" haben Soul Doctor ein sehr ordentliches Live-Album hingelegt. Eine Scheibe ohne viel Schnickschnack, ohne Glam, ohne Firlefanz und Aufgeblasenheit, immer schön straight nach vorne, ein bisschen krachend, ein bisschen schwülstig-fiebrig-verrucht und ein bisschen glatt.
Typisch 80er Jahre eben!
Macht richtig Spass!
*Ein hooked-on-music.de Review*