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Terrorist [Gebundene Ausgabe]

John Updike , Angela Praesent
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (28 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: rowohlt; Auflage: 2 (28. August 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498068857
  • ISBN-13: 978-3498068851
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (28 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 388.798 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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John Updike
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Ahmed ist nicht von dieser Welt -- und will so schnell wie möglich ins Paradies. Der 18-jährige Junge, der mit seiner irischen Mutter in New Prospect im US-Bundesstaat New Jersey aufwächst, will sich trotz seiner Schwäche für ein Mädchen aus dem christlichen Kirchenchor ganz und gar Allah verschreiben. Sein arabischer Vater hat die Familie in jenem Moment verlassen, als die Erinnerung an ihn hätte einsetzen können: Jetzt füllt der Koranlehrer Imam Scheich Rashid die Lücke aus. Er pflanzt in dem hoch intelligenten Jungen den Wunsch, statt eines Studiums lieber den Lkw-Führerschein zu machen, und vermittelt ihm eine Anstellung in einem zwielichtigen Möbelhaus, in dem die Sitzgarnituren manchmal Unmengen an Dollarscheinen enthalten, sofern die Adressaten „echte Gläubige Allahs“ sind. Nur Jack Levy, ein längst von seinem Gott verlassener jüdischer Schülerberater mit einer Schwäche für Ahmeds Mutter, glaubt noch an die weltliche Zukunft des Jungen. Der aber ist schon als Selbstmordattentäter mit einem Sprengstofflaster auf dem Weg in einen vielbefahrenen Tunnel, um möglichst viele der ungläubigen Teufel mit in den Tod zu reißen ....

“Es gibt genug Menschen, die vor der arabischen Bedrohung warnen”, sagte der Altmeister der US-Literatur John Updike im Umfeld seines Romans Terrorist. „Da mag man es mir zugestehen, den jungen Mann so sympathisch darzustellen, wie es mir möglich ist. Er ist mein Held. Ich habe versucht, ihn zu verstehen und seine Welt zu beschreiben.“ Dieser Versuch ist Updike uneingeschränkt gelungen -- so gut, dass man fast gewillt ist, seine Motive zu verstehen. Denn die amerikanische Gesellschaft, die Updike aus der Perspektive seines Protagonisten beschreibt, ist derart sinnleer, korrupt und sexualisiert, dass man ihr bei der Lektüre selbst eher Abscheu entgegen bringt.

Durch zwei Figuren aber ist es Updike gelungen, eine Art Gegengewicht zur konservativen Kulturkritik seines Romans zu schaffen: Da ist zum einen Joryleen Grant, das Mädchen aus dem Kirchenchor, das von ihrem primitiven Freund zur Prostitution überredet wird und für die Ahmed den Imam um jenen Beistand bittet, der als Hinterbliebener eigentlich seiner Mutter zustehen würde. Und da ist zum anderen Ahmed selbst, der am Ende aufgrund der Manipulationen islamischer Fundamentalisten und eingeschleuster CIA-Spitzel im Terroristenumfeld gleich doppelt einsam ist. Auch wenn Updike gegen Ende seine politische Parabel vom Krieg der Welten im dramatischen Showdown in einer unbefriedigenden privaten Lösung ausklingen lässt, ist Terrorist ein erschreckend eindringlicher, aufwühlender Roman über das, was vielleicht gerade in diesem Moment wieder irgendwo in einer westlichen Großstadt passiert. Große Literatur. --Thomas Köster

Aus der Amazon.de-Redaktion
Was treibt einen 18-Jährigen an, einen LKW in einem Straßentunnel in die Luft jagen zu wollen? 25 Plastiktonnen stehen in seinem Rücken, gefüllt mit einem Gemisch aus Dünger und Treibstoff. Das Umlegen eines Schalters genügt, um das Inferno auszulösen ....

Ahmed ist der Fahrer des Lasters. Er ist 1,80 Meter groß, redegewandt und klug, höflich, gepflegt in immer schwarzen Jeans und immer blendend weißen Hemden. Er ist das "Produkt einer rothaarigen amerikanischen Mutter irischer Abstimmung und eines ägyptischen Austauschstudenten". Er verbringt die letzten Tage vor seiner Tour mit dem Laster an einer High-School seiner Heimatstadt New Prospect im US-Staat New Jersey. Ahmed ist ein aufmerksamer Schüler mit guten Aussichten, nach seinem Abschluss einen qualifizierten Beruf auszuüben.

Updike baut die Spannung auf, hält sie weitgehend, und erzählt Ahmeds Geschichte mit der ihm eigenen stilistischen Eleganz. Lustvoll widmet er sich hierbei, wie fast immer in seinen Geschichten, den Details (nicht zuletzt in Liebesdingen).

Aber warum lässt sich ein scheinbar ganz normaler Amerikaner für einen solchen Anschlag gewinnen? Der Vater hat die Familie vor langer Zeit verlassen. Zwar hat Ahmed Mutter und Freunde, sein wahrer Lehrer aber ist Scheich Rashid, Iman einer Moschee. Das Amerika von heute, so der Prediger, sei vulgärer Kapitalismus, Schmutz, Sex und Korruption. Der Islam dagegen verkörpere Reinheit und Lauterkeit. Allah bringe Sonne in diese Finsternis. "Er ist das Licht, neben dem die Sonne schwarz wirkt." Nicht eine höhere Schule solle Ahmed besuchen, sondern eine Ausbildung zum LKW-Fahrer machen. Ahmed folgt dem Iman.

Updike präsentiert viele Gründe, die Ahmeds Weg in den Tunnel erklären könnten. Dennoch bleibt der Leser mit dem merkwürdigen Gefühl zurück, dass diese Figur irgendwie nicht ganz schlüssig ist. Manche seiner Sätze wirken künstlich, und man ist geneigt, dies nicht nur einer Verwirrung des Protagonisten, sondern dem Autor anzulasten. Es hat fast den Anschein, als käme Updike diesem neuen Typus des "Aussteigers" nicht nahe genug, um ihn wirklich von innen heraus beschreiben zu können. Und so passt dann auch der Schluss ins Bild, der ein wenig an einen Kolportageroman erinnert.

Letztlich muss jeder Leser die Frage für sich beantworten: Ist Ahmed einfach ein schwer greifbarer Charakter? Oder ist es Updike nicht gelungen, seinen Charakter zu erfassen? Doch selbst, wer Letzteres annimmt und sich darüber ärgert, kann sicher sein, dass er sich literarisch auf höchstem Niveau ärgert. --Hans Jürgensen, Literaturtest

kulturnews.de

Wo "Terrorist" drauf steht, muss nicht Action drin sein. Schon gar nicht das Bild vom bösen Islamisten. Der 18-jährige Ahmed, Updikes Protagonist im heruntergekommenen Städtchen New Prospect, wird von seinem Autor als sensibler Heranwachsender vorgestellt, der seinem Leben Sinn geben möchte. Wie es dazu kommt, dass er dann einen Laster mit einer Bombe nach New York steuert, leitet Updike subtil her. Der US-Schriftsteller zeichnet seine Figuren mit großer Tiefenschärfe, indem er häufig zur Methode des inneren Monologs greift. Schriftstellerisch brillanter aber ist er, wenn er seine Figuren argumentierend aufeinander loslässt. Vor allem das Ringen des Schülerberaters Jack Levy um den abdriftenden Ahmed steckt voller Spannung, weil Weltsichten aufeinander treten: hier der alternde und oft desillusionierte Jude, dort der junge, tief im Glauben verwurzelte Moslem. (jw)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von A. Wolf
Format:Gebundene Ausgabe
John Updike verdient als Autor der Gegenwartsliteratur höchste Anerkennung - und er dürfte bei der nächsten Verleihung des Literaturnobelpreises ein heißer Kandidat sein, neben oder gleich hinter dem anderen großen amerikanischen Autor, Philip Roth.

Doch um es gleich vorwegzunehmen, wer sich von diesem Roman einen tiefen Einblick in die Psyche eines Terroristen erwartet - womit der Roman ja gerne beworben wird - dürfte eine herbe Enttäuschung erleben. Was man bekommt, ist eine durchaus spannende und teilweise fesselnde Geschichte, nicht arm an eleganter Sprache, doch blasser als vieles von dem, wofür John Updike zurecht bewundert wird.

Wie Updike den Fundamentalismus schildert, wie er Ahmad portraitiert, ist differenziert, was Anerkennung verdient. Doch irgendetwas wirkt verworren! - Natürlich ist Ahmad menschlich gezeichnet, aber verstehen wir an seiner Zeichnung denn den Terrorismus? Erhellt Updike dieses Etwas im Menschen, das Terrorismus möglich macht? Nein, es scheint vielmehr, als hätte Updike zahlreiche Stereotypisierungen verwendet, um sie mittels einer profunden Charakterzeichnung zu entkräften. Aber das gelingt leider nicht so recht und daran krankt das gesamte Buch.

Gegen Ende dieses Romans scheint es gar so, als hätte Updike seine Geschichte nun rasch zu einem Ende bringen wollen. Die Spannung nimmt rapide zu, der Tiefgang ebenso proportional ab.

An alle Updike-Fans: Bitte nicht zu viel erwarten - des Lesens ist "Terrorist" aufgrund der Sprache allemal wert, aber ein großer Roman sieht anders aus.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ben
Format:Gebundene Ausgabe
Der Roman beschreibt wie Ahmed Mulloy bereits als Schüler von fundamental-islamischen Gedanken gefesselt wird und schrittweise zum Terrorismus verführt wird. Dabei werden die familiären Hintergründe, das soziale Umfeld und das Seelenleben von Ahmed so genau und einfühlsam beschrieben, dass seine Entwicklung zum Terroristen für den Leser gut nachvollziehbar und erklärlich wird. Vielleicht empfinden deswegen sehr strenge Rezensenten die Darstellung des Ahmed auch als klischeehaft und trivial. Mir ging es nicht so. Ich fand zudem das ganze Buch total spannend und sprachlich hervorragend geschrieben. Ich mochte es nicht mehr aus der Hand legen.
Westeuropäer, die im Fernsehen von fundamental-islamisch intendierten Bombenanschlägen und Selbstmordattentätern hören, stehen in aller Regel fassungs- und verständnislos vor diesen grausamen Taten. Aber auch die jungen Männer, die solche Taten begehen, hinterlassen bei uns Verständnislosigkeit: Wie kommt man dazu, so etwas zu tun und dabei auch noch sein eigenes Leben zu lassen? Updike ist das Kunststück gelungen, die Entwicklung eines jungen Mannes zu einem solchen Terroristen glaubhaft und nachvollziehbar darzustellen ohne jemandem die Schuld für diese verbrecherische Entwicklung in die Schuhe zu schieben. Weder die "Gesellschaft", noch die Verführer (Islamische Geistliche, Scheichs und Mittäter) des Ahmed oder die Religion des Ahmed werden als Sündenbock hingestellt. Auch Ahmed selbst mit seiner persönlichen familiären und psychischen Entwicklung wird nicht negativ dargestellt. Trotz dieser Positivdarstellung aller Rahmenbedingungen stellt der Roman die terroristische Tat selbst als ein verabscheuungswürdiges Verbrechen dar. Es gibt genügend Beispiele in Literatur und Schauspiel bei denen Bombenanschläge, Verbrechen oder Attentate so dargestellt werden, dass man am Ende mehr oder weniger Verständnis für Täter und Tat hat (McBeth, Schuld und Sühne, Stauffenberg-Attentat, Bader-Meinhof-Komplex). Ich kenne aber nur Updikes 'Terrorist' wo, trotz aller Erklärungen, die Tat ein Verbrechen bleibt und auch kein Ersatzsündenbock generiert wird.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
John Updike gehört zu den grössten Erzählern der amerikanischen Literatur und so wird die Messlatte natürlich sehr hoch gelegt. Auf den ersten 100 Seiten kommt Langweile auf, weil zu viele Belanglosigkeiten die Seiten füllen. Doch dann kommt endlich Spannung auf, allerdings sehr langsam. Die letzten 70 Seiten entwickeln sich dann zu einem Reisser und läuft Gefahr trivial zu werden. Vermutlich gehört dieses hochaktuelle Buch als Alterswerk von Updike zu den eher schwachen Romanen, doch ist es allemal besser als vieles was zu diesem Thema schon geschrieben wurde.
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Veröffentlicht am 1. April 2010 von W. Kander
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Veröffentlicht am 29. Oktober 2009 von Karin Urban
Spannend, politisch, aktuell, erhellend: Wichtig
LEIDER WURDE DER ROMAN AM 5 NOV 09 TRAURIGE REALITÄT
Die Tagesaktualität bestätigt die Wichtigkeit dieses Themas!!! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. Oktober 2009 von Daudimax
John Updike wird uns fehlen
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Veröffentlicht am 16. Juni 2009 von OldboY
Gut gemeint
Wenn Kunst das Gegenteil von gut gemeint ist, dann ist dieses Buch nicht gut. Gut gemeint hat es Updike. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 9. Juni 2009 von Diethelm Thom
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