Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gute Fernsehunterhaltung , 13. November 2008
Nach "Hogfather" gibt es nun die zweite Verfilmung eines Terry Pratchett-Romans. Genau genommen haben für "The Color of Magic" sogar gleich zwei seiner Bücher Pate gestanden, nämlich "Die Farben der Magie" und "Das Licht der Phantasie".
Erzählt wird die Geschichte vom Zauberer Rincewind, der jedoch so kläglich an der Universität gescheitert ist, dass er sogar raus geschmissen wurde. Schuld daran ist das Oktav, ein Zauberbuch, das einen seiner acht mächtigen Zaubersprüche in Rincewind gepflanzt hat. Der Spruch ist bei ihm nun sicher aufgehoben, allerdings ist in seinen Gedanken kein Platz mehr für weitere Zauberformeln. Gerade erst auf der Straße gelandet, trifft der Zauberer auf Zweiblum. Dieser eigenwillige Kerl in kurzen Hosen und einem Hawaii-Hemd ist der erst Tourist, den es bisher auf der Scheibenwelt gibt. Er will einfach alles sehen, was ihm spannend erscheint, ob das nun die Unsichtbare Universität oder eine Kneipenprügelei sind. Durch einen Zufall hat er sich Rincewind als Führer ausgesucht, der diese Arbeit nicht zuletzt als Auftrag von höherer Stelle annimmt.
Für diese beiden so verschiedenen Gestalten beginnt eine Abenteuerliche Reise, die sie sogar bis an den Rand der Scheibenwelt und darüber hinaus führt. Im Weg steht ihnen dabei lediglich Trymon, ein zwielichtiger Magier, der über Leichen geht, um Erzkanzler an der Unsichtbaren Universität zu werden. Er weiß von dem Zauberspruch, der sich in Rincewind verbirgt, und lässt ihn deswegen verfolgen. Denn er braucht ihn, um die absolute Macht zu erlangen.
Terry Pratchett ist mit Sicherheit einer der originellsten Fantasy-Autoren unserer Zeit. Seine Romane sind humorvoll, stellenweise sogar albern, und haben einen hohen Unterhaltungswert. Es ist eine Herausforderung, seine skurrile Welten in Form eines Films umzusetzen, die hier zwar recht gut gelungen ist, aber trotzdem einige Wermutstropfen aufweist. So merkt man zum Beispiel deutlich, dass es sich um eine Fernsehverfilmung handelt, für die nur ein begrenztes Budget zur Verfügung stand. Einige der Animationen sind zu schnell als solche zu erkennen und fügen sich nicht sehr flüssig ins Bild ein. Wer die Romane gelesen hat, wird außerdem merken, dass der Charakter von Rincewind stellenweise stark von der literarischen Vorlage abweicht.
Was hingegen gut gelungen ist, ist die Eigenständigkeit des Fernseh-Zweiteilers. Auch wer noch nie etwas von Pratchett gelesen hat, wird problemlos in seine Welt einsteigen können und keine Schwierigkeiten haben, der Handlung zu folgen. Für Fans ist es in jedem Fall eine Freunde, ihre Lieblingsbücher nun in Farbe und bewegt genießen zu können.
Im Vergleich mit "Hogfather" ist "The Color of Magic" deutlich bunter und verspielter ausgefallen. Der Tod spielt hier zwar auch eine Rolle, kommt aber nur am Rande vor. Wenn er auftaucht, hat man aber garantiert etwas zum Schmunzeln. Der Humor von Rincewind und Zweiblum entsteht vor allen Dingen durch ihre Naivität. Immer wieder geraten sie in Situationen, mit denen sie eigentlich komplett überfordert sind, die sie aber immer wieder dank außergewöhnlicher Hilfe oder schlicht durch Zufall meistern.
Fazit: "The Color of Magic" ist gute Fernsehunterhaltung, die, wenn man sie als solche sieht, auch wirklich Spaß macht. Man darf jedoch nicht zu viel erwarten oder sie zu sehr mit der Romanvorlage vergleichen.
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79 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Das ist NICHT Rincewind - weder optisch noch vom Wesen her!, 23. Oktober 2008
Wie schon viele Vorrezensenten fand ich "Hogfahter" hervorragend verfilmt. Leider ist dem gleichen Team die Verfilmung von "The Color of Magic" und "The Light Fantastic" nur ansatzweise gelungen.
Zunächst die paar kleinen "Ärgernisse", die ich aber mit gutem Willen (und den habe ich, was die Scheibenwelt betrifft) verdauen kann:
Ich halte es grundlegend für problematisch, zwei so dichte Romane in einen Film zu packen, noch dazu, wenn die Handlung nicht nur extrem gerafft, sondern buchstäblich durcheinandergewürfelt wird.
Die Besetzung entsprach bei den Hauptfiguren überhaupt nicht meinen Vorstellungen. Dies ist nun natürlich Geschmacks- und Phantasiesache und kann schlecht diskutiert werden. Rincewind war mir eindeutlig VIEL zu alt - in den meisten gezeichneten Publikationen (den Illustrationen von Kidby), auch in den Computerspielen etc. ist er ein nicht mehr ganz junger, schlacksiger, rothaariger Bursche - Zweiblum dagegen war mir zu jung. Gut besetzt waren Cohen, der Partizier und Herrena, sie waren ganz den Kidby-Illustrationen des Scheibenweltführers entsprungen. Umso erstaunlicher, dass man sich ausgerechnet bei der Hauptfigur Rincewind dann nicht an diese Vorlagen hielt, wenn man es schon bei den anderen so pedantisch getan hat. Denn auch dort ist Rincewind allerhöchstens Mitte 40.
Aber diese Details kann man, wie gesagt, mit gutem Willen und beim Genuss des ansonsten recht ansehnlichen Filmes übersehen. Ich habe mich mit der Zeit an den "alten" Rincewind gewöhnt.
ABER - und jetzt kommt der harte Kern meiner Kritik - ich finde, dass nicht nur das Aussehen, sondern auch das Wesen dieses grandios versagenden Zauberers im Film ÜBERHAUPT nicht getroffen wurde. Während die Romane mir einen trotteligen, etwas feigen, genervten, dabei aber derb ironischen und mit Bauernschläue gesegneten Rincewind präsentieren, der spätestens in Krisensituationen doch das Herz am rechten Fleck hat, liefert mir der Film einen - Verzeihung - alten abgehalfterten Penner; einen Duckmäuser, der stottert, verwirrt in der Gegend herumschaut, seinen Hintern nicht mehr von seinem Ellbogen unterscheiden kann, sich vor Angst in die Hose macht und überhaupt nur wenig liebenswert ist. Man kann bestenfalls Mitleid empfinden und möchte ihm im Altmännerwohnheim ne Hose und ein Hemd zustecken. Und das ist NICHT der Rincewind, den Pratchett gemeint haben kann, auch wenn er mit der Verfilmung zufrieden sein soll, wie ich gehört habe.
Dieses Übel kann ich leider nicht so einfach schlucken. Der Film ist sehenswert und wird auch wieder angeschaut werden, aber den Rincewind - MEINEN Rincewind - muss ich mir leider dazudenken.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Für Terry Pratchett-Fans, 17. November 2008
Das gleiche Produzententeam, das 2006 bereits "Hogfather - Schaurige Weihnachten" nach dem Roman mit dem deutschen Titel "Schweinsgalopp" geschaffen hat, zeichnet nun für eine weitere Pratchett-TV-Verfilmung verantwortlich. Dem rund drei Stunden umfassenden Zweiteiler liegen gleich zwei Romane zu Grunde, einmal der titelgebende "Die Farben der Magie" und außerdem "Das Licht der Fantasie". Da diese Bücher inhaltlich zusammen gehören, macht dieses Vorgehen auch Sinn. Dass in Anbetracht der beschränkten Laufzeit freilich nicht alle Romanszenen Eingang in die Verfilmung finden können und eine Adaption in ein anderes Medium zwangsläufig auch andere Änderungen mit sich bringt, versteht sich von selbst. Gerade das macht es allerdings Fans der Original-Vorlage oft schwer, eine filmische Umsetzung eigenständig beurteilen zu können. Während die Fans sich in diversen Internetforen in Diskussionen, ob die Verfilmung nun gelungen ist oder nicht, sehr uneins sind und gegenseitig zerfleischen, soll zumindest Terry Pratchett selbst mit dem Zweiteiler sehr zufrieden gewesen sein.
Fest steht, dass Regisseur Vadim Jean und seine Crew sich für Fernsehmaßstäbe sichtlich Mühe gegeben haben, was Special Effects und Bilder angeht. Als Schauspieler hat man zudem namhafte internationale Größen verpflichtet wie etwa Jeremy Irons und Tim Curry. David Jonas liefert als etwas vertrottelter und unfähiger Magier eine gute Performance ab, auch wenn durch ihn nach Meinung so manchen Rincewind-Anhängers eine der berühmtesten Figuren der Scheibenwelt etwas eigenwillig interpretiert wurde. Wer die Bücher nicht kennt, dem fällt dies freilich nicht auf - zum Film selbst passt die Charakterisierung jedenfalls. Die Rolle des Zweiblum spielt Sean Astin, den Fantasy-Fans vielleicht noch als Hobbit Samweis aus der "Herr der Ringe"-Verfilmung von Peter Jackson kennen. Auch an skurrilen Einfällen und dem typischen Pratchett-Humor wird nicht gespart: Es wird gemeuchelt, ein Zauberbuch dreht durch, in Ankh Morpork greift ein verheerendes Feuer um sich und am Rand der Welt sind Forscher damit beschäftigt, festzustellen, welches Geschlecht eigentlich die riesige Schildkröte hat, auf der die flache Scheibenwelt durch's Universum treibt: Chaos allerorts! Dass mit Zweiblum ein Scheibenwelt-Neuling Pratchetts bizarre Welt durchstreift, erweist sich als günstig für jene Zuschauer, die bislang mit diesem verrückten Fantasy-Reich noch nichts am Hut hatten, denn Rincewind kann für sie, ebenso wie für Zweiblum, Touristenführer spielen.
Ist der Zweiteiler deshalb ein Erfolg auf der ganzen Linie? Leider nicht wirklich, denn obwohl es knallbunt und rasant zugeht, fehlt "The Color of Magic" etwas von dem Charme, der "Hogfather - Schaurige Weihnachten" zu eigen war. Ob das nun daran liegt, dass der Stoff - bei den adaptierten Romanen handelt es sich immerhin um Pratchetts erste Gehversuche in der Scheibenwelt - einfach etwas schwächer war, die Fehler andernorts zu suchen sind oder es im Endeffekt doch nur eine Frage des Geschmacks ist, kann nicht abschließend beurteilt werden. Fest steht, dass es gerade Nicht-Pratchett-Lesern trotz der oben genannten Gründe wesentlich schwerer fällt, dem Zauber des Films zu verfallen. Ein bisschen enttäuschend ist auch, dass man - sieht man mal von diversen Trailern ab - nach Extras hier vergeblich sucht. Insofern ist "The Color of Magic" ein Film, den man mal gesehen haben kann, der aber hinter seinem Vorgänger deutlich zurück bleibt. Ob man ihn sich nun wirklich auf DVD zulegen muss und ins Regal stellt, kommt wahrscheinlich darauf an, wie sehr man Terry Pratchett-Fan ist.
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