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Der Teufelspakt. Die deutsch-russischen Beziehungen vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg.
 
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Der Teufelspakt. Die deutsch-russischen Beziehungen vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg. [Gebundene Ausgabe]

Sebastian Haffner
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Manesse Verlag (20. August 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717540289
  • ISBN-13: 978-3717540281
  • Größe und/oder Gewicht: 17,9 x 11,1 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 34.334 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Sebastian Haffner
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

»Aufregender als jeden Roman« hat Sebastian Haffner die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen genannt - und so schildert er sie auch. Bis heute ist die Tatsache wenig bekannt, dass Deutschland die Verwandlung Russlands durch die bolschewistische Revolution gewollt und unterstützt, ja dass es sie erst möglich gemacht hat. Nur von diesem Bündnis Deutschlands mit der bolschewistischen Revolution aus - ein Teufelspakt für beide Seiten - ist die komplexe Geschichte deutsch-russischer Verstrickung zu begreifen.

Über den Autor

Sebastian Haffner, geboren 1907 in Berlin, war promovierter Jurist. Er emigrierte 1938 nach England, wo er als Journalist für den „Observer“ arbeitete. Seine „Geschichte eines Deutschen“ verfasste er 1939 im Londoner Exil. 1954 kehrte er nach Deutschland zurück, schrieb zunächst für die „Welt“, später für den „Stern“. Haffner ist Autor einer Reihe historischer Bestseller, u. a. „Anmerkungen zu Hitler“. Er starb 1999.

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Immer wieder staune ich, wie Sebastian Haffner es schafft, komplexe Zusammenhänge so einfach und natürlich darzustellen. Die gemeinsame Geschichte der Deutschen und Russen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist ganz bestimmt verzwickt, verworren, widersprüchlich. Bei Haffner liest sie sich wie ein Roman. Ganz einfach unglaublich!
Es geht darum, wie Deutschland die Große Revolution in Russland initialgezündet hat, indem es Lenin aus der Schweiz eingeschleust hat. Wie kam man bloß auf diese Idee und woher hatte man die (berechtigte) Hoffnung auf deren Erfolg?
Es folgt die Geschichte (vor allem die Vorgeschichte dazu ist interessant!) des für die Russen jammervollen Friedens von Brest-Litowsk; dieser ist aber nicht die einzige schwere Demütigung, die das große Russland einstecken musste.
Haffner erklärt, warum die Deutsche Revolution von 1918/19 wider Erwarten scheiterte, obwohl sie mehr Chancen zu haben schien als die Russische.

Deutschland und Russland waren bestimmt keine guten Freunde, eher das Gegenteil, doch sie waren auf seltsame Weise aufeinander angewiesen. Und das immer wieder. Der Vertrag von Rapallo zeigt das (besonders durch Haffner) ganz deutlich: Hier verbanden sich zwei Kriegsverlierer, zwei Geächtete, um sich gegen den siegreichen Westen zu stärken. Vermutlich beeinflusst der "Rapallo-Komplex" die Politik bis in die heutige Zeit. Rapallo war vielleicht nicht der Beginn, aber doch eine wesentliche Erleichterung dafür, dass Deutschland sein schwere Militärmaschinerie und seine Flieger in Russland ausprobieren und trainieren konnte, was ihm ja durch den Vertrag von Versailles verboten war.
Haffner erklärt auch das seltsame Faktum, dass die Kommunisten von 1928 bis 1933 die Sozialdemokraten wesentlich vehementer bekämpften als die aufstrebenden Nationalsozialisten.
Das letzte Kapitel behandelt das Verhältnis der beiden Großmächte unter Hitler und Stalin. Diese Beziehung wird einmal aus deutscher, dann aus russischer Sicht dargestellt - es ist schon sehr interessant, wie (Macht-)Politik betrieben wird und welche die Motivationen des Handelns sind.
So wird Geschichte gemacht und durch Sebastian Haffner wird sie wunderbar dargestellt.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Bernhard Nowak TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Sebastian Haffners brilliante Analyse: "Der Teufelspakt": 50 Jahre deutsch-russische Beziehungen" ist zuerst im Rowohlt-Verlag 1968 erschienen. Das Buch ist deshalb so interessant, weil es die Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Kaiserreich und Lenin erstmals detailliert aufgezeichnet hat. Dieses Thema ist mittlerweile wieder aktuell geworden. Gerd Koenen hat in seinem preisgekrönten Werk: "Der Rußland-Komplex" im Jahre 2005 Haffners Erkenntnisse wiederholt und erst im vergangenen Jahr hat der "Spiegel" ein Heft mit dem Titel: "Die gekaufte Revolution: Wie Kaiser Wilhelm II. Lenins Oktoberrevolution mitfinanzierte" geschrieben. Das Kapitel findet sich heute - verfasst von Klaus Wiegrefe auch im Spiegel-Spezial-Heft Geschichte: "Experiment Kommuinismus" (eine hervorragende Zusammenfassung der Geschichte des kommunistischen Rußlands zwischen 1917 und 1991) unter Kapitel 1: "Die Deutschen und die Revolution." Wiegrefe stützt sich hier auf die gleichen Quellen - und natürlich noch neuere - auf die sich schon Sebastian Haffner stützen konnte. Und hier zeigt sich die Brillianz Haffners: letztlich erfährt man aus Wiegrefes Artikel nicht wesentlich "Neues", wenn man Haffners Analyse von 1968 schon gelesen hat - und dies spricht für Haffner.

Der Manesse-Verlag hat sich allerdings entschieden, Haffners ursprüngliches Werk massiv zu kürzen. Die Manesse-Ausgabe enthält ungekürzt lediglich die Kapitel 1 bis 6 (Deutschland und die russische REvolution, Brest-Litowsk, Der Strick und der Gehängte, Rußland und die deutsche Revolution, Rapallo, Die Reichswehr und die Rote Armee). Das Kapitel 7: "Hitler und Stalin" findet sich im Manesse-Verlag stark gekürzt, in der Original-Ausgabe ist das Kapitel in 2 Teile
geteilt: "Hitler und Stalin", "Pakt und Krieg". Die Motive Stalins zu den Massen"säuberungen" und -vernichtungen nach 1934, die Haffner in Zusammenhang mit dem geplanten "Schwenk" der Stalinschen Außenpolitik gegen den Westen und zugunsten Hitlers interpretiert, findet sich in der Manesse-Ausgabe ebenso wenig wieder wie die Beschreibung der Affaire Tuchatschewski, der 1937 von Stalin - aufgrund ihm zugespielter Falsch-Informationen durch Heydrich - mitsamt der Spitze der Roten Armee ermordet wurde. Auch das erschütternde Kapitel 9: "Die Deutschen in Rußland", in welchem der Vernichtungskrieg der Deutschen gegen die russische Bevölkerung, aber auch die Funktion der russischen Wlassow-Bewegung, einem - im nachhinein gescheiterten - Versuch russischer Generäle, ein Bündnis zwischen Deutschland und russischen antistalinistischen und antikommunistischen Offizieren zustande zu bringen - fehlt in der Ausgabe des Manesse-Verlages. Dies bleibt mir unverständlich und daher gebe ich einen Punkt Abzug.

Sehr gut verstehen kann ich allerdings, dass der Manesse-Verlag darauf verzichtet hat, die nach 1945 spielenden Kapitel: "Die Russen in Deutschland, Adenauer, Ulbricht und Moskau, Die Berlin-Frage und die Folgen" abzudrucken. Sie sind nicht mehr von der klaren brillianten Analyse der ersten Kapitel geprägt und enthalten viele Elemente, die aus der damaligen Situation (1968) heraus interessant, heute aber eher unwichtig geworden sind, da sie sich mit der Deutschen Einheit erledigt haben und unzutreffende Spekulationen, etwa in Bezug auf die Motive Stalins in Bezug auf seine berühmte Note von 1952.

So ist es ein Verdienst des Manesse-Verlages, durch die Kürzungen eine heute noch mustergültige Analyse der deutsch-russischen Beziehungen zwischen 1914 und 1945 vorgelegt zu haben, eine Analyse, die erst durch Gerd Koenens obiges Buch aktualisiert und übertroffen wurde.

Und da Haffner sehr anregend schreibt - er hat die Fähigkeit, das Wichtige vom unwichtigen zu trennen, das Wesentliche herauszuarbeiten und spannend wie ein Roman darzustellen (nicht umsonst sagt er, die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen in dieser Zeit sei "spannender wie ein Roman") lohnt sich die Lektüre dieses Buches von 1968 - auch in der gekürzten Fassung des Manesse-Verlages von 1988 - immer noch. Es schildert grundlegend die wesentlichen Stationen der so wechselvollen Beziehungen Rußlands und Deutschlands zwischen 1914 und 1945, die mit dem "Teufelspakt" zwischen dem Kaiserreich und Lenin 1917 begann und mit dem "Teufelspakt" von 1939, dem Hitler-Stalin-Pakt, einen Höhepunkt fand, der dann zum blutigen Finale, dem Krieg zwischen Deutschland und Rußland 1941 bis 1945 führte, der unzweifelhaft ein Angriffskrieg Hitlers gewesen ist. Dies hat Haffner, dessen Buch zunächst beim Erscheinen von der damaligen sowjetischen Führung zutiefst abgelehnt worden war (weil eben die geheime Zusammenarbeit zwischen Lenin und dem Kaiserreich erstmals enthüllt worden war) glänzend herausgearbeitet.

Wer also über die deutsch-sowjetischen Beziehungen zwischen 1914 und 1945 genau informiert werden möchte, der kommt an Haffners Buch - wie auch an dem von Gerd Koenen aus dem Jahre 2005 - nicht vorbei. Dass Haffners Buch heute noch so aktuell erscheint wie 1968, zeigt die Fähigkeit dieses Autors, durch brilliante Analyse wegweisend zu wirken. Und dies hat er - auch mit diesem Buch - getan.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Sebastian Haffner versteht es, die komplizierten Verstrickungen der deutsch-russischen Verhältnisse zwischen den Weltkriegen spannend und verständlich zu vermitteln, ohne den Leser mit zuvielen Einzelheiten zu überschütten. Außerdem verhindern eingeschobene "nette" informative Annekdoten ein Abgleiten in trockene Geschichtsbeschreibung a la "dann passierte das, aus diesen Gründen, was Folgendes nach sich zog". Ich persönlich kann dieses Buch jedem empfehlen, der ein Interesse an Geschichte hat, ohne jede Einzelheit wissen zu müssen.
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