Man hat den Eindruck, dass hier jemand über das Tessin schreibt, der gewohnt ist, immer nur das Teuerste und damit vermeintlich Beste zu wählen. Dazu kommt, dass die Autorin vermutlich vieles gar nicht selber erlebt, sondern statt dessen im Internet gestöbert und abgeschrieben hat.
Der besondere Übernachtungs-Tipp ist die Villa Principe Leopoldo, weil sie anscheinend den "puren Luxus" bietet. Beim Essen werden auch gerne die besseren Restaurants empfohlen. Die Tour mit der Postkutsche auf den Gotthard für 627,- SFR pro Person, die man sich "einmal im Leben gönnen sollte", passt ebenfalls in diese Kategorie.
Für Familien wird der Lido in Ascona und insbesondere die "Riesenfreude" auf der Wasserrutsche dort empfohlen. Jeder der Kinder hat, kann dieses Urteil kaum teilen. Der Lido in benachbarten Locarno dagegegen wird mit keinem Wort erwähnt. Hier sind die Rutschen und das ganze Bad nun aber wirklich nicht nur für Kinder etwas Besonderes.
Dazu kommen viele unstimmige Kleinigkeiten: das Schokoladenmuseum ist sehr gut, beschäftigt sich aber nicht (wie von der Autorin angegeben) mit der Geschichte der Schokolade. Das Castelgrande in Bellinzona ist sicher sehr sehenswert, aber die von der Autorin gespriesene Fahrt mit dem Aufzug zum Castel ausgesprochen trist, während der Fußweg zur Burg von der Stadt aus wirklich malerisch ist.
Schließlich fehlen häufig konkrete Angaben (zum Beispiel zu genauen Bademöglichkeiten am Luganer See, zu möglichen Wanderungen oder zu den Schiffsverbindungen auf die Brissago-Inseln - hier sind übrigens auch bei der Beschreibung in verschiedenen Kapiteln im Buch unterschiedliche Eintrittspreise angegeben). Insgesamt einfach zu schlampig, zu einseitig und zu wenig konkret.