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Buchnotiz zu : Die Tageszeitung, 12.10.2001
Eigentlich findet Rezensent Ulf Imwiehe den Sammelbegriff "Beiträge Popkultur" ja reichlich vage, die Ansätze der Autoren dann aber griffig - und ihre Texte angesichts der notorischen Theorielastigkeit des Gewerbes angenehm unverkrampft. An drei Beispielen fächert er uns das Spektrum der Themen auf, die allesamt um die Frage nach der Zukunft der Popkultur und den Pop der Zukunft kreisen. So beklage etwa Thomas Venker in seinem Text über Musikjournalismus die Verstrickungen mit einer zunehmend auf Abschottung bedachten Musikindustrie und den wachsenden Warencharakter seines Arbeitsobjekts; er zeige aber gleichzeitig durchaus unkonventionelle Auswege. Interessant findet Imwiehe auch ein Interview mit den Produzenten Diego Badian und Günter Schroth über die skurrilen "Soundquellen" ihrer elektronischen Musik. Ihren Einsatz von Gameboys und Strichcodes hält der Rezensent für "schrulligen Jungskram einerseits, politisch aufgeladen aber nicht minder". Den gleichwohl marginalen Hintersinn in dieser Arbeit findet Imwiehe eher in einem Porträt des Künstlers und Regisseurs Chris Cunningham von Oliver Kreutzer. Kreutzer zeige sehr schön die Bedeutung von Cunninghams Arbeitsweise für "die daraus sich ergebende Referenz der Wahrnehmung und Realität". Das passt für Imwiehe bestens ins Konzept von testcard. Seine Gesamtnote: zukunftsweisend.
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Kurzbeschreibung
"Zukunftsmusik" fragt nach, wie sich Popkultur und deren einzelne Stile entwickeln könnten. Es geht um längst fragwürdige Begriffe wie "Innovation" und "Avantgarde", aber auch um soziale Fragen wie: Sind Subkulturen im herkömmlichen Sinne überhaupt noch möglich? Wird Provokation nur noch von rechts ausgehen? Werden sich die Forderungen aus der Gender-Debatte kulturell niederschlagen? Diese und andere Fragen werden allerdings nicht nur theoretisch, sondern im Gespräch mit Künstlern und Musikern erörtert. Es geht nicht um großspurige Millenniums-Spekulationen und "Future"-Optimismus, sondern um die praktische Anwendung kulturpolitischer Strategien.