Jeder kennt es, jeder liebt es. Tetris war das Gameboy-Spiel der ersten Stunde, das im Lieferumfang jedes "alten" Gameboys mit dabei war und somit für eine ganze Generation das erste Video-Spiel überhaupt darstellte. Und selbst nach all den Jahren, die seither vergangen sind, sorgt dieses Spiel für die, die noch immer einen alten Gameboy oder einen entsprechenden Adapter für den Gamecube haben, noch immer für ungebrochenen Spielspaß und knifflige Action für Zwischendurch.
Dabei ist das Spielprinzip wirklich simpel. Von oben regnen nach dem Zufallsprinzip verschieden geformte Bauteile herab, die der Spieler in einem kleinen Schacht drehen und verschieben muss, bevor sie auf den Boden oder die bereits unten gestapelten Bauteile treffen. Und immer wenn eine oder gar mehrere Reihen aufeinmal lückenlos mit Baumaterial gefüllt ist, löst sich die Reihe auf und es gibt Punkte. Am meisten Punkte gibt es natürlich, wenn man gleich einen Block aus vier Reihen (Tetris genannt) aufeinmal zum verschwinden bringt. Erreicht der Bauteilstapel allerdings das obere Ende des Schachts, ist das Spiel vorbei.
In zwei verschiedenen Spielmodi muss man nun sein Geschick unter Beweis stellen. Modus A ist ein Endlosspiel, bei dem es gilt, möglichst viele Punkte zu sammeln, während die Geschwindigkeit der herabfallenden Bauteile stetig ansteigt. Im Modus B muss man jeweils 25 Bauteilenlinien zur Auflösung bringen, um zu gewinnen. Geschwindigkeit und Höhe des zu Spielbeginn bereits vorhandenen Bauteilhaufens können vom Spieler variiert werden. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad erweist sich dies durchaus als anspruchsvoll.
Langzeitmotivation verschaffen die kleinen Bonus-Sequenzen, die man als Spieler erhält, wenn man viele Punkte im A-Modus erreicht oder eine hohe Schwierigkeitsstufe im B-Modus meistert. Kleine Sequenzen von Raketenstarts erfreuen den erfolgreichen Spieler und belohnen ihn für seine Mühen.
Wer über zwei Gameboys, ein Linkkabel und zwei Tetris-Spiele verfügt, kann das Spiel auch im Multiplayer durchführen. Hierzu kann ich leider nichts sagen, da ich diese Möglichkeit selbst nie nutzen konnte.
Zu dem Spielspaß kommt auch noch eine der kultigsten Hintergrundmusikstücke in der Geschichte der Videospiele. Man kann zwar zwischen drei verschiedenen Musikstücken wählen oder die Musik ganz ausschalten, allerdings hat nur Musikstück A Kultstatus erreicht und einen großen Wiedererkennungswert.
Ein einziges Manko bleibt: Die Highscores bei Tetris werden zwar beim Spielen zwischengespeichert, gehen aber verloren, sobald man den Gameboy ausschaltet, sodass sie beim nächsten Mal nicht mehr zur Verfügung stehen. Das ist ärgerlich, wenn man einen besonders hohen Score erzielt hat, diesen aber nirgendwo im Spiel fixieren kann. Eine Speicherfunktion für die Highscores wäre hier nicht schlecht gewesen, lag vielleicht aber noch außerhalb der damaligen Möglichkeiten.
Insgesamt macht Tetris auch nach all den Jahren noch Spaß und ist nicht umsonst eines der besten und kultigsten Gameboy-Spiele aller Zeiten, das oft kopiert wurde , in seiner Originalität allerdings stets unerreicht blieb.
5 von 5 viel zu selten auftauchende lange Vierer-Bauteile.