"Neues, Label, neues Album." So einfach könnte die Geschichte um die Mannen Oliver Wand, Frank Hass und Jürgen Reinert lauten, aber ganz so einfach ist es dann doch nicht. Die Messlatte für ihr drittes Studioalbum 'That night' lag nach dem Erfolg des Vorgängers 'Here and now' und den zahlreichen Gigs in In- und Ausland sehr hoch. Und so klingt es auch: dynamischer, klangvoller, melodischer Elektropop, der an "And One" erinnert, ohne diese zu kopieren, sich gleichzeitig aber auch wieder näher am Debütalbum 'Intoxication' orientiert, ohne als Rückschritt gelten zu dürfen. "Obscenity Trial" ist gereift.
Intro 'Personal daemon' und Outro 'Just another bad dream' sind Instrumentalstücke und umschließen zehn Titel aller Facetten. Ruhige Titel wie 'Go away' und 'Wenn Du fällst' werden von clubfähigen EBM-Tracks wie dem Titelsong 'That night', 'This place' und 'Inside out' patroulliert, letztere könnten auch direkt aus der Feder von Steve Naghavi stammen. 'Lecture', 'My mind, your mind' und 'So easy' bieten feinsten Elektropop, während 'Cinderellas palace' musikalisch und gesanglich eher minimalistisch und steril wirkt. Eine Besonderheit bietet das Album mit dem Titel 'What is it for?', dieses stammt noch aus der Zeit vor der Trennung der ersten 'Obscenity Trial'-Formation (mit Guido Adolphi) und zeigt die wahre Entwicklung der Band gegenüber der unveröffentlichten Version von 1997.
Alles in Allem ein wirklich gelungenes Album ohne größere Schwachpunkte. Lediglich 'Cinderellas palace' und 'Wenn Du fällst' sind nicht ganz mein Gechmack, dafür sehe ich 'This place' als legitimen Nachfolger von "And Ones" 'Panzermensch'.