Endlich findet in einem Fachbuch für den Praktischen Unterricht die Ausstattung und Möblierung einer optimal eingerichteten Schulwerkstatt ausreichend Berücksichtigung! Die Autorin widmet diesem Schwerpunkt die Hälfte des 50 Seiten umfassenden Heftes. FachkollegInnen bekommen Ideen bei der Neueinrichtung und Beschaffung eines Lehrmittelgrundstockes; Werkstattleitungen werden zum Entrümpeln ermutigt und finden hier einen roten Faden für die Neuorganisation eines verstaubten Fachraumes. Insbesondere fachfremd Unterrichtende werden die Maßnahmen zur Unfallverhütung und die Organisation von Schülerboxen zu schätzen wissen. Fotos von Schülerarbeitsplätzen, Nähmaschinenschränken, Materiallager und Werkzeugsortimenten verdeutlichen, dass die Autorin bei der Einrichtung ihrer Schulwerkstatt nichts dem Zufall überlassen hat. Alles hat seinen Platz und ist je nach Häufigkeit der Nutzung entsprechend einfach zu erreichen. Die Ordnung bestimmt die Ästhetik des Raumes. Werkstoffe, gut sortiert in einheitlichen offenen oder transparenten Boxen, bieten sich den Schülern zur Nutzung an und fordern zum freudvollen Aufräumen auf. Damit die Schüler lernen, sich sicher in der Werkstatt zu orientieren und den Arbeitsplatz sinnvoll einzurichten, folgen Schülerarbeitsblätter, Benutzerregeln und Ideen für eine Werkzeugrallye. Fotos von Werkzeugarrangements, nach Fertigungstechniken geordnet, informieren über die Spezialgeräte und verdeutlichen Fachbegriffe. Auch wenn nicht jedes Arbeitsblatt universell einsetzbar ist, so machen die Arbeitsaufträge und Fragestellungen deutlich, dass die Überprüfung von Theoriewissen kein trockener Tobak sein muss. Hanna Fischer arbeitet an einer Schule für Körperbehinderte. Deshalb ergänzt sie ihre Ausführungen immer um die Maßnahmen, die sich bei Schülern mit eingeschränkter Wahrnehmung und Motorik bewährt haben.
Im zweiten Teil steht die Unterrichtspraxis im Vordergrund: Faserkunde Baumwolle, Tauchfärben eines T-Shirts mit Abbindemuster sowie der Nähmaschinenlehrgang. Mit Fotos und Texten erfolgt für die Lehrkraft eine umfassende Information über den Unterrichtsgegenstand, die Fertigungstechnik und den Einsatz von Medien und Werkzeugen. Zur Differenzierung wird auf außerschulische Lernorte und weiterführende Literatur verwiesen. Für die Schülerhand liegen übersichtlich gestaltete Arbeitsblätter (Lösungen im Anhang) vor, die zur Wissensüberprüfung oder zur Technikvermittlung dienen. Am Ende erhält jeder Schüler, der die praktische und theoretische Prüfung erfolgreich durchlaufen hat, ein offizielles Nähmaschinendiplom.