Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Ein Leben ohne Liebe..., 27. Januar 2009
Rabenschwarz und finster wie die Nacht ist das Herz von Aiko Matsushimas. Ihre Geschichte ist schnell erzählt: sie wuchs als Waise in einem Bordell auf, weniger wert als ein Hund, der wenigstens ab und zu ein paar Streicheleinheiten bekommen hätte. Ihr Schlafplatz ist ein Wandschrank, der einzige Zufluchtsort in ihrer persönlichen Hölle. Als das Bordell abbrennt, landet das einsame Mädchen im Kinderheim, auch dort eine ständige Außenseiterin, die keinerlei Emotionen mehr zu haben scheint. Doch da täuschen sich ihre Erzieher und Kameraden. Denn sie spürt tiefe Emotionen, allen voran den Hass auf jene Menschen, die sie jahrelang quälten und misshandelten. Hass, der sich schließlich auf fast jeden überträgt, der ihren Weg kreuzt. Aber auch Liebe, die sie für ihre totgeglaubte Mutter empfindet, sich selbst aber nur sehr selten zu fühlen erlaubt.
Sie geht ihren ganz eigenen Weg, nachdem sie alt genug ist, das Heim zu verlassen. Den Weg, den ihr bisheriges Leben sie lehrte. Mit Diebstahl und Prostitution kann man sich über Wasser halten, Gleichgültigkeit gegenüber dem Leben anderer hilft, das eigene, anderen ebenfalls gleichgültige Dasein zu erhalten. Schließlich dann der erste Mord, eine logische Steigerung ihres Verhaltens. Sie hat nicht gelernt, was es heißt, das Leben anderer zu achten.
Dieses Buch scheint nach der ersten Lektüre schwer zu bewerten. Die Story ist von einer Intensität beseelt, die den Leser mitreißt, wirkt aber trotzdem oft extrem kühl und leidenschaftslos. Alle Protagonisten in dieser Geschichte sind auf die ein oder andere Weise, mal mehr, mal weniger, verschrobene oder sogar gestörte Charaktere. Da haben wir das Ehepaar Kadota, eine ehemalige Erzieherin aus dem Sternenkinderhaus in dem Aiko lebte, die später einen ihrer natürlich viel jüngeren Schützlinge heiratete, um dann gemeinsam mit ihm in Mutter-Kind-Spielen ihre sexuelle Erfüllung zu finden. Wir lernen die Managementprophetin Shizuko Matakatsu kennen, die einer Geliebten ihres Mannes das Kind abkaufte und so ihr eigenes verstorbenes Kind ersetzen will. Der Pflegevater Aikos liebt es, die Kleider seiner bettlägerigen Frau anzuziehen und sich so unter die Menschen zu mischen. Die Hauptperson Aiko selbst wirkt neben ihnen nicht bedrohlicher oder verrückter, sondern ihre Gedanken werden dadurch eher nachvollziehbar.
Insgesamt eine sehr schräge, teils auch unfassbar brutale Darstellung, aber gleichzeitig sehr greifbar und realistisch.
Ein etwas emotionsloser und zügiger Schreibstil macht es einem schwer, aus der Mitte dieser skurrilen Figuren einen Sympathieträger zu wählen. So kommt man keinem der Protagonisten besonders nah, doch auch ein paar Tage nach der Lektüre wirkt Kirinos Erzählung immer noch nach.
Auch wenn dieses Buch bisher der Mehrheit nach nicht an ihr Werk "Die Umarmung des Todes" heranreicht, ist es der Autorin dennoch gelungen, eine faszinierende Lebensgeschichte zu erzählen, die anrührend und gleichzeitig schockierend ist, wenn auch seltsam distanziert.
Wer sich auf diese Geschichte einlässt und ihr Raum gibt, sich zu entfalten, nachzuhallen, wird einen Zugang in die Untiefen von Aikos Herz und das ihrer Weggefährten finden.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Buch 1 top - Buch 2 Flop, 26. Januar 2009
Dem Vielleser und auch einem Leser, dem ein bestimmter Autor sehr gut gefallen hat, passiert es immer wieder. Man ist von einem Buch (hier gemeint: die Umarmung des Todes) restlos begeistert und kauft das nächste Buch der gleichen Autorin. "Teufelskind" hat mich schon nach dem ersten Drittel verärgert es gekauft zu haben. Schwerer Stoff in dem Versuch, ihn leicht zu schreiben und irgendwie schwer zu lesen. Man erwartet mehr von diesem Buch, aber es kommt nichts rüber. Man sucht nach ein wenig Tiefgründigkeit und spürt nur eine Art Lustlosigkeit der Autorin, aus diesem Stoff "was zu machen". Vergleichbar mit einem "Mord-Krimi", aus dem der Mord weggelassen wurde. Ständig neue Szenerien und verwirrende Namen habende Personen und am Ende steht immer ein Gemetzel. So ganz genau wußte die Autorin offenbar selbst nicht, was sie mit diesem Buch außer bitterböser Atmosphäre gepaart mit seichter Sprache rüberbringen wollte.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wesentlich besser, 25. Oktober 2009
Ich schreibe diese Rezension, weil ich der Meinung bin, dass dieses Buch von den
anderen Rezensenten massiv zu schlecht beschrieben wird.
Zum Inhalt brauche ich nichts mehr zu sagen, das hat einer meiner Vorgänger sehr
ausführlich geleistet.
Wie die meisten Rezensenten habe auch ich "Die Umarmung des Todes" zuerst und mit
viel Freude und Faszination gelesen. Allerdings sollte einem schon nach dieser
Lektüre klar sein, dass Natsuo Kirino keine bequeme Autorin mit sympathischen
Helden, mit denen man sich identifizieren kann, ist. Insofern ist auch "Teufelskind" ein sehr schwarzer Roman mit ausschließlich gebrochenen Charakteren. Hier beschreibt die Autorin bewusst die Schattenseiten der nach Außen hin so scheinbar heilen Welt von Japan.
Die Geschichte selbst ist sehr kurzatmig und spannend geschrieben (dass in einem
japanischen Kriminalroman nun einmal zahlreiche, uns fremde japanische Namen auftauchen, liegt in der Natur der Sache), so dass ich sie mit viel Freude sofort
zu Ende gelesen habe, da sie durchaus stringent und mit einer schwarzen Logik geschrieben wurde. Ich jedenfalls war nach der Lektüre von "Die Umarmung des Todes" nicht enttäuscht von diesem Roman, eher sogar im Gegenteil.
Man kann sich darüber streiten, ob nun vier oder fünf Sterne angemessen wären.
Angesichts der vielen viel zu schlechten Rezensionen entscheide ich mich für
fünf Sterne. Ich kann das Buch jedem, der auf schwarze Krimis steht, empfehlen.
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