Thomas Lang Than Wagenbach ISBN 38031 3166 9 S.187
Than ist eine sehr irreale, fast surrealistische Geschichte.
Than kommt als Stummer auf eine Insel, vermutlich im Bodensee.
Es ist Winter und ihm begegnen allerhand skurrile Gestalten im Nebel und Eis.
Er sucht und findet ein Zimmer bei einer Wirtin, Frau Liestal.
Nach und nach können wir aus seinen Erinnerungen und Gedankenfetzen schließen, daß er einen Unfall hatte, als dessen Folge er die Sprache verloren hat.
Es gab eine Frau in seinem Leben mit Namen Agnes. Die Beziehung ging schon lange nicht gut und man trennte sich, bevor der Unfall passiert ist.
Nun folgen Erlebnisse, die teils realen Inhalts , teils aber auch fantasiert zu sein scheinen. Da kommen Kinder auf dem Eis und im See um; Than beginnt eine Beziehung mit einer ortsansässigen Töpferin. Er wird überfallen und verprügelt.
Die Stummheit scheint Bestandteil seiner Wahrnehmung geworden zu sein.
Zuweilen empfinde ich die Erzählung wie ein Bild von S. Dali: realitätsfern und abstrakt.
Da die Stimmung durchweg düster, deprimierend und trostlos ist, bleibt der Leser ausgeschlossen. Einzelne Figuren treten kurz aus dem Nebel hervor, um dann wieder in den Hintergrund zu versinken. In ähnlicher Weise wird immer wieder das Eis beschrieben, auf dem man einbrechen und im Wasser ertrinken kann. Einmal liegt Than in einem Krankenhausbett ;ist die Schilderung nun zurückgeblendet oder findet sie gerade statt? Vieles bleibt unklar und undeutlich . So entsteht Langeweile und ich mußte mich sehr zwingen, dieses Buch zuende zu lesen. Dennoch fühlte ich mich genötigt, die quälende Lektüre zu beenden. Am Ende aber blieb mir der Sinn der Geschichte verborgen.
Claudine Borries