"Teufelshatz" ist um einiges düsterer, besser, differenzierter und auch anders als "Hexenmacher". Hagen von Stein ist ein Anderer geworden und auch wenn er nun über Leichen geht, so bangt man trotzdem weiter mit ihm mit, vielleicht sogar mehr als vorher. Außerdem erfährt der Leser nun viel mehr über Bletzer, Hagr, Hecetissen; diese stehen nun mehr im Vordergrund als die Wariwulf. Der zweite Band wird sozusagen aus einer anderen Perspektive beschrieben.
Die positive Überraschung ist, dass nun auch die Szenen in der Neuzeit wirklich gelungen und spannend sind. Das Zusammenspiel mit der Vergangenheit klappt gut. Diese gibt Hinweise, was in der Zukunft sein könnte und die Gegenwart verrät teilweise, was in den folgenden Vergangenheitskapitel eventuell passieren könnte, nur aus einem anderem Blickwinkel.
Man kann sogar sagen, dass es fast zwei Bücher in einem sind, denn die neuzeitlichen Teile des Buches sind eher düstere Urban-Fantasy. Auch hier geht es dreckig zu, wirklich sehr gut gelungen. Wer eine dreckige Neuzeit mit stinkenden Pennern als Visionshelfern nicht mag, sollte wohl eher zu anderen Romanen greifen. Der Korrektor von Vitzthum erscheint im anderen Licht und wird zur zweiten wichtigen Figur neben Hagen von Stein. Dadurch wird der Band viel differenzierter als sein Vorgänger, denn es gibt sogar noch eine weitere Sichtweise derer, die weder Hagen noch die Inquisition gutheißen.
"Teufelshatz" ist ein wirklich guter Roman. Er bietet interessante Charaktere und ist ebenso spannend wie abwechslungsreich. Die Kenntnis von "Hexenmacher" ist nicht zwangsläufig nötig, aber sehr zu empfehlen.