Des Teufels General, ein Film, basierend auf einem Schauspiel des vielfach ausgezeichneten Dramatikers Carl Zuckmayer. Sehr deutlich werden schicksalhafte Verstrickungen einzelner Personen und Persönlichkeiten im totalitären NS-Regime gezeigt, Mitläufer, kleingeistige Jasager, Karrieristen, Technokraten, Menschen, die glauben, sich durch Rückzug ins Privatleben heraushalten zu können, eben all jene Charactere, denen der Zeitgenosse täglich auch heute begegnen kann. Und dazu General Harras, ein altgedienter Haudegen, der beim Dienst für das Regime immer deutlicher erkennen muß, daß er Stellung beziehen muß, daß auch die Flucht in eine Beziehung zur Nichte der gefeierten Schauspielerin Olivia Geiss ihn nicht davor bewahren kann, sich für eine Karriere im nationalsozialischen Deutschland oder für sein Gewissen als humanistisch denkender Mensch zu entscheiden.
Der Film macht sehr eindringlich klar, daß das Böse nicht vom Himmel gefallen ist, sondern von Menschen gemacht wurde. Menschen mit all ihren Stärken und Schwächen, unterschiedlicher Art, Herkunft, Charakters. Die sich im einzelnen nicht einmal im Klaren waren oder es gar nicht wissen wollten, wem sie ihre Unterstützung gewährten. Und dann jene, die aus Überzeugung handelten, oder aus Gründen ihrer persönlichen Karriere. Dieser Film ist nicht nur eine Mahnung an die jetzt Lebenden, mit republikanischer Gesinnung darauf zu achten, daß der Staat sich nicht mehr in Gegensatz zum individuellen Gewissen setzen kann. 66 Jahre nach Beendigung des II. Weltkrieges zeigt er bei den handelnden Personen, daß die menschlichen Eigenschaften, die die Stabilität des NS-Regimes letztlich erst möglich gemacht haben, auch heutezutage unverändert existieren. Vorsicht ist am Platze. Der Film zeigt es in aller Deutlichkeit.