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Teufelsbraten
 
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Teufelsbraten

Nina Siebertz , Charlotte Steinhauer , Hermine Huntgeburth    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Nina Siebertz, Charlotte Steinhauer, Anna Fischer
  • Regisseur(e): Hermine Huntgeburth
  • Komponist: Biber Gullatz, Andreas Schäfer
  • Format: Dolby, HiFi Sound, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Euro Video
  • Erscheinungstermin: 13. März 2008
  • Produktionsjahr: 2007
  • Spieldauer: 180 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B0012P8XU6
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 8.979 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

VideoMarkt

Zur Zeit des deutschen Wirtschaftswunders der 1950er und 1960er Jahre wächst die zehnjährige Hildegard in der Nähe von Köln in einem für die damalige Zeit typischen Arbeitermilieu heran. Im Gegensatz zu anderen Gleichaltrigen besitzt sie aber einen unbändigen Drang nach Wissen, der, mit Ausnahme des Großvaters, ihre Familie schnell überfordert. Vor allem der Vater bekommt immer mehr das Gefühl, dass ihm seine Tochter überlegen ist und kompensiert seine Hilflosigkeit mit Gewalt. Mit 16 Jahren sind ihre schulischen Leistungen so gut, dass sie an einem Gymnasium das Abitur in Angriff nehmen könnte. Doch ihre Eltern sind dagegen, und so muss Hildegard eine Lehre als Sekretärin beginnen. Sie sieht ihren großen Traum, irgendwann eine Akademikerin zu sein, platzen und droht sämtlichen Halt in ihrem Leben zu verlieren.

Produktbeschreibungen

"Düvelsbrode" - Teufelsbraten - wird sie von ihrer Familie immer geschimpft, die kleine Hildegard, Tochter eines ungelernten Fabrikarbeiters und einer Putzfrau, nur weil sie mit ihrem unbeugsamen Willen, lesen und schreiben zu lernen, bei ihren kölsch sprechenden Eltern und ihrer Großmutter auf gewaltige Abwehr stößt. Allein der Großvater versteht sie, von ihm lernt das Mädchen "Buchsteine" kennen, die ihre Fantasie in Gang setzen und sie darin bestärken, dass Ausflüge in die Wörterwelt, dass Sprache und Literatur sie aus dem einengenden katholisch-rheinisch geprägten Elternhaus und letztlich aus dem Proletariermilieu herausführen. Doch bis zur Aufnahme ins ersehnte Gymnasium ist der Weg für Hildegard steinig - sie muss mehr als jedes andere

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Kundenrezensionen

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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lommer jonn 15. März 2008
Von Amazon bestätigter Kauf
Ausführlich kann ich über schlechte Filme schreiben, doch jetzt über einen der besten Filme, die ich je gesehen habe, versagen mir fast die Worte. "Lommer jon" (lass uns gehen), sagt der Großvater.

Der TV-Zweiteiler mit vergleichsweise niedrigem Budget sprengt alles da gewesene. Sehr, sehr ähnlich wie Egar Reitz' Meisterwerk Heimat, zeigt der Film in einer Zeitspanne von 11 Jahren das Leben des in ärmlichen und streng katholischen 50erJahre Arbeiterverhältnissen aufgewachsenen begabten Mädchens Hildegard (Hilla).

Der erste Teil des Films ist fast durchgehend im rheinischen Dialekt gesprochen; ich kann mich an keinen vergleichbaren Film erinnern. Die Adenauer-Zeit wirkt düster; ich selbst bin am Niederrhein in einem kleinen Dorf 10 Jahre später aufgewachsen und kann daher sagen, dass alles authentisch in dem Film wiedergegeben wird.

Die drei Mädchen, die Hilla spielen, sind grandios. Die Schauspieler, selbst bis in die Nebenrollen, sind alle einzeln unerreicht, doch die beste schauspielerische Leistung bringt zweifelsohne Ulrich Noethen: Er spielt die tragische Rolle des unzufriedenen Vaters, der zu cholerischen Gewaltausbrüchen neigt, die er in Selbstzerrissenheit verzweifelt bereut, doch sie nicht ändern kann, der aber trotzdem Hillas Fortkommen unterstützt. Es muss für Herrn Noethen eine tolle Herausforderung gewesen sein, diese brutale ambivalente Persönlichkeit zu spielen - und es ist ihm erschreckend real gelungen, wie ich meine.

"Teufelsbraten" ist das genaue Gegenteil der Millionen-Euro-Filme a la "Dresden", "Gustloff" oder "Die Flucht" - ich will ja gar nicht behaupten, dass der Grund dafür eine Regisseurin ist (Hermine Huntgeburth), obwohl ich das manchmal trotzdem schon dachte. Volker Einrauch hat das Drehbuch nach dem Roman Ulla Hahns "Das verborgene Wort" exzellent umgesetzt - und "Teufelsbraten" ist auch deshalb das Gegenteil, weil in diesem Film genau wie bei Edgar Reitz "Heimat" nicht Arztroman-Gefühle verquirlt werden, sondern eine intelligente und gefühlvolle Realität vergangener Zeit visuell dargeboten wird.

Ich habe mir sofort die DVD bei Amazon bestellt. Prinzipiell hasse ich solche Empfehlungen, doch wer diesen Film nicht sieht oder kauft, hat einen der größten deutschen TV-Filme im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts verpasst. Das hört sich doch gut an oder ;-)
Lommer jonn.

Georg B. Mrozek
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Askadar
"Teufelsbraten" erzählt die bewegende Geschichte der kleinen Hildegard, die im Nachkriegsdeutschland der Adenauer-Ära aufwächst und unter der provinziellen Einfachheit ihres proletarischen Elternhauses leidet.
Der Vater Hilfsarbeiter, die Großmutter engstirnige Katholikin; Prügelstrafen und ungerechte Behandlung stehen auf der Tagesordnung. Doch das eigenwillige Mädchen überwindet diese Widrigkeiten und wird - trotz ihres verpönten kölschen Dialektes - Klassenbeste, darf nach persönlicher Intervention ihres Lehrers sogar eine weiterführende Schule besuchen und steht schließlich vor der alles verändernden Entscheidung, ihr Abitur zu machen oder ins Stahlwerk malochen zu gehen.

Als Vorlage diente Regisseurin Huntgeburth ("Die weiße Massai") der Ulla Hahn-Roman "Das verborgene Wort" (2001). Gelungen porträtiert sie die Leidensgeschichte eines phantasiebegabten "Düvelbrodens", der sich gegen die gesellschaftliche Rollenvergabe auflehnt und der bedrückenden Tristesse seines kleinbürgerlichen Elternhauses zu entfliehen versucht. Die darstellerischen Leistungen sind bemerkenswert, vor allem Anna Fischer (Hildegard) und Ulrich Noethen als griesgrämiges Familienoberhaupt, das seiner Tochter den sozialen Aufstieg nicht gönnen will, spielen hervorragend. In einer kleinen Nebenrolle ist Harald Schmidt als schmieriger Unterwäschevertreter zu sehen - einfach herrlich.

Das wuchtige Zeitbild des ganz allmählich wiedererstarkenden Deutschlands bewegt tief und überrascht mit braunstichigen, viel Zeitkolorit versprühenden, kinoreifen Bildern. Ein Film-Highlight zu Beginn dieses Jahres, das man gesehen haben sollte - nicht zuletzt wegen des originalen kölschen Dialektes, der in ihm gesprochen wird; von mir gibt es die verdiente Höchstbewertung.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Daggi TOP 500 REZENSENT
Das Verborgene Wort" von Ulla Hahn habe ich verschlungen und zu meinem Lieblingsbuch erkoren. Diese Literaturverfilmung von Hermine Huntgeburth ist sicher nicht mein Lieblingsfilm, aber der Film besitzt eine erstaunliche Affinität zum Buch und ihm haftet eine ganz eigene Spannung und Authentizität an. Die DVD enthält Teil 1 und 2 der Literaturverfilmung und ein Interview mit der Regisseurin, sowie eine Diashow von beiden Filmen.

Teil 1 (1951 irgendwo zwischen Düsseldorf und Köln)

Die phantasievolle und sprachinteressierte Hildegard [Nina Siebertz] wächst in einem streng katholischen Haushalt auf. Ihr Vater Josef, ein ungelernter Arbeiter in der nahegelegenen Fabrik, prügelt das Kind bei jeder Kleinigkeit. Ulrich Nöthen verkörpert diesen labilen, zerrissenen und verbitterten Menschen sehr glaubwürdig. Auch die Mutter [Margarita Broich] zeigt ungewöhnliche Härte gegenüber der Tochter, die sie sich, unterstützt von den Unkenrufen ihrer Schwiegermutter [Barbara Nüsse] nur so erklären kann, dass Hildegard ein "Düvelsbrode", ein Teufelsbraten ist. Die kleine Hildegard analysiert und widerlegt schon auf kluge Art Behauptungen der Erwachsenen, was die sich natürlich nicht einfach so gefallen lassen. Nur ihr Opa [Peter Franke] erkennt die besondere Begabung des Mädchens.

Als Hildegard in die Schule kommt, kann sie innerhalb kürzester Zeit lesen. Sie denkt sich Geschichten aus und schreibt diese auf - für die Eltern ein Firlefanz. Keinerlei Verständnis, keine Liebe, keine Zärtlichkeit lernt Hildegard in ihrer Kindheit von den Eltern kennen und als auch noch ihr Opa stirbt flüchtet sie in ihre Welt der Buchstaben, soweit sie das kann.
Der Lehrer setzt sich dafür ein, dass Hildegard auf eine höhere Schule kommt und der Vater gibt nur widerwillig nach, dass sie auf die Mittelschule gehen kann, denn sie ist ja "nur ein Mädchen". Die etwas ältere Hildegard wird gespielt von Charlotte Steinhauer.

Teil 2 (Hildegard ist 16 Jahre alt)

Hildegard nennt sich nun "Hilla" und freundet sich mit der Doris an, einem Mädchen aus bürgerlichem Hause. Beide kommen ins Backfischalter, sind in ihren Lehrer, Herrn Geffken [Lucas Gregorowicz], verliebt und schließen erste Freundschaften mit Jungs. Hillas größter Wunsch ist es nach wie vor, Abitur zu machen, doch die Eltern sind auf ihren Mitverdienst angewiesen und besorgen ihr eine Lehrstelle in einer Fabrik. Dort wird sie drangsaliert von der furchtbaren Ausbilderin Frau Wachtel [hervorragend gemimt von Corinna Harfouch] und müht sich mit Maschineschreiben und Steno ab. Sie ist todunglücklich dabei und beginnt zu trinken. Erst ihr alter Lehrer Geffken merkt, was mit ihr los ist und redet noch einmal mit den Eltern.

Die ältere Hilla wird gespielt von Anna Fischer, die man ein wenig für eine deutsche Audrey Tautou halten könnte. Der Film ist von hoher schauspielerischer Leistung und man riecht förmlich den Mief der 50er Jahre im ersten Teil und im zweiten Teil die beginnenden 60er Jahre mit Aufbruchstimmung. Den Film finde ich hart, aber das Buch ist ebenfalls hart. Eine ernste Auseinandersetzung damit, wie ein begabtes Mädchen aus armen Verhältnissen ihren Weg geht. Zu erwähnen sind noch Harald Schmidt und Annette Frier in kurzen Nebenrollen und dass im ersten Teil hauptsächlich in Kölsch geredet wird.

Unglaublich gut!
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Die neuesten Kundenrezensionen
Deutsch
ein ganz toller Film über die 50er, 60er Jahre. Viel Lokalkolorit und eine tolle Geschichtsstunde.Super Schauspieler, großes Kino. Lesen Sie weiter...
Vor 24 Monaten von Annamarin veröffentlicht
Zwiespältig
Zum Inhalt ist bereits durch die anderen Rezensierer ausreichend ausgeführt.

Gut gefallen hat mir, dass die Lebensweise in der Adenauerära authentisch... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 3. September 2009 von JR
Teufelsbraten
Es ist schon eine Weile her seit ich diesen Film im Fernsehen gesehen habe. Ich fand ihn damals schon sehr lehrreich und faszinierent. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 17. Mai 2009 von Dormouse
Für alle, die in den fünfziger Jahren groß geworden...
Ich habe zuerst den Film "Teufelsbraten" gesehen und mir dann das Buch von Ulla Hahn "Das verborgende Wort", dem die Filmhandlung zugrunde liegt, gekauft. Ich kann nur sagen ... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. April 2009 von U. Schoenfelder
Gelungen ist etwas anderes!
Zuerst habe ich das Buch gelesen und war sehr von der Geschichte berührt. Ulla Hahn schafft es mit ihrer Sprache einen mitzunehmen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Juni 2008 von P. Schramm
Toller Film - und man erkennt, was das "Proletariat" ausmacht!
Auf den Film "Teufelsbraten" bin ich durch Zufall gestoßen, doch es ist ein hervorragender Film! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 1. April 2008 von Dr. rer. imp.
Gerade mal fünfzig Jahre
Vor langer Zeit erschien der Film der Brüder Taviani, Padre Padrone, ein Hirtenjunge will seinen Bildungshunger gegen eine bildungsfeindliche Umwelt durchsetzen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. März 2008 von Sagittarius
Lommer jonn ...
Einfach großartig!
Ich kann mich nicht erinnern die bleierne Adenauer-Zeit präziser und authentischer in einer Fernsehproduktion jemals gesehen zu haben. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 15. März 2008 von M. Schmitz
Zwar teilweise synchronisiert, dennoch ein gelungener Film
Zwar sieht man ab und zu, dass das Kölsche nachsynchronisiert wurde, aber dennoch ist die Geschichte, der Film sehenswert. Schon bei arte gesehen und sofort verliebt. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 8. März 2008 von Oellig
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