"Teufelskerle auf heißen Feuerstühlen" ist der etwas reißerische Titel, mit dem diese schöne Motorsport-Doku im Frühjah 1972 in die österreichischen Kinos kam. Im Original betitelt "On Any Sundy" dient(e) Steve McQueen ebenfalls ein wenig irreführend als Aufmacher. Er kommt in dem Film als talentierter Motorsportler auch vor, der Film ist jedoch keineswegs auf den Hollywood Star mit Benzin im Blut fokussiert.
Gezeigt werden hierbei die vielgestaltige Motorradsport-Szene in den USA der späten 1960er bis frühen 1970er Jahre - vom Dirt Track, zu Eisrennen, Motocross, Wüstenrennen bis hin zu den Straßenrennen auf Rennstrecken wie Daytona. Abwechslungsreiche filmische Mittel wie Aufnahmen aus der Cockpitperspektive, Rennszenen, Interviews mit Motorradrennfahrern - natürlich auch McQueen selbst - Hintergrundberichte runden diese schöne Motrosport-Dokumentation ab - also um Missverständnissen vorzubeugen - der Film ist eine Dokumentation und kein Spielfilm, etwa ein Biker-Movie, wie der Titel vielleicht vermuten lassen könnte.
Er ist ein schönes Dokument einer Zeit, als das Profitum noch nicht weit fortgeschritten war, und die Dominanz der japanischen "Großen Vier" (Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha) - die die 1970er und 1980er im Motorradgeschäft der USA (und auch Europas) dominieren werden - sich erst schemenhaft abzeichnete. Doch auch kulturgeschichtlich ist "Teufelskerle" von einigem Interesse, bietet er doch auch einen Einblick in die freiheitsliebende (und -suchende) Motroradfahrende US-Jugend dieser Zeit, die sich, Stichwort Bikersubkultur, "Easy Rider", auch ein wenig außerhalb bzw. in Opposition zum US-Mainstream dieser Zeit gesehen hat.
Die Qualität von Bild und Ton ist für diese Art Film tadellos, Format 4:3, Selbst die deutsche Übersetzung war überraschend unpeinlich.
Für Motorsportfreunde eine unbedingte Empfehlung.