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Das Vorbild für Holmes im Roman gab es wirklich. Im 19. Jahrhundert gab er zu, 27 Menschen getötet zu haben -- ein Geständnis, dass ihm die hohe Belohnung einer Zeitung und den Strang einbrachte. Andere Quellen sprechen gar von 200 Opfern. Der Journalist und Beiträger der New York Times, Erik Larson (Isaacs Sturm), hat aus diesem unglaublichen Stoff einen unglaublich spannenden, Atem beraubenden Roman gemacht, der von der Dialektik der Industrialisierung erzählt. Denn dabei zeigt sich unter anderem, wie viele Gemeinsamkeiten Stararchitekt und Massenmörder haben -- denn beide verlieren in ihrem unbegrenztren Machtrausch bei der Umsetzung ihrer Riesenprojekte die Realität völlig aus den Augen.
In den USA wurde Der Teufel von Chicago zum Überraschungs-Bestseller der Saison. Das ist dem Roman auch hier zu Lande sehr zu wünschen. Denn gegen den ersten Massenmörder Amerikas H. H. Holmes sind Hannibal Lecter und Jack The Ripper reine Waisenknaben. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Spannender kann ein Sachbuch kaum sein!,
Rezension bezieht sich auf: Der Teufel von Chicago (Broschiert)
Das einzige Manko von "Der Teufel von Chicago" ist seine Vermarktung in Deutschland. Tatsächlich denkt man bei Titel, Cover, Illustration und Zusammenfassung unwillkürlich, dass man einen Roman in der Hand hält, so dass ich verstehen kann, dass jeder Leser, der diesem Irrtum erliegt, enttäuscht ist. Wer aber weiß, dass er bei Larson's Werk zu einem Sachbuch greift, wird nicht enttäuscht sein. Sowohl die Planung und Durchführung der Weltausstellung von 1893 mit all ihren Höhen und Tiefen, Erfolgen und Rückschlägen wie auch Holmes' barbarisches Treiben als Serienmörder sind spannend und kenntnisreich, mit einer Liebe fürs Detail und das letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts geschildert.Diese Spannung i. S. Serienmörder-Plot wird besonders dadurch erzeugt, dass Larson auf reißerische Beschreibungen komplett verzichtet und statt dessen beinahe minutiös und sachlich die Geschehnisse wiedergibt. Der Zusammenhang mit der Geschichte der Weltausstellung ist augenfällig. Chicago befindet sich Anfang der 1890er in einem derartigen Aufstiegstaumel und zieht solche Massen von Menschen an, dass es gar nicht auffällt, dass immer wieder welche spurlos verschwinden. Diese Tatsache wird lange Zeit nicht einmal hinterfragt. Und so sind die Weltausstellung und der Serienmörder Holmes beide auf ihre Art Ausdruck des aufstrebenden modernen Zeitalters, in dem sprichwörtlich gilt: "Nichts ist unmöglich." Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kein Thriller!!!! Aber spannendes Sittenbild des ausgehenden 19. Jh.,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Teufel von Chicago (Broschiert)
Die enttäuschten bis wütenden 1-Stern-Bewertungen sind gut nachvollziehbar, wenn die Käufer der Marketing-Ente aufgesessen sind und einen spannenden Slasher-Thriller mit ausgenommenen Frauenleichen im "JacktheRipper"-Stil erwartet haben. Davon gibt es tatsächlich (fast)nichts. Der Autor verbindet (nicht nur Verkaufzahlen fördernt, sondern durch aus konsistent!) einen Serienmörderfall mit der Geschichte der Weltausstellung von Chicago um ein sehr anschauliches Sitten- und Gesellschaftsbild des Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu zeigen. Dies ist ihm auch mehr als gelungen, wobei die Geschichte des Serienmörders zum einen eine nette, gruslige Dreingabe ist zum anderen aber auch durchaus plausibel als Metapher für die Veränderungen der Menschen in einer sich rasant verändernden Umwelt dient. Zusaätzlich erhält man einen schönen Einblick in die Anfänge der systematischen Polizeiarbeit, die ja noch keine 100 Jahre alt und alles andere als eine selbstverständlichkeit ist. Für alle mit geschichtlichen Interesse für die fragliche Zeit sehr zu empfehlen. Krimi- und Thrillerfreunde: Finger weg!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Niemand hat je Blumen auf sein Grab gelegt,
Von Reinhard Busse "reinhardlbusse" - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Der Teufel von Chicago (Gebundene Ausgabe)
Dieses ist eines jener Bücher, die man spontan verschlingt oder aber frustriert zur Seite legt.Meine Person betreffend: Ich bin begeistert und bin erinnert an einen Song von Bob Dylan - "Like A Hurricane". Wer auch nur entfernt Interesse zeigt an historischen Kriminalfällen, verwoben mit beeindruckender Fiktion: Für denjenigen ist dieses Buch ein 'Muß'! Zum Inhalt: Chicago, die schwarze Stadt, in den Augen der Ostküste ein zwar reicher, aber eher barbarischer Ort, dominiert vom Qualm und Rauch der schmutzigen Industrien, will die Weltausstellung von 1893 ausrichten. Der berühmte Architekt Daniel Burnham wird mit der Planung und Leitung der Ausstellungsarbeiten betraut. In Jackson Park, einer trostlosen Ödnis am Lake Michigan, soll ein Wunder erstehen, das die Weltausstellung von Paris von 1889 in den Schatten stellt. Und das in drei Jahren Bauzeit. Auf dem praktisch unbebaubaren Treibsand am Ufer des Sees entsteht das Gegenbild Chicagos: die Weiße Stadt. Die besten Architekten Amerikas entwerfen sie. In leuchtend weißem Stuck ersteht sie, tausendfach gespiegelt von Lagunen und Kanälen. Über dem Gelände erhebt sich das erste Riesenrad der Welt. Der Glanz zieht Tausende junger Frauen vom Land in die große Stadt. Sie suchen Arbeit und auch Vergnügen. Herman Webster Mudgett, ein Mediziner, der sich gerne Dr. Holmes nennt, findet in Chicago den besten aller Plätze für seine ganz persönlichen Vorhaben. Er ist ein gutaussehender Mann mit offen blickenden, sehr blauen Augen, die Vertrauen erwecken. Er ist charmant, höflich, und bezaubert die Frauen auf Anhieb. Und er ist der erste amerikanische Großstadt-Serienkiller ... ---------------------------------------------------------------- Fazit: Ein faszinierender 'True-Crime-Thriller'. Ein spannendes Spiel mit historischen Figuren tut sich auf. Ein wahres Lesevergnügen, in dem sich Fiktion und historische Wahrheit geradezu genial vermischen. Mit Superlativen soll man sorgsam umgehen und gegen Fehlurteile ist kein begeisterungsfähiger Mensch gefeit. Trotz alledem wage ich die Prognose: "Der Teufel von Chicago" von *Eric Larson* ist ein Roman von Weltniveau! Eine 'dicke' Empfehlung versendet - Reinhard Busse Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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