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Der Thälmann-Putsch in Hamburg und Umgebung
 
 
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Der Thälmann-Putsch in Hamburg und Umgebung [Taschenbuch]

Karl Heinrich Biehl
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 350 Seiten
  • Verlag: Books on Demand GmbH (Januar 2000)
  • ISBN-10: 3831109850
  • ISBN-13: 978-3831109852
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 14,4 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 4.848.563 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr empfehlenswert 6. Juli 2001
Von Ein Kunde
Buchbesprechung Karl Heinrich Biehl: Der Thälmann-Putsch in Hamburg und Umgebung Books on Demand, ISBN 3-8311-0985-0, DM 59,90; EUR 30,63

Wer war Ernst Thälmann? Diese Frage habe ich in den vergangenen Tagen einem größeren Kreis von Menschen im Alter zwischen 18 und 20 Jahren gestellt. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Befragten wußte mit dem Namen Thälmann nichts anzufangen. "Nie von gehört". Einige wenige vermuteten: "War Redakteur beim Hamburger Anzeiger". "Ein Kunstmaler, Buchhändler". "Gründer der Thälmann-Buchhandlung in der Tarpenbeckstraße". "Thälmann, ein Musiker". Dabei gibt es an 30 aufschlußreiche Schriften über Thälmann. Biographien und entsprechende Dokumentationen. Ernst Thälmann ist am 16.April 1886 in Hamburg geboren, am 18 .August 1944 von den Nazis ermordet worden. Er war 58 Jahre alt als er starb. Fast so viele Jahre wie er gelebt hat, ist er nun schon tot. Vier Generationsalter liegen dazwischen. Die Gegenwart hat nichts übrig für die Erinnerung an frühere Arbeiterfunktionäre. Dagegen Sensationelles über die Vergangenheit von Fischer und Trittin. Und jeden Abend flimmert als "Geschichtsunterricht" Hitler mit seiner Gefolgschaft über den Bildschirm. Da kommt ein Buch von Karl Heinrich Biehl, das Thälmann zum Thema hat, gerade recht. Schwerpunkt: "Der Thälmann-Putsch in Hamburg und Umgebung". Der Autor hat sich zur Aufgabe gestellt, vor dem Hintergrund der gegebenen Parteigeschichte Aspekte der sozial- und wirtschaftlichen Geschichte darzustellen, die den Handelnden zugerechnet werden können. Wobei er den Versuch unternimmt, die Aktion Thälmanns zeitlich in Zusammenhang zu stellen mit jenen bewaffneten Versuchen, die in Küsterin, Spandau und München stattfanden. Es ein Verdienst des Autors, dies seiner Bedeutung entsprechend herausgearbeitet zu haben.

Im Jahr 1923 war das politische Klima in der Weimarer Republik infiltriert von bewaffneten Aktionen gegen den Staat. Drei oder mehrere bewaffnete Aktionen bestimmten die politische Szene zwischen Rhein und Oder. Die von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen ausgelöst wurden, die dem rechtsradikalen Spektrum zu zurechnen sind: In Küstrin zeitfreiwillige Offiziere und Mannschaften der illegalen Schwarzen Reichswehr unter dem Kommando Major Buchruckers. Dieser erstürmte am 1. Oktober 1923 mit einem 550 Mann starken Bataillon die Festung Küstrin. Als Einleitung zum geplanten Aufstand gegen die Regierung. Am 8. November 1923 putschten in München Ludendorff und Hitler. In Hamburg schlugen am 23. Oktober 1923 die Kommunisten los. In den frühen Morgenstunden überfielen sie 26 Polizeiwachen, versorgen sich mit Waffen und besetzten die Posten bis sie daraus vertrieben wurden. Das militärische Unternehmen wurde schon nach wenige Stunden nach seinem Beginn auf Beschluß der Zentrale, weil ohne Erfolg, wieder abgebrochen. Heinz Biehl schildert überzeugend die Kontroversen und Rivalitäten zwischen dem Bezirkssekretär Hugo Urbahns und dem Vorsitzenden Ernst Thälmann. Jeder für sich erhob Anspruch auf die "Führerrolle" des Aufstandes. Eine Auseinandersetzung, die letztlich für die weitere Entwicklung der Partei von entscheidender Bedeutung werden sollte. Ungeachtet dessen, daß die Zentrale die Einstellung der Kämpfe anordnete, betrieb Ernst Thälmann die Fortsetzung der Kämpfe. Nach Aussagen von Zeitzeugen (Gundelach, Larissa Reisner) hielt Thälmann sich außerhalb des Kampfgebietes "weit vom Schuß" in Hammerbrook auf. Auf dem Kampfplatz verblieben 105 Tote und 320 Verwundete, überwiegend unbeteiligte Zivilisten. Thälmann ignorierte die Anweisung der Zentrale. Heinz Biehls Recherchen ergeben: "Indem Thälmann seine politischen Ziele über die der Zentrale setzte und dabei die lokale Parteior-ganisation zum Instrument machte, bekam die Aktion eine andere Qualität: Die Qualität des Thälmann-Putsches".

Die Legende vom Hamburger Aufstand war geboren. In den darauf folgenden Jahren haben sie kommunistische Interpreten penibel gepflegt. Der Thälmann-Putsch reihte sich ein in eine Reihe von Staatsstreichen, die im Herbst des Jahres 1923 unternommem wurden. Im Gegensatz zu rechtsradikalen Putschen, fand der Thälmann-Putsch keine Resonanz unter der Bevölkerung. Die Kämpfer erhielten kaum Zulauf. Die eigentlichen Oktoberkämpfer rekrutierten sich überwiegend aus den Reihen des parteiinternen Ordnungsdienstes. Die militärischen Maßnahmen des Hamburger Senats erhielten Unterstützung von 800 - vorwiegend sozialdemokratischen - Freiwilligen. Nach dem Thälmann-Putsch änderte sich auch die Struktur der Kommunistischen Partei Deutschlands. Für Thälmann war es die erste Sprosse seiner Parteikarriere.

Heinz Biehl sieht Thälmanns Rolle hauptsächlich darin, "daß er als ehemaliger USPD-Vorsitzender in Hamburg der Geburtshelfer einer abhängigen, bolschewistischen Kaderpartei war, wie auch der Bestatter der relativ selbständigen, militanten spartakistischen Arbeiterpartei. Einmal bestimmte sein Putsch den Anfang einer Periode, das andere Mal das Ende" Das Buch von Heinz Biehl ist eine Bereicherung der vielfältigen Literatur über den Oktoberaufstand und der Biographie Thälmanns. Es vermittelt neue Kenntnisse und ist spannend geschrieben. Versehen mit einem wissenswerten Anhang von 55 Dokumenten zur politischen, wirtschaftlichen und sozialen Situation im Herbst 1923. Helmuth Warnke

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Sehr empfehlenswert 5. Juli 2001
Von Ein Kunde
Im Herbst 1923 erschütterte eine Reihe von Umsturzversuchen das Deutsche Reich: In Küstrin, Hamburg und in München. Waren es in Küstrin Reichswehrsoldaten des "Beurlaubtenstandes", in Hamburg eine Handvoll Funktionäre des Ordnerdienstes der kommunistischen Partei, so waren es in München vaterländische Verbände und die nationalsozialistische Partei. Über einen Putsch wollten diese Gruppierungen die politische Macht in ihre Hände bringen und die ferneren Geschicke des Deutschen Reiches nach ihren Vorstellungen gestalten. "Lieber im Feuer der Revolution verbrennen, als auf dem Misthaufen der Demokratie verfaulen" war dann auch eine Losung der kommunistischen Partei in Hamburg. Sie kann aber als Motto für die ganz unterschiedlichen Bevölkerungskreise angesehen werden, die zwischen dem 1. Oktober und dem 9. November 1923 an den drei Orten versuchten, den Staat gewaltsam umzugestalten. - Den Staat? Gab es überhaupt noch einen Staat im üblichen Sinne? In Hamburg und München hatten die gewählten Volksvertreter ihre Macht längst einem Polizeiherrn bzw. einem General-Staats-kommissar übertragen. Beide hantierten mit quasi diktatorischen Vollmachten. Der Reichspräsident hatte über das Deutsche Reich einen militärischen Ausnahmezustand verhängt und seine eigenen Vorstellungen vom Zusammenleben. Letztlich regierten ein Reichswehrminister und zehn seiner Generäle das Deutsche Reich. Und was lief in Hamburg ab? Es ist ein Verdienst des Autors mit der kommunistischen Legende von „Hamburger Aufstand" oder dem „roten Oktober" aufzuräumen: In Hamburg wurden Teile der Partei instrumentalisiert und dem politischem Interesse Thälmanns untergeordnet. Nachzulesen auf 350 Seiten und 55 Dokumenten im Anhang. Heinz Biehl
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Sehr empfehlenswert 4. Juli 2001
Von Ein Kunde
Im Herbst 1923 erschütterte eine Reihe von Umsturzversuchen das Deutsche Reich: In Küstrin, Hamburg und in München. Waren es in Küstrin Reichswehrsoldaten des "Beurlaubtenstandes", in Ham-burg eine Handvoll Funktionäre des Ordnerdienstes der kommu-nistischen Partei, so waren es in München vaterländische Verbände und die nationalsozialistische Partei. Über einen Putsch wollten diese Gruppierungen die politische Macht in ihre Hände bringen und die ferneren Geschicke des Deutschen Reiches nach ihren Vor-stellungen gestalten. "Lieber im Feuer der Revolution verbrennen, als auf dem Misthaufen der Demokratie verfaulen" war dann auch eine Losung der kommunistischen Partei in Ham-burg. Sie kann aber als Motto für die ganz unterschiedlichen Be-völkerungskreise angesehen werden, die zwischen dem 1. Oktober und dem 9. November 1923 an den drei Orten versuchten, den Staat gewaltsam umzugestalten. - Den Staat? Gab es überhaupt noch einen Staat im üblichen Sinne? In Hamburg und München hatten die gewählten Volksvertreter ihre Macht längst einem Polizeiherrn bzw. einem General-Staats-kommissar übertragen. Beide hantierten mit quasi diktatorischen Vollmachten. Der Reichspräsident hatte über das Deutsche Reich einen militäri-schen Ausnahmezustand verhängt und seine eigenen Vorstellungen vom Zusammenleben. Letztlich regierten ein Reichswehrminister und zehn seiner Generäle das Deutsche Reich. Und was lief in Hamburg ab? Es ist ein Verdienst des Autors mit der kommunistischen Legende von „Hamburger Aufstand" oder dem „roten Oktober" aufzuräu-men: In Hamburg wurden Teile der Partei instrumentalisiert und dem politischem Interesse Thälmanns untergeordnet. Nachzulesen auf 350 Seiten und 55 Dokumenten im Anhang.
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