Was treibt einen Menschen dazu, mehrere Morde zu begehen, ohne seine Opfer richtig zu kennen? Ist es eine ausgeprägte Persönlichkeitsstörung, die ihn nicht mehr klar denken lässt oder wird er beherrscht von einem religiösen Wahn, der ihn fest in seinen Klauen hält? Eine Frage, der Andreas Franz in seinem neuen Fall mit dem hinlänglich bekannten Kommissar Peter Brandt nachgeht und sich dabei nicht scheut, dem Hörer Einblicke in die Psyche eines Täters zu geben - eines Mannes, der seine Opfer auf das Brutalste misshandelt, bevor er ihnen das Leben nimmt. Aber nicht nur der Mörder und seine überaus grausam ausgeführten Taten stehen im Mittelpunkt dieses Kriminalromans, auch dem Leben der Opfer wird ein ihnen gebührenden Platz eingeräumt: ihrem Dasein am finanziellen Limit, mit prügelnden Ehemännern und der Hoffnung auf ein besseres Leben. Umstände, die dazu führen, dass sich eine Ehefrau und Mutter prostituiert. So ist "Teufelsleib" von Andreas Franz nicht nur ein gut durchdachter Kriminalroman mit interessanten Charakteren, sondern auch der Versuch, Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen zu üben.
Gelesen wird die gekürzte Hörbuchfassung von dem Schauspieler und Synchronsprecher Thomas Piper, dessen Stärke darin besteht, jedem Charakter eine ihm eigene Stimme zu verleihen. Mit viel Gefühl, aber auch dem nötigen Abstand liest er die durchweg spannende Geschichte, die zum einen aus der Sicht von Peter Brandt, zum anderen aus den Perspektiven des Mörder sowie weiterer Nebenfiguren erzählt wird. Eine Interpretation, die gut gelungen ist.
Fazit:
"Teufelsleib" ist ein Kriminalroman, der neben nachdenklichen Aspekten eine Menge an Spannung enthält, sich allerdings auch einmal zu oft in seinen Dialogen verliert. Ein Hörbuch, dessen Handlung jederzeit gut zu verfolgen ist und Fans deutscher Krimis nicht enttäuschen wird.