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Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror
 
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Terrorkino: Angst/Lust und Körperhorror [Broschiert]

Marcus Stiglegger
3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 105 Seiten
  • Verlag: Bertz + Fischer; Auflage: 1 (Mai 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3865057012
  • ISBN-13: 978-3865057013
  • Größe und/oder Gewicht: 14,6 x 10,4 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 76.137 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Wenn es ein pauschal angefeindetes Kino gibt, dann ist es das des Blutes. In westlichen Gesellschaften gilt der schädigende Charakter expliziter Gewaltdarstellungen als ausgemacht, weshalb viele sie nur allzu gerne zugunsten einer besseren Welt ausgemerzt sähen. [Das Buch] steuert dem nun entgegen und setzt sich facettenreich mit jenen Filmen auseinander, die das Zeigen von Gewalt zum Inhalt haben. Stiglegger geht es um die Geschichte des Genres, um seine gesellschaftlichen Bezüge und seine tausend Verästelungen. Der Autor plädiert nachdrücklich für ihre grundsätzliche Existenzberechtigung als Fiktionalisierungen eines ebenso schmerzhaften wie bedeutsamen Themas bei der Abarbeitung an der conditio humana. Stiglegger betrachtet das Terrorkino fundiert nach formalen, soziologischen und philosophischen Gesichtspunkten. Klar ist jedenfalls, dass die filmischen "Versuchsanordnungen" die Realität allenfalls reflektieren und kommentieren – eine Realität, die weit abscheulicher ist, als es alles Blut im Kino je sein kann." (film-dienst) "Auch wer kein Freund dieser Art von "Metzelfilmen" ist, sollte einen Blick in den kleinen, feinen Essay-Band Marcus Stigleggers werfen, der das Thema gründlich behandelt. Mit genauer Kenntnis des Genres und profundem theoretischen Überbau untersucht der Filmwissenschaftler hier die psychologischen, soziologischen, philosophischen - zitiert wird unter anderem Georges Bataille - und ästhetischen Grundlagen jener Filme. Er bezeichnet sie als "Terrorkino" und wagt es dabei, auf sadomasochistischen Grundtendenzen in jedem von uns hinzuweisen. Ein schwieriges Thema, gewiss, das hier jedoch aus bewundernswert vorurteilsfreier Sicht betrachtet wird." (Neue Osnabrücker Zeitung)

Kurzbeschreibung

Mit dem weltweiten Erfolg der amerikanischen Filmreihen HOSTEL und SAW erfährt das Horrorgenre in Form eines zynisch anmutenden Terrorkinos gegenwärtig eine erstaunliche Renaissance. Auch aus Frankreich, Japan, Italien und anderen Ländern kommen ähnliche Produktionen. Von der Feuilletonkritik als "torture porn" verdammt, werden die Filme in Deutschland einer umfassenden Zensur unterworfen. Schaut man genauer hin, kann das Terrorkino als Spiel mit der Angstlust und den sadomasochistischen Fantasien des Publikums verstanden werden. Zudem reflektieren die Filme die Gewalteskalation und den Folterdiskurs nach 9/11 sowie den realen Schrecken eines globalisierten Kapitalismus mit seinem Krieg aller gegen alle. Stigleggers Essay untersucht die Ursprünge des Terrorkinos im Horrorfilm, erörtert Themen und Motive und bietet Ansätze für eine gesellschaftskritische und philosophische Lesart dieses geächteten Genres.

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Der Mainzer Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger ist einer der umtriebigsten Spurensucher in den dunklen Randgebieten des Kinos. In diesem Büchlein widmet er sich dem derzeit wohl umstrittensten Genre überhaupt, dem sog. torture porn (schon die Bezeichnung selbst ist ein Kampfbegriff): Filme wie die "Saw"- und die "Hostel"-Serie also, in denen mit nie gekannter Drastik gezeigt wird, wie Menschen gefoltert und gequält werden. Bisheriger Gipfelpunkt dieser Entwicklung ist für Stiglegger der französische Film "Martyrs", dem der Schlussteil des Buches gewidmet ist.
Stiglegger tritt als kritischer Anwalt dieser Filme auf. Dass es sich um ernstzunehmende Kunstwerke handelt, lässt er ebenso wenig außer Frage, wie er sie gegen Diffamierung und Zensur verteidigt. Den Nachahmungs-Diskurs streift er allerdings nur am Rande. Vorwiegend interessiert ihn, worin der Reiz dieser Filme liegt, warum so grausamer Stoff überhaupt ein Publikum findet. Wie der Untertitel bereits andeutet, liegt für Stiglegger dieser Reiz in der Möglichkeit einer körperlichen und psychischen Grenzerfahrung. Seiner Ansicht nach kann sich ein Zuschauer beim Betrachten solcher Szenen in die Position sowohl des Täters, der sich zum Souverän erhebt, wie des sich in Angst und Schmerz windenden Opfers versetzen. Die Annahme beider Rollen als ein "genießbares" Spiel setzt beim Zuschauer Reflexion und Distanz voraus.
Trotz des überschaubaren Umfangs ist der Essay ausgesprochen faktenreich. Zur Einordnung des besprochenen Genres schlägt Stiglegger einen weiten historischen Bogen - eine Tour de Force von den Anfängen des Horrorfilms durch die trashigsten Regionen des Exploitation-Kinos bis hin zum Avantgardefilm. Allein das macht die Lektüre schon lehrreich und inspirierend.
Argumentativ konnte mich das Buch nicht überall überzeugen. Der Aufhänger des Essays, die sehr ausführliche Beschreibung eines realen Mordfalls in den 60er Jahren, lässt eine deutlich gesellschaftskritischere Richtung der Argumentation erwarten. Doch Stigleggers Anmerkungen zur unter der bürgerlichen Fassade schlummernden Bestialität bleiben recht flüchtig, ebenso die Frage, inwiefern die besprochenen Filme als Spiegelbild gesellschaftlicher Verwerfungen zu lesen sind. Da bleibt mir vieles zu schlagwortartig. Nächster Punkt: Dafür, dass Stiglegger sich mit vielen seiner Thesen - allem voran mit der Unterstellung eines sadomasochistischen Verhältnisses zwischen Film und Zuschauer - im Grunde auf das Feld der Rezeptions- und Wirkungsforschung begibt, hat er m.E. kein genügend scharfes theoretisches Konzept vom Zuschauer. Und schließlich bekommen seine Ausführungen zum Heiligen und zur Transzendenz in "Martyrs" für mich eine zu esoterische Schlagseite. Allerdings: Ich gehöre zu den Lesern, die eine Lektüre als virtuelles Streitgespräch mit dem Autor ohnehin reizvoller finden denn als Common-Sense-Veranstaltung, von daher passt das alles schon.
Und bei allen Einwänden: Das größte Verdienst dieses Textes ist, dass es ihn überhaupt gibt. Dass ein unterschlagenes (häufig auch: beschlagnahmtes) Genre des Gegenwartskinos endlich die Diskussionsplattform bekommt, die ihm gebührt. Dafür trotz mancher Kritikpunkte gerne die Höchstnote.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
"Klein aber fein" 24. Juni 2010
Von Fabian O.
Merkwürdig, dass sich die Rezensionen meiner Vorredner vor allem um das Buch-Format dreht. Was spricht dagegen, Stigleggers Aufsatz als Buch zu veröffentlichen? Für eine Zeitschrift ist er zu lang, und anstatt darauf zu warten, ihn in einem Sammelband zu veröffentlichen, bringt man ihn in einem kleineren Format zügig heraus. Und so kurz ist der Text nun auch wieder nicht, immerhin mit Fotos 100 Seiten.

Abgesehen von den Reclam-Bänden (über deren Größe sich auch niemand beschwert) habe ich noch nie eine wissenschaftliche (und zugleich unterhaltsame) Publikation als buchstäbliches "Taschenbuch" gesehen. Daher war ich über die Größe vor allem positiv überrascht! An diejenigen, die das übersehen haben sollten: Die Größe des Buches ist oben unter Produktinformationen angegeben. Format hin oder her, der Text ist wirklich sehr gut geschrieben und der Autor kennt sich in der Materie bestens aus. Auch die Fotos sind sehr gut ausgewählt.
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Von Kaotiker
Von Amazon bestätigter Kauf
Kleines, aber feines Büchlein mit sehr viel Gehalt. Alle, die Horrorfilme mögen, müssen sich mit dem Vorwurf auseinandersetzen, dass diese Filme nur für Perverse sind. Stiglegger lässt sich davon nicht beeindrucken und gibt tolle Analysen und Sichtweisen zu Papier. Spannender Autor, dessen Filmartikel in diversen Zeitungen immer lesenswert sind.
Unbedingt zu empfehlen!
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