Ich dünge seit inzwischen einigen Jahren ausschließlich mit PlantaMin ohne den vom Hersteller empfohlenen Cryptodünger (Wurzeldünger), da ich bei Wurzel-Tabs zu viel Angst hätte, dass meine Welse den ausgraben und mit einer Futtertablette verwechseln. ;-) Nein im Ernst: In der Natur gibt es auch niemanden, der Wurzeldünger-Tabs unter die Pflanzen schiebt. Ich denke, dass die Nährstoffe im Wasser durch Osmose auch so an die Wurzeln gelangen, denn meine Pflanzen wachsen seit Jahren wie wild. Und obwohl ich deutlich unter der Dosierungsempfehlung des Herstellers bleibe, muss ich das Becken regelmäßig entkrauten. Nach einem viertel Jahr ohne Gärtnern kommt ein ganzer Eimer völlig gesunder Pflanzenteile und Ableger zusammen. Algenbewuchs ist nicht sichtbar, d.h. Scheibenreinigung nie erforderlich, ich habe allerdings einige Algenfresser im Becken: Otos, Ancistren, Panaqolus, Amano-Garnelen und natürlich Turmdeckelschnecken. Aber vielleicht mögen die Algen auch mein huminsäure- und gerbstoffhaltiges Wasser nicht: Torffilterung des Wechselwassers, Erlenzapfen und Seemandelbaumblätter sowie wöchentlich eine Handvoll Herbstblätter von Eichen, Buchen und Ahorn regelmäßig direkt ins Becken. Resultat: bernsteinfarbenes Wasser, also eine Mischung aus Schwarz- und Weißwasser, in dem sich meine Südamerikaner wohl fühlen, d.h. Balzen, Laichen, Spielen in der Strömung, keine Krankheiten und unnatürlichen Todesfälle.
Auch eingeschleppte Lemna Minor (Wasserlinsen) vermehren sich wie wild und müssen wöchentlich abgekeschert werden. Ich reduziere sie dabei so, dass 1/3 der Wasseroberfläche bedeckt bleibt (Wasserlinsen ziehen Nitrat aus dem Wasser, die Fische mögen den Schattenwurf und die Amanos weiden gern die Wurzeln ab). Nach einer Woche ist die Hälfte der Oberfläche wieder bedeckt, nach zwei Wochen die gesamte Oberfläche, es kommen keine gelben Exemplare vor, d.h. das Nährstoffangbot ist reichlich. Meine Dosierung des PlantaMins liegt bei etwa der Hälfte der Herstellerempfehlung.
Natürlich gibt es anspruchslose und anspruchsvolle Pflanzen. Ob z.B. Anubia barteri mit meiner Düngemittelwahl und Dosierung zufrieden wären, kann ich nicht sagen, da meine drei Ancistren innerhalb von vier Wochen die Stengel aller zehn nach einer Neueinrichtung gepflanzten Anubien durchgebissen hatten (also mal eben knapp 100 ¤ verbissen haben). Andere Pflanzen wiederum kümmerten bzw. wuchsen nicht. Insgesamt gingen im Laufe der Jahre schätzungsweise 300 ¤ für Pflanzen drauf, denen es bei mir nicht gefiel, die mir ausgewachsen nicht gefielen oder die meinen Antennenwelsen zu gut gefielen. Mit den Pflanzen, die ich jetzt im Becken habe, könnte ich hingegen einen Handel aufmachen, denn ich muss regelmäßig Ableger entfernen, Blätter entfernen oder kürzen. Insgesamt kann ich jedoch keine Pflanzempfehlung geben, da es zu sehr von den unterschiedlichsten Kriterien (Beckengröße, Lichtintensität, Beleuchtungsdauer, Bodengrund, Wasserqualität) abhängt, ob eine Pflanze sich wohlfühlt (wächst und vermehrt) oder nicht. Hier muss jeder eigene Erfahrungen im eigenen Becken machen. Ich empfehle, vor dem Kauf zu Googeln, denn die Verkäufer in Zoomärkten haben i.d.R. keine Ahnung und erzählen sehr überzeugend Unsinn, der offensichtlich wird, wenn man es besser weiß oder wenn sich ein zweiter Verkäufer hinzugesellt und das Gegenteil erzählt. ;-) Mir wurde z.B. in einem großen Zoofachmarkt die oben erwähnte Anubia barteri empfohlen, weil die Bitterstoffe sie sicher vor Anfraß machen würden. Meine Antennenwelse hatten von dieser Theorie dummerweise noch nie gehört. ;-)
PlantaMin ist zumindest in meinem Becken und bei meinen Pflanzen als Alleindünger seit Jahren perfekt, deshalb fünf Sterne.