In dem Film "Teufel in Seide" spielt Lilli Palmer eine reiche Witwe u. Verlagseignerin, die sich in einen jungen Komponisten, gespielt von Curd Jürgens, verliebt u. umgekehrt. Die beiden heiraten u. in ihrer überschwenglichen, besitzergreifenden Liebe vereinnahmt Melanie, so heißt Lilli Palmer im Film, ihren Ehemann immer stärker u. stärker. Dies äußert sich unter anderem darin, das sie ihm alles vorschreibt, z.B. was er anzieht, welche Bilder er an die Wand hängen darf, mit welchen Gegenständen er sich umgeben darf, ja sogar mit welchen Menschen er sich umgeben soll. Die Krönung ist allerdings, daß er seine Tätigkeit als Komponist zugunsten eines Direktorenposten in ihrem Verlag aufgibt. So verliert er mehr u. mehr die Selbstachtung u. im Zuge dessen kommt es zu einer unbewußten Zuneigung zur Aushilfssekretärin in seinem Vorzimmer. Eine patente junge Frau, die das komplette Gegenteil zu seiner Ehefrau bildet u. die ihm das Gefühl gibt, daß er so wie er ist richtig ist ohne wenn u. aber. Melanie verlangt natürlich, daß er sich von der Sekretärin trennt u. sie entläßt, was er aber nicht will, weil er sich nichts vorzuwerfen hat, da er kein Verhältnis mit der Sekretärin hat. Melanie jedoch spürt, daß er ihr entgleitet u. sie drauf u. dran ist ihn an diese junge Frau zu verlieren. Da sie ihn zu sehr liebt oder das was sie dafür hält u. gewöhnt ist ihren Willen durchzusetzen kommt es daraufhin zu einer folgenschweren Eskalation der Situation. Die besitzergreifende "Liebe", bzw. das was Melanie unter Liebe versteht, würde jeder andere als krankhaft bezeichnen u. es zeigt einmal mehr, wohin so eine verhängnisvolle, falsch verstandene Zuneigung führen kann u. das Menschen gut daran tun es niemals soweit kommen zu lassen, allein um ihrer selbst willen.
Dank Lilli Palmer schafft der Film es mühelos diesen Typus Frau darzustellen, sie ist grandios u. es wird einem regelrecht angst u. bang, wenn man ihr so zusieht, sind die Grenzen zwischen echter u. falsch verstandener Liebe doch manchmal fließend.
Curd Jürgens in seiner Rolle als Komponist ist ebenfalls eindrucksvoll, obwohl ich etwas Mühe hatte anfangs ihm den "weichen" Schöngeist, u. als solchen kann man einen Komponisten ja durchaus ansehen, abzunehmen. Hingegen später, wenn er beginnt aufzubegehren, dann ist er wieder in seinem Element, immerhin ist Curd Jürgens ja bekannt gewesen für seine markant männlichen, dominanten Rollen. Die Dritte im Bunde ist Winnie Markus in der Rolle der Sekretärin, die ihre Rolle ebenfalls sehr gut spielt. Alles in allem ein sehr sehenswerter Film, den man zu Unrecht kaum im Fernsehen sieht. Dieses Schicksal teilt der Film aber leider mit etlichen tollen älteren Filmen, sehr, sehr schade !!! Vorallem, wenn man bedenkt was sonst heutzutage so "versendet" wird !!!
Als Bonus ist auf der DVD noch eine Dokumentation mit Curd Jürgens unter dem Titel "Curd Jürgens - Der Filmstar, der vom Theater kam". In dieser Dokumentation wird Curd Jürgens unter anderem von keinem Geringeren als Bernhard Wicki interviewt u. in vielen verschiedenen Rollen gezeigt. Ein Portrait, das man so sonst sicher nirgends zu sehen bekommt, u. daher eine Rarität !!!
Sie merken, der DVD-Kauf lohnt sich !!!