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Produktinformation
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1. Die von ihm genannte Zahl der Frauen (500.000), die jährlich unter falschen Versprechnungen aus den osteuropäischen Ländern illegal in den Westen kommen, ist erschreckend, aber leider wahr, ich habe mich in mehreren Internetportalen darüber informiert. Wenn man sich vorstellt, wie diese Frauen in den ebenfalls illegalen Bordellbetrieben wie Vieh gehalten und behandelt werden, wird die ohnehin schon vorhandene Wut noch verstärkt.
2. Korruption und Vetternwirtschaft in Politik und Wirtschaft.
Natürlich sollte es ein Autor tunlichst unterlassen, die ehrenwerte Riege der Volksvertreter anzugreifen für die Geschäfte, die sie tätigen (mithilfe dubioser Personen und Dienste wie z.B. BND), aber die Vergangenheit und auch Gegenwart zeigt nur überdeutlich, wie schlimm es um dieses Land bestellt ist. Ich erinnere an den Mannesmann/Vodafone Schauprozess, die Visa-Affäre, die Spendenaffäre um Helmut Kohl mit einem ebensolchen Schauprozess, die "Huren-Affäre" bei VW und nicht zuletzt den gerade beendeten Schauprozess gegen Holger Pfahls, bei dem Kohl zugunsten von Pfahls ausgesagt hat. Die Seilschaften und die Vetternwirtschaft blühen wie nie zuvor! Umso mehr gratuliere ich Herrn Franz für seinen Mut, ein Thema öffentlich gemacht zu haben, das so gerne verschleiert wird.
3. Die Hilflosigkeit der Polizei. Erst wollte ich nicht glauben, dass der BKA-Präsident ohne Angabe von Gründen seines Amtes enthoben werden darf, wenn er gegen seinen Dienstherrn, den Innenminister, ermittelt, aber ich habe mich im Internet schlau gemacht und fand dort genau dieses Gesetz aus dem Jahre 1996. Und wenn es schon den BKA-Präsidenten treffen kann, wie dann erst seine Mitarbeiter? Und wie sieht es mit normalen Staatsanwälten und Oberstaatsanwälten aus? Inwieweit dürfen sie ermitteln? Und was ist mit der Polizei? Diese Fragen haben sich mir beim Lesen geradezu aufgedrängt.
Teuflische Versprechen ist ein hervorragend recherchiertes Buch mit sympathischen Akteuren, die aber auch in all ihren Facetten der Hilflosigkeit gezeigt werden.
Auch ich habe beim Lesen bestimmte Personen wiedererkannt, aber zu behaupten, Herr Franz würde hier an die Grenze der Diffamierung gehen, halte ich für weit übertrieben, dann müsste dieses Land längst frei von Kabarettisten und Satirikern sein. Ebenso merkwürdig finde ich die Bemerkungen zweier meiner Vorrezensenten, die sich über Klischees auslassen und das Kommissariat um Julia Durant als "gottesfürchtig" und "durch christlichen Glauben gegen Unrecht gefestigtes Team" bezeichnen. Der Vater von J. Durant ist Pfarrer, gehört aber nicht zum Team. Und die Dialoge über Gott mit der aus dem Bordell geflohenen Maria lockern die Handlung nur auf.
Zudem muss ich widersprechen, dass, wie in einer anderen Rezension angedeutet, alle Höhergestellten in dem Buch gleich schlecht sind. Herr Franz hat lediglich angedeutet, dass seine Akteurin Julia Durant nicht allen traut. Zurecht, wie sich im Verlauf des Buchs herausstellt. Dennoch werden nicht alle über einen Kamm geschoren.
Sicher werden in diesem Roman auch Klischees bedient, aber der Autor versteht es, so geschickt mit ihnen zu spielen, dass sie am Ende gar nicht mehr als solche wahrgenommen werden, sondern man sie als Bestandteil des täglichen Lebens sieht.
Fazit: Ein bewegendes und längst überfälliges Buch über die Machenschaften einiger derer, die dieses Land regieren oder mitregieren, ganz gleich ob aus Politik, Wirtschaft oder Kultur. Es ist in einem atemberaubenden Tempo geschrieben, das es schwer macht, das Buch zur Seite zu legen.
All jenen, die wissen möchten, wie es um dieses Land bestellt ist, empfehle ich diese Lektüre aufs wärmste.
R. Huber, Ingolstadt
Franz schildert die Ermittlungsarbeit so genau, dass man meint, mitten dabei zu sein, auch wenn er einen sogenannten Zeitraffer eingebaut hat, der aber der Spannung nicht abträglich ist, denn eine Ermittlung innerhalb der OK dauert oft Wochen, wenn nicht gar Monate oder Jahre. Die Protagonisten werden zum Teil sehr hilflos und ohnmächtig gezeichnet, was ganz sicher der Realität entspricht, denn viele meiner Kollegen versehen nur noch Dienst nach Vorschrift, nachdem sie gemerkt haben, dass gegen bestimmte Verbrecher kein "Staat" zu machen ist.
Teuflische Versprechen ist ein äußerst mutiges Buch, dem ich noch viele aufmerksame Leser wünsche, auch bei den diversen Justizstellen bis hin zur hohen Politik.
Fünf Sterne für ein Zehn Sterne Buch!
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