Es ist eigentlich ein Jugendbuch, im cbj-Jugendbuchverlag erschienen, es ist aber ohne Probleme auch für Erwachsene total spannend zu lesen, sodass ich es nicht "nur" als Jugendbuch deklarieren möchte.
Inhalt und Gliederung:
================
Das Buch ist 28 Kapitel untergliedert, die jeweils mit der Zahl des Kapitels überschrieben sind.
Handlungsort ist Köln. Es wird von demKloster St. Michael geschrieben, dieses Kloster wird man vergeblich suchen. Laut Angaben der Autorin entstammt es ihrer Fantasie.
Romy ist 18 Jahre, sie hat ein Volontariat bei einer Kölner Zeitung. Sie ist glücklich darüber. So lange, bis die Leiche eines jungen Mannes aus dem See geborgen wird. Aber das ist nicht alles, nicht der einzige Tote ...
Nicht lange darauf wird ein totes Mädchen gefunden, welches abgemagert ist. Gibt es einen Zusammenhang?
Die vorhergehenden Monate hatten auch schon drei Todesfälle gebracht. Ergibt sich hier insgesamt ein Zusammenhang?
Eine weitere Hauptfigur ist der Kommissar Melzig (Bert), der noch nicht lange in Köln ermittelt.
Romy forscht nach, sie entdeckt eine Spur, die sie zu einer geheimen Bruderschaft führt. Die Mitglieder sind die Jünger und diese denken, sie können ihre "Untertanen" mit allen Mitteln an sich binden.
Aber, wie das auch im wahren Leben der Fall ist, mit Romy gehen die Gefühle durch, sie verliebt sich in einen der Jünger und nun ist sie in großer Gefahr ...
meine Meinung:
============
Dieses Buch ist ein Thriller für junge Menschen und solche, die Thriller mögen. Die Krimispannung ist hier mit der Liebesgeschichte, die sich im Laufe der Handlung entspinnt sehr gut verwoben, wobei diese für meine Begriffe nicht zu schnulzig angesiedelt ist, sondern immer die Krimi/Thriller-Handlung im Vordergrund bleibt.
ACHTUNG !!!
Melzig hat bisher in der rheinischen Provinz ermittelt. In diesem Roman nimmt die Autorin in mit nach Köln und lässt ihn mit noch anderen Ermittlern an den Mordfällen arbeiten.
Es ist aber keine Fortsetzung, man kann das Buch ohne Probleme lesen, ohne die Vorgänger gelesen zu haben. Alle Romane haben eine abgeschlossene Handlung.
Ich finde die Schreibweise sehr spannend, wie die Autorin die Handlung, die Charaktere und die Orte, wo die Handlung stattfindet, dem Leser rüberbringt.
Frau Feth schafft einen idealen Spannungsbogen. Sie baut den Stoff optimal auf - beginnt mit dem Volontariat der Romy und steigt dann in die Mordserie ein.
Allein der Prolog - wenn man diesen gelesen hat, kann man nicht umhin, das Buch zu lesen.
Der Leser kann dann ein Gespräch zwischen Greg (Gregory Chaucer und Romy "belauschen". Es ist Montag, der 10. November, also sicher eine düstere Stimmung, als der 22jährige Tote im See gefunden wird. Romy schafft es, Greg zu überzeugen, dass sie für die Zeitung herausfinden darf, was vorgeht...
Das Tagebuch der Toten Alice spielt während der Romanhandlung dann eine große Rolle, der Leser kann immer wieder hineinlesen, was die Handlung umso spannender gestaltet.
Bis zum Schluss bleibt es unaufgeklärt, wie nun die Todesfälle zusammenhängen.
Feth verwendet oft wörtliche Rede, sodass man als Leser perfekt in die Handlung eingebunden ist. Sie erklärt die Charaktere bildhaft und recht persönlich, sie lässt den Leser an den Gefühlen und Gedanken der Personen teilhaben und auch am Rande der Handlung persönliche Gedanken aufkommen. Dies lockert die Thriller-Handlung auf, wertet sie aber auch nicht ab.
Ich bin von diesem Buch begeistert. So könnte und passiert es sicher auch tagtäglich, und gerade das finde ich so gut, dass die Autorin eine Handlung erspinnt, die in Wahrheit passieren könnte, das es zwar fiktiv ist, aber wahrscheinlich sein könnte.
Ich habe die ersten Bücher von Monika Feth noch nicht gelesen, dieses hier ist mir durch das außergewöhnliche cover aufgefallen, so habe ich es mir besorgt und nun bin ich in ihren Bann gezogen worden und werde wohl auch die andere Romane aus ihrer Feder nach und nach lesen.
an dieser Stelle eine Kurzbiografie Monika Feth`s:
====================================
Sie wurde in Hagen geboren, studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin.
Sie verfasste dann nebenbei Bücher. Nun lebt sie nahe Köln.
Bekannt geworden ist sie durch den "Erdbeerpflücker"
Ihre Bücher werden in sage und schreibe 19 Sprachen übersetzt.
Wenn man ein bisschen kriminalistisches Gespür hat, kann man evtl. während der Handlung herausfinden, wie alles zusammehängt, aber trotzdessen wird das Buch nicht weniger spannend. Die Autorin schafft es mit ihrem unverwechselbaren Schreibstil, den Leser bis zum letzten Atemzug des Buches zu fesseln.
Ich bin begeistert.