Die Begeisterung einiger Rezensenten über die wertige Anmutung dieser kleinen Boxen kann ich durchaus nachempfinden. Beim Klang kann ich die Euphorie nicht so ganz verstehen, gerade dann, wenn die Teufelchen mit vorherigen Brüllwürfeln Marke Billigheimer verglichen wurden. Das hieße aber Äpfel mit Birnen vergleichen und deswegen möchte ich einen kleinen Schatten werfen auf das viele Licht, das durch die Rezensionen scheint.
Zwar stimme ich zu, dass die Boxen beim bestimmungsgemäßen Gebrauch auf dem Schreibtisch einen erstaunlich fülligen und angenehmen Klang aufweisen, von "grollendem Bass" zu sprechen, erscheint mir jedoch übertrieben. Die kleinen Boxen bemühen sich, aus einem Volumen, mit dem das physikalisch kaum möglich erscheint, einen satten Bass zu erreichen. Diese Mühe hört man jedoch, sie spielen nicht frei und lebendig oder impulsstark auf. Dreht man übrigens die Lautstärke zurück, verschwindet auch die Fülligkeit, ein eigenartiger Effekt, der wohl daher kommt, dass die Reflexwege hoch gedämpft sind und bei geringen Lautstärken nicht mehr ansprechen. Es scheint auch so, als ob die Basswiedergabe ab einer bestimmten Schwelle mit steigender Lautstärke zunimmt. So können Filme durchaus eine angenehme mittlere Wohnungslautstärke haben, doch plötzlich lebt in einem Geräusch oder in einem Wort eines sonoren Sprechers ein Bass auf, der vor dem Hintergrund anderer Geräusche unnatürlich erscheint.
Die Höhenwiedergabe erfolgt modern und eher metallisch, so dass Klaviere, Geigen und andere Instrumente, von denen man weiß, wie sie klingen, sich eher elektrisch, "künstlich" erzeugt, anhören. Dies wird verstärkt durch eine quäkige Resonanz im Mittenbereich so bei 700 Hz, was Geigen eher nöhlen oder fast klarinettenartig klingen lässt oder Sprechern, noch auffälliger bei Sprecherinnen übrigens, eine zwar moderne, aber vorher nicht gekannte Nasalität verleiht. Weil es sich hier um Resonanzen handelt, treten sie als Verfärbungen nur auf, wenn sie als Ton angesprochen werden.
Schließlich verlieren die beiden Teufelchen auch die Wiedergabe präziser Ortung von Einzelinstrumenten innerhalb größerer Anordnungen, wenn man sie aus etwas größerer Entfernung (ab 2 m) oder lauter abhört, das klingt dann örtlich wie klanglich etwas verwaschen. Die sehr einfache Klangregelung mit einem Rändelrad kann keine Korrekturen erreichen, nur verschlimmbessern. So bekommt man das Quäken weg, hat dann aber keine Höhen mehr. Mit der Höheneinstellung werden auch tiefer liegende Frequenzen erfasst. Immerhin hat die Regelung eine fühlbare Mittelstellung mit Klick, wo keine Beeinflussung vorhanden sein soll. So eine Vorrichtung hatten meine ersten Kofferradios früher auch.
So weit mein Hörempfinden, wenn ich mit richtigen HiFi - Boxen oder Abhörboxen und nicht mit Brüllwürfeln vergleiche. Wie hier oft erwähnt, ist vielleicht für den Preis nicht mehr drin. So bin auch ich voll des Lobes, wie viel Klang durch die puristische Bauweise da noch herauskommt. Aber es klingt alles nicht so richtig echt, etwas oberflächlich. Es bleibt also wieder einmal dem Käufer überlassen, ob er nicht doch ein hochwertiges System anschafft oder mit diesem zufrieden ist. Klangpoltisch stellen diese Boxen aber den Anfang eines Weges zu mehr Klangqualität dar und markieren die Entscheidung der Käufer, sich künftig nicht mehr mit dem gewohnheitsmäßigen Hören an schlechten Boxen das Gehör oder das Urteilsempfinden zu versauern.
Der sparsamen Bauweise der Teufelchen muss auch das Abschaltknallen angerechnet werden, das zusammenschrecken lässt, wenn nicht über das Rändelrad aus der Elektroniksteinzeit, sondern über eine Steckdosenleiste abgeschaltet wird. Der Digitalverstärker im Innern kennt nur zwei Schaltzustände: Volle Spannungsausgabe oder keine (bzw. Plus oder Minus). Im Normalzustand wird zwischen den beiden Spannungspolen so schnell hin- und hergeschaltet, dass sich bei Stille ein unhörbarer mittlerer Zustand um den Nullpunkt zwischen den Spannungen einstellt. Beim Abschalten bricht die Betriebsspannung jedoch zusammen und hinterlässt kurzzeitig einen undefinierten Zustand in der Endstufe, die Lautsprecher werden impulsartig mit voller Leistung angesteuert, was sie langfristig zerstören kann. Andere Hersteller schalten in dieser Phase die Lautsprecher rechtzeitig mit einem Relais frei. Hier geschieht das praktischerweise nur über Noahs Rändelrad jenseits der Leisestellung. Ohne technische Eingriffe kann man daran nichts ändern, und deswegen gibt es für diesen konstruktiven Mangel Abzug, Sorry.