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Terror: Roman
 
 
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Terror: Roman [Taschenbuch]

Dan Simmons , Friedrich Mader
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (78 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Allein schon diese Namen! ‚HMS Erebus’ und ‚HMS Terror’! Der Gott der Finsternis und der Schrecken selbst. Vielleicht hätte man die beiden Expeditionsschiffe Ihrer Majestät, diese gepanzerten Dampfmaschinen, mit hoffnungsfroheren Namen versehen sollen. So geriet auch dieses Detail zum bösen Omen einer Unternehmung, die im ewigen Eis ihrem schrecklichen Untergang entgegen sah. Als die Geschichte im Oktober 1847 einsetzt, steht der dritte Winter bevor, das Packeis hat beide Schiffe fest im Griff, der große Franklin war im Sommer unter dubiosen Umständen ums Leben gekommen. Die restliche Mannschaft zittert dem Wahnsinn entgegen. Als wäre es damit nicht genug des Horrors, hat Dan Simmons noch einige Monstrositäten ganz eigener Art auf Lager!

Die berühmt-berüchtigte dritte Franklin-Expedition auf ihrer Suche nach der Nordwestpassage, jenem sagenhaften Seeweg, der den Atlantik mit dem Pazifik durch das nördliche Polarmeer verbinden sollte. Inmitten dieser gnadenlos unwirtlichen Kulisse entfaltet Dan Simmons auf fast 1.000 Seiten ein derart frostiges und klaustrophobisches Kammerspiel, dass selbst der Fürst der Finsternis - Stephen King -, ins Schwärmen geriet. In fein ziselierter Sprache führt Simmons auf eine Bühne der inneren und äußeren Kämpfe. So zwischen Britanniens berühmtem Nationalhelden und Entdecker Sir John Franklin, dem müde gewordenen Kapitän der ‚Erebus’, dessen beste Tage hinter ihm liegen und Francis Crozier, dem weitaus fähigeren Kapitän der ‚Terror’, den das Schicksal des ewig Zweiten allmählich verbitterte. Nun, nach Sir Franklins Tod, schlägt seine Stunde!

Simmons’ biblisch dimensioniertes, in der Zeit hin- und herspringendes Logbuch, lässt sich auch als Dokument überschäumender Entdeckerhybris lesen. Berauscht von der eigenen Technologie, ignoriert man die simplen Überlebenstechniken der „wilden“ Inuit in einer lebensfeindlichen Umwelt, lässt aber allzu gerne den angstvoll geilen, viktorianisch prüden Blick über „Lady Silence“, eine mitreisende junge Inuit, schweifen. Naturwüchsigkeit versus britische Steifheit. Nicht zuletzt in diesem krassen Missverhältnis findet sich eine der Ursachen der Tragödie, die schließlich in Meuterei, Irrsinn und Kannibalismus ihren Niedergang findet. Auch seinem übernatürlichen Affen gibt Simmons immer wieder Zucker, indem er eine Art zähnefletschenden Yeti auf Opfersuche schickt. In solchen Passagen grüßt E. A. Poe herzlich um die nächste Schneewehe. 128 Seeleute machten sich im Mai 1845 auf den Weg zu ihrem größten Abenteuer. Man hat nie wieder von ihnen gehört. Simmons hat sich ihrer angenommen und eines der größten Rätsel der Arktisforschung mit seiner ganz eigenwilligen Deutung versehen. „Terror“ ist Simmons’Moby Dick. Ein großes Stück Literatur jedenfalls. -– Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

"Ein Meisterwerk! Man kann sich dem Sog dieses Romans nicht entziehen." (Entertainment Weekly )

"Dan Simmons ist ein brillanter historischer Roman gelungen. Es ist, als stünden wir an Bord von Franklins Schiff." (Toronto Globe )

"Grandios! Ein Buch von epischen Ausmaßen." (Publisher's Weekly )

Kurzbeschreibung

Das große historische Epos – ein einzigartiger Roman

England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit – die „Terror“ und die „Erebus“ – auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte.

Mit „Terror“ lässt Bestsellerautor Dan Simmons eine der geheimnisumwobensten Entdeckerfahrten der Menschheitsgeschichte lebendig werden: John Franklins Suche nach der Nord-West-Passage. Warum ist diese Expedition gescheitert? Wie konnten 130 Männer und zwei Schiffe verschwinden, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen? Welchem Schrecken, welchem Terror sind sie im ewigen Eis begegnet? Aus diesen bis heute ungeklärten Fragen formt Dan Simmons eine atemberaubend spannende Geschichte, einen Roman, der Sie auf eines der größten Abenteuer mitnimmt, das es je gegeben hat …

Klappentext

»Dan Simmons schreibt wie ein Gott! Ich kann kaum sagen, wie sehr ich ihn beneide.«
Stephen King

"Ein Meisterwerk! Man kann sich dem Sog dieses Romans nicht entziehen."
Entertainment Weekly

"Dan Simmons ist ein brillanter historischer Roman gelungen. Es ist, als stünden wir an Bord von Franklins Schiff."
Toronto Globe

Über den Autor

Dan Simmons wurde 1948 in Illinois geboren. Er schrieb bereits als Kind Erzählungen, die er seinen Mitschülern vorlas. Nach einigen Jahren als Englischlehrer machte er sich 1987 als freier Schriftsteller selbstständig. Zahlreiche seiner Romane – darunter "Sommer der Nacht", "Die Hyperion-Gesänge", "Ilium" und "Olympos" – wurden zu internationalen Bestsellern. Simmons lebt und arbeitet in Colorado, am Rande der Rocky Mountains.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Die Himmelsgeister greifen an, gerade als Kapitän Crozier an Deck seines Schiffes kommt. Schimmernde Lichtbögen zucken nach unten auf die Terror und weichen rasch zurück wie die schillernden Arme zorniger, aber unentschlossener Dämonen. Durchsichtige Knochenfinger strecken sich nach dem Schiff — und werden wieder eingezogen.
Die Temperatur beträgt minus fünfundvierzig Grad und fällt noch immer. Vor einer Weile ist Nebel aufgekommen, und in der einen Stunde schwachen Zwielichts, die ihnen noch als Tag geblieben ist, ragen die gekürzten Masten wie grob gestutzte, wipfellose Bäume empor und spiegeln das Polarlicht wider, das von einem kaum erkennbaren Horizont zum anderen tanzt. Marsstengen, Bramstengen, oberes Tauwerk und die höchsten Spieren haben sie gestrichen und eingelagert, um der Gefahr herabstürzender Eisbrocken vorzubeugen und zu verhindern, dass oben festfrierendes Eis das Schiff durch sein Gewicht zum Kentern bringt. Crozier beobachtet, wie die zerklüfteten Eisfelder um ihn herum blau aufleuchten, dann blutrot zerlaufen und schließlich grün erglühen, wie die Berge seiner Kindheit in Nordirland. Fast eine Meile vom Steuerbordbug entfernt, scheint der riesige schwimmende Eisberg, der die Erebus — das Schwesterschiff der Terror — den Blicken entzieht, aus einem frostigen inneren Feuer Farbe abzustrahlen.
Als er sich den Kragen hochzieht und in einer vierzig Jahre alten Gewohnheit den Kopf zurücklegt, um Masten und Tauwerk zu prüfen, bemerkt Crozier, wie kalt und starr die Sterne über ihm brennen,während diejenigen in der Nähe des Horizonts unstet flackern und sich verschieben,wenn man sie fixiert. In kurzen Sätzen rucken sie hin und her, auf und ab. Crozier hat dieses Schauspiel schon öfter erlebt — sowohl im fernen Süden zusammen mit Ross als auch bei früheren Expeditionen in arktischen Gewässern. Ein Wissenschaftler, der seinen ersten Winter im Eis mit dem Schleifen und Polieren der Linsen für sein Sehrohr zubrachte, erzählte Crozier damals auf der Reise zum Südpol, dass die Perturbation der Sterne wahrscheinlich auf die stark schwankende Brechungskraft der kalten Luft zurückzuführen sei, die schwer und unruhig über dem eisbedeckten Meer und den unsichtbaren gefrorenen Landmassen liegt. Mit anderen Worten: über neuen Kontinenten, die noch kein Mensch erblickt hat. Oder was die Arktis angeht, verbessert sich Crozier, zumindest noch kein Weißer.
Knapp fünf Jahre zuvor haben Crozier und sein Freund James Ross, der damalige Expeditionskommandant, solch einen unentdeckten Kontinent gefunden: die Antarktis. Meer, Eis und Land wurden nach Ross benannt. Berge wurden nach ihren Geldgebern und Freunden benannt. Den zwei Vulkanen, die sie am Horizont erkennen konnten, gaben sie die Namen ihrer zwei Schiffe — derselben zwei Schiffe —, und seitdem heißen die rauchenden Berge Erebus und Terror. Im Nachhinein wundert es Crozier, dass nicht noch irgendein Prachtstück der dortigen Geographie nach der Schiffskatze heißt.
Nach ihm selbst wurde nichts benannt. An diesem winterlich düsteren Oktobertag des Jahres 1847 gibt es auf Gottes weiter Flur keinen arktischen oder antarktischen Kontinent, keine Insel, Bucht oder Bergkette, keinen Meeresarm,Vulkan oder Eisschelf und noch nicht einmal eine gottverlassene Eisscholle, die Francis Rawdon Moira Croziers Namen trägt.
Doch das ist Crozier völlig schnurz. Tatsächlich fällt ihm erst beim Formulieren dieses Gedankens auf, dass er ein wenig betrunken ist. Na und, sagt er sich, als er ganz selbstverständlich sein Gewicht verlagert, um auf dem eisigen, zwölf Grad nach steuerbord und acht Grad zum Bug hin krängenden Deck Halt zu finden, schließlich bin ich schon seit über drei Jahren die meiste Zeit betrunken. Seit Sophia. Trotzdem bin ich selbst in besoffenem Zustand noch ein besserer Seemann und Kapitän, als es dieser armselige Unglücksrabe Franklin je war. Oder sein rosenwangiges, lispelndes Schoßhündchen Fitzjames.
Crozier schüttelt den Kopf und steuert über das vereiste Deck auf den Bug und den einzigen Wachposten zu, den er im Flackerschein des Polarlichts erkennen kann.
Es ist der kleine Kalfaterersmaat Cornelius Hickey mit dem verschlagenen Rattengesicht. Hier draußen auf Wache und ausnahmslos in die gleichen Kaltwetterplünnen gekleidet, ähneln sich die Männer alle: mehrere Schichten Flanell und Wolle, bedeckt mit einem schweren wasserdichten Überrock, bauschige, aus weiten Ärmeln ragende Fäustlinge, die dicke Welsh Wig mit Ohrenklappen tief ins Gesicht gezogen, und dazu oft noch ein langer, mehrfach um den Kopf gewickelter Wollschal, so dass nur noch die Spitze der frostgeplagten Nase zu sehen ist. Allerdings trägt jeder Mann seine Wetterplünnen ein wenig anders — etwa mit einem zusätzlichen Halstuch von zu Hause, einer zweiten, über die erste gestülpten Mütze oder vielleicht einem Paar bunter, von der besorgten Mutter, Frau oder Liebsten gestrickter Handschuhe, die unter den Marinefäustlingen herauslugen. Crozier hat gelernt, jeden einzelnen seiner sechsundfünfzig überlebenden Offiziere und Matrosen selbst aus der Ferne und im Dunkeln zu erkennen.
Hickey starrt wie gebannt über den von Eiszapfen bedeckten Bugspriet hinaus, dessen Spitze zehn Fuß tief in einem Kamm aus gefrorenem Seewasser steckt, da der Druck des Eises das Heck der Terror nach oben und den Bug nach unten geschoben hat. Der Kalfaterersmaat ist so in Gedanken oder in die Kälte versunken, dass er seinen Kapitän erst bemerkt, als der sich neben ihn an das Schanzkleid stellt, das sich längst in einen Altar aus Eis und Schnee verwandelt hat. An diesem Altar lehnt die Flinte des Wachpostens. Hier draußen bei dieser Kälte will niemand etwas aus Metall anfassen, auch nicht mit dicken Fäustlingen.
Hickey fährt leicht zusammen, als sich Crozier zu ihm beugt. Der Kapitän der Terror kann das Gesicht des sechsundzwanzig-jährigen Unteroffiziers nicht erkennen. Er sieht nur den dampfenden Atem, der durch die vielen Wollschichten um den Kopf des kleinen Mannes dringt und sich sofort in eine Wolke aus Eiskristallen verwandelt, in denen sich das Polarlicht spiegelt.
Im Winter wird auf dem Eis nicht salutiert, es gibt nicht einmal das beiläufige Tippen mit den Fingerknöcheln an die Stirn, mit dem ein Offizier auf See gegrüßt wird. Stattdessen bezeigt Hickey seinem Kapitän den schuldigen Respekt wie alle anderen mit einem schlurfenden Seitenschritt und einem Senken des Kopfs. Wegen der Kälte sind die Wachen von vier auf zwei Stunden verkürzt worden — und weiß Gott, denkt Crozier, auf diesem überfüllten Schiff haben wir dafür wirklich genügend Leute, selbst bei verdoppelten Posten —, doch Hickeys zögerliche Bewegungen machen klar, dass er halb erfroren ist. Wie oft hat Crozier den Wachposten schon eingeschärft, dass sie in Bewegung bleiben müssen — herumgehen, auf der Stelle treten, auf und ab hüpfen, wenn nötig, natürlich stets, ohne den Blick vom Eis zu nehmen.
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