...ist man, wenn man die neue Frampton zum ersten mal hört. Dass ausgerechnet er zu so einer Höchstleistung noch im Stande wäre, damit hätte wohl absolut niemand mehr gerechnet. Die ersten 3 tracks rocken bereits so erbarmunglos und hart wie man das von diesem Mann bisher noch nie hörte. Das hat viel von Grunge, aber auch modernem progressive Rock. Tolle vom Blues kommende Riffs, druckvolle Produktion und großartige Hooks. Auch sängerisch ist da viel Biss dahinter. Man könnte fast denken er habe in den letzten Jahren nur Wolfmother, QOTSA oder Ähnliches gehört.
Dass er's auch Arena Rock mäßig so gut wie bisher nie konnte hört man auf ,I'm Due A You', aber auch dass hat ungeheuren Drive und einen eigentlich recht rohen Sound.
Nach dem etwas ruhigeren, aber nicht schlechten ,Vaudeville Nanna and the Banjolele' geht es in ,Asleep At The Wheel' zwar getragener aber dennoch wieder schwer rockend zur Sache. Immer wieder glänzt Frampton hier auch mit großartigen Solis, speziell im proggig-epischen instrumentalen Schlussteil, die aber Gottseidank nie zu sehr ausufern, sondern den song einfach abwechslungsreicher machen.
Der erste Teil von ,Suite Liberté: Megumi/Huria Watu' ist ein filigranes akkustisches Instrumental mit einer wunderbaren und versöhnlichen Atmosphäre nicht weit von Fleetwood Mac's ,Albatros' entfernt, das anschliessend von der E-Gitarre übernommen, zu einem ziemlich coolen Blues Jam wird. Gelungene Rock instrumentals sind ja nicht gerade häufig, dieses Stück kann man aber durchaus dazurechnen zumal es sich bis zum Schluss herrlich steigert.
Sehr raffiniert ist dann auch das kreisende Gitarrenpicking von ,Restraint' und seine darum herumgewobene Melodie - ein tolles Stück. Auf ,I Want It Back' regiert wieder ein grungiges Riff, designed to grab you by the balls.
Funkig und tanzbar - ohne jedoch den für diese Platte typischen Druck zu verlieren - präsentiert sich dann ,Invisible Man', dass Assoziationen zu Rare Earth aufkommen lässt. Mit der traurigen Ballade ,Black Ice' klingt dann eine Scheibe aus, bei der man sich am Ende nur denkt: ,Bist du gelitten - ist das gut!'
Ohne wenn und aber ist das jedenfalls bis jetzt mit Abstand Framptons bestes Album, und das schreibt hier einer der ,Frampton Comes Alive' immer für überbewertet und eher lasch hielt.