Kennen Sie eine Werbeagentur, die Jobsuchende formalen Kreativitätstests unterzieht? Zumindest in der Schweiz ist mir kein solches Unternehmen bekannt. Wo solche Einstellungstests eingesetzt werden, sagen uns auch Hesse und Schrader nicht. Aber aus ihrem einleitenden Loblied auf menschliche Kreativität erfährt der Leser, auf welchen Grundsteinen Kreativität beruht und wie sie unser Leben bereichert. Auch wenn für die Beweisführung ein längst überholtes Modell von den beiden Hirnhälften hinhalten muss, ermuntert die Einleitung dazu, sich der zahlreichen Übungen anzunehmen. Das macht Spass und gibt Hinweise auf die eigene geistige Flexibilität. Mehr nicht.
Eingeteilt sind die Tests in vier Kategorien: Assoziationen und Erfindungen, Sprache, Symbole und Bilder, Zahlen. Dort, wo es möglich ist und Sinn macht, finden die Trainierenden Lösungsvorschläge am Schluss des Buches. Die Übungsanleitungen sind kurz, knapp und klar. Und die reduzierte grafische Gestaltung wird dem Thema gerecht.
Mein Fazit: Wer nach Lust und Laune diese Testserien und Übungen durcharbeitet, wird zwar kaum sehr viel kreativer, aber kann danach zumindest seinen Verkalkungsstatus besser einschätzen. Für wenig Geld erhält man viel Material, das die wichtigsten Aspekte gängiger Kreativitätsdefinitionen abdeckt.