Ich habe Teufelsleib in einer Flughafenbuchhandlung spontan gekauft, da es mir noch an Lesestoff für einen längeren Auslandaufenthalt mangelte. Doch leider schaffte es da Buch nicht mal ungelesen ins Zielland. Während des langen Interkontinentalflugs habe ich es komplett verschlungen.
Ich kannte den Autor Andreas Franz nicht und kann das Buch daher, hoffe ich, relativ objektiv bewerten. Ich möchte nicht zu detailliert auf den eigentlichen Inhalt des Buches eingehen, um zukünftigen Lesern den Spaß nicht zu verderben.
Die Geschichte ist zum Teil eine Milieustudie der sogenannten "Unterschicht" und Frauen, die versuchen aus ihrem tristen Dasein zu fliehen. Brandt ermittelt mit viel Feingefühl in dieser, nicht gerade für große Geselligkeit bekannten Umwelt. Der Autor scheint wohl zumindest in der Rahmenhandlung auch persönliche Erfahrungen schwieriger Zeiten zu verarbeitet. Ein sehr interessanter Teil des Buchs, der mit der eigentlichen Handlung nur indirekt zu tun hat, ist die Interaktion Brandts mit seiner Lebensgefährtin. Die Haupthandlung der Geschichte ist zu jeder Zeit spannend und manchmal sogar etwas brutal.
Das Ende und damit die Lösung ist überraschend, was vielen Krimis ja leider selten genug der Fall ist.
Sprachlich ist das Buch angenehm, nicht übermäßig geschliffen, aber auch nicht flach. Franz' Ausdruck passt gut zu der Geschichte.
Einzelne sozialkritische Anflüge sind zwar etwas oberflächlich, aber nicht wirklich störend.
Fazit: Teufelsleib ist ein spannender Krimi mit sehr vielschichtigen Charakteren.