Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Begriff Hexe selbst ist ein Sammelbegriff, der zum Teil auf sehr altem Zauber- und Gespensterglauben beruht. Unzählige Gestalten aus Märchen, Sage und Mythos haben Teil am Bild der Hexe. Im Laufe der Zeit vollzog sich eine Wende vom dogmatischen Ketzerwesen zum vom Volkswahn geschürten Hexenwesen. Außerdem wurde die einseitige Ausrichtung der Hexenprozesse gegen das Weibliche festgeschrieben.
In der Zeit von 1430 bis 1540 setzte eine breit angelegte und systematische Hexenverfolgung durch Kirche und Staat ein, die bis ins beginnende 18. Jahrhundert nahezu ungebrochen ihre Schrecken verbreiten konnte. Der Hexenwahn freilich war mit dem Ende des 18. Jahrhunderts keineswegs erloschen. Im Aberglauben lebte der Zauberwahn in vielfacher Gestalt durch das 19. und 20. Jahrhundert weiter -- und fordert in sektiererischen, krankhaften Zirkeln gelegentlich bis in die Gegenwart hinein noch blutige Opfer.
Fazit: Ohne die begangenen Greuel verharmlosen zu wollen, gehört das Buch zu den Vertretern der neueren Literatur, die auf die notwendige Differenzierung in der Beurteilung der Hexenverfolgungen hinweisen. In der Überschwemmung der Okkultismus-Literatur jüngster Zeit liefert das Werk in seiner strengen Sachlichkeit für den historisch interessierten Leser eine wahre Fundgrube an wissenswerten Details über eine düstere Epoche unserer Zeitgeschichte. --Jan Vaiden