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Terra Islamica: Auf der Suche nach der Welt meines Vaters
 
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Terra Islamica: Auf der Suche nach der Welt meines Vaters [Gebundene Ausgabe]

Aatish Taseer
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: C.H. Beck; Auflage: 1. Auflage. (27. Januar 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3406598226
  • ISBN-13: 978-3406598227
  • Originaltitel: Stranger to History. A Son's Journey through Islamic Lands
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,8 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 353.280 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Aatish Taseer
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Eine Reise in die islamische Welt unserer Gegenwart

Auf der Suche nach der unbekannten Welt seines muslimischen Vaters reist Aatish Taseer durch eine fremdartige "Terra Islamica". Seine Reise führt ihn von Istanbul über Mekka nach Pakistan. Am Ende, im pakistanischen Lahore, begegnet er dem Vater selbst, einem mächtigen Politiker und Medienzar ...
Spannender, geistreicher und überraschender ist man selten über den aktuellen Islam informiert worden.
Aatish Taseer ist mit seinem Buch - einer Mischung aus Reportage und persönlicher Erinnerung - ein bemerkenswertes Debüt gelungen, das in acht Sprachen zugleich erscheint und wochenlang die indische Bestsellerliste anführte. Aufgewachsen bei seiner nicht-muslimischen Mutter in Indien und dann vor allem in London und den USA sozialisiert, macht sich Aatish Taseer eines Tages auf den Weg, um die unbekannte Welt seines muslimischen Vaters und damit einen Teil seiner Ursprünge zu erkunden. Sein Bericht von dieser Reise ist auf meisterhafte Weise mit Episoden aus der Geschichte seiner indischen Familie verflochten. Die Reise wird für Aatish Taseer zunehmend zur Suche nach seiner Identität und kulminiert in der Begegnung mit seinem Vater in Pakistan, für den der Islam, wie sich herausstellt, weniger eine Frage des Glaubens als ein politischer und kultureller Machtfaktor ist.

Über den Autor

Aatish Taseer, geb. 1980, lebt als Journalist und Schriftsteller in London und Neu-Delhi. Seine Reportagen über junge Islamisten, u.a. für das TIME Magazine und die Sunday Times, haben international Aufsehen erregt.

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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Der Versuch einer Annäherung, 3. Februar 2010
Von 
Erzbergwerkszwerg - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Terra Islamica: Auf der Suche nach der Welt meines Vaters (Gebundene Ausgabe)
Aatish Taseers Buch hat mich zutiefst beeindruckt. Von der ersten bis zur letzten Seite.

Der Autor war gerade mal Mitte zwanzig als er sich auf die Reise begab. Sein Ziel war es, sich dem Islam und v.a. auch seinem Vater zu nähern.

Aatish Taseers ist in Indien ohne seinen Vater aufgewachsen, der ein pakistanischer Politiker und Geschäftsmann ist. Seine Mutter, eine indische Journalistin, hatte nur eine kurze Beziehung zu seinem Vater, so dass es für den jungen Mann kaum möglich war, ihn kennen zu lernen.

Erst als Jugendlicher nahm Aatish Kontakt zu seinem pakistanischen Erzeuger auf. Die Beziehung war schwierig. In einem Brief erläutert der muslimische Vater (der nicht besonders gläubig ist) seinem Sohn seine Ansichten zum Islam, den er v.a. als Kultur versteht. Daraufhin beschließt der junge Journalist, eine Reise in verschiedene Länder zu machen, die ihn zuletzt auch ins pakistanische Lahore, zu seinem Vater führen soll.

Von der Türkei, über Syrien, Saudi Arabien und den Iran landet er schließlich auch in Pakistan. Auf seinem Weg begegnet er verschiedenen Menschen, deren Leben unterschiedlich stark durch die Religion oder den Gottesstaat geprägt ist. Im Iran trifft er Menschen, deren Leben vorwiegend vom "Party machen" bestimmt wird, weil es für sie die einzige Möglichkeit darstellt, sich gegen das Regime aufzulehnen. Er nimmt die Verstörung wahr, die in dem Land herrscht und gerät selbst mit dem Staat in Konflikt, als sein Visum nicht verlängert wird und er dagegen Einspruch einlegen möchte. Verbotene Parties und Verhörsituationen - der Iran ist ein Land der Extreme. Aber auch Pakistan, das Land seines Vaters, ist von Gegensätzen und Extremen geprägt. Da gibt es die feudalistischen Landbesitzer, wie z.B. den Mangokönig, der riesige Besitzungen hat, die er teilweise nicht einmal bewässern kann und dessen Leben von Korruption (Gerichtsverfahren!) beherrscht ist. Es gibt die Abwertung Indiens und extreme Ansichten zu Israel. Und es gibt den Vater, der so fern bleibt.

Der junge Autor vermag die Stimmung in den einzelnen Ländern hervorragend einzufangen. Auch seine Betrachtungen sind klug und ausgereift, wenn er z.B. darüber nachdenkt, was es für "normale" (d.h. nicht übermäßig mutige) Menschen bedeutet, unter einer Diktatur zu leben (zusätzlicher Gewissenskonflikt!). Auch der Stil des Autors ist hervorragend. Er kann lebendig erzählen und klar vermitteln, welche Stimmung in den einzelnen Ländern herrscht.

Ich habe das Buch innerhalb von sehr kurzer Zeit gelesen und war absolut fasziniert von der Geschichte dieses jungen Mannes, der sich auf den Weg gemacht hat, um etwas über die Religion und die Kultur seines Vaters und über sich selbst herauszufinden. Gerade für junge Menschen eine tolle Lektüre! Unbedingt zu empfehlen!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Wo einst Glaube war, ist nur noch Hass" - Ein mutiges Buch, das dem Islam eine innere Reformation abverlangt, 3. April 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Terra Islamica: Auf der Suche nach der Welt meines Vaters (Gebundene Ausgabe)
Das vorliegende Buch des britischen Autors Aatish Taseer ist eine wichtige Stimme in einem zunehmend irrationaler werdenden Streit auch und gerade in den deutschen Feuilletons über die Rolle des Islam und dem Umgang insbesondere mit seinen fundamentalistischen, ideologischen und teilweise terroristischen Erscheinungsformen. Da ist der zunehmend selbst fundamentalistisch werdende Henryk M. Broder und seine islamkritische "Achse des Guten", die jede rationale Debatte über die eigenen Positionen ablehnt und den Islam als Quelle fast allen Übels diffamiert auf der einen Seite, und auf der anderen die von Broder seit Jahren zu Recht angegriffenen Abwiegler, die politisch Korrekten, die aus lauter angeblicher Toleranz wichtige Werte der Aufklärung und der westlichen Demokratie aufzugeben bereit sind und vor lauter Verständnis für die unterdrückten Moslems fast zerfließen. Zwischen den Feuilletons der Süddeutschen Zeitung und der FAZ gibt es darüber seit langem einen erbitterten Streit, der noch lange nicht zu Ende scheint.

Aatish Taseer kümmert das wenig, wenn auch die vielen Fragen nach seiner Identität, die ihm in Großbritannien gestellt werden, der Anlass für dieses Buch waren. "Terra Islamica" ist eine tatsächliche Reise in literarische Form gebracht, die Taseer unternommen hat zu seinen eigenen Wurzeln und seiner Identität. Sein Reisebuch hat mehrere Dimensionen. Zunächst besucht er auf der Suche nach seiner Identität eine Vielzahl religiöser Orte in der Türkei, in Syrien, aber auch in Saudi-Arabien und im Iran. Immer wieder forscht er danach und fragt unvoreingenommen, was es eigentlich heißt, ein Muslim zu sein. Und er wird seinen Vater kennen lernen, von dem ihn britische Journalisten unterwegs erzählt haben, er lebe in Pakistan als mächtiger Provinzfürst im Dunstkreis des Bhutto-Clans.

Am Beispiel dieses Vaters deckt Aatish Taseer schonungslos und für ihn sicher schmerzhaft die Doppelmoral des politischen Islam auf und damit auch die der politischen Klasse in Pakistan. Salman Taseer, der in einem Brief an seinen Sohn auch schon mal zugeben hat, mit dem Koran nichts anfangen zu können, trinkt Alkohol, isst Schweinefleisch und raucht. Als sein Sohn in einem Artikel einmal über den pakistanischen Hintergrund vieler Terroristen berichtet, wirft ihm der Vater vor, er beschmutze den Islam und Pakistan.

Am Ende einer langen, teilweise ausschweifenden Reise und schlussendlichen Auseinandersetzung mit seinen Vater, bricht Aatish mit ihm. Die Sollbruchstelle ist die Einschätzung des Holocaust und der Antisemitismus seines Vaters.

Dieser Antisemitismus ist für Aatish Taseer auch der Grund dafür, warum der Vater sich noch immer als Muslim sieht:

"In meinem Vater war keiner der einst mächtigen moralischen Imperative des Islam mehr lebendig. Dennoch war er Muslim. Er war Muslim, weil der den Holocaust anzweifelte, Amerika und Israel hasste, die Hindus für schwach und feige hielt und sich an der ruhmreichen islamischen Vergangenheit berauschte."

Dem politischen Islam stellt der Autor ein gnadenloses Zeugnis aus: "Wo einst Glaube war, ist nur noch Hass."

Für sich selbst hat er einen Weg gefunden, der vielleicht (hoffentlich ?) in vielen Jahrzehnten die interreligiöse Debatte entspannt haben wird. "Mischformen bereichern die Welt."

Ein wichtiges Buch liegt hier vor, das insbesondere in Indien große Debatten auslöste und durch seine gleichzeitige Übersetzung in mehrere Sprachen vielleicht auch international eine Wirkung erzielen kann. Es ist auf jeden Fall zu begrüßen, dass es immer wieder Autoren mit muslimischem Hintergrund gibt, die sich von Fatwas nicht abhalten lassen , ihre eigenen Kultur und Religion so etwas wie Aufklärung und Reformation abzuverlangen und dazu ihre mutigen Beitrag leisten.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln, 6. Februar 2010
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Terra Islamica: Auf der Suche nach der Welt meines Vaters (Gebundene Ausgabe)
"Man muss die Welt nicht verstehen, man muss sich nur darin zurechtfinden." An diese Aussage von Albert Einstein musste ich bei der Lektüre dieses Reiseberichts zu den eigenen Wurzeln immer wieder denken. Denn obwohl Aatish Taseer mehr als die meisten von uns unternimmt, um den Islam zu verstehen, bleibt am Schluss viel Ratlosigkeit zurück. Aber auf die drei großen Fragen "Wer bin ich?", "Wer ist der andere?" und "Wo ist mein Platz in dieser Welt?" fand er doch so viele mögliche Antworten, dass er sich näher gekommen ist. Der 1980 geborene Journalist und Schriftsteller Aatish Taseer ist zwar der Sohn eines muslimischen Vaters, weiß aber über seinen Erzeuger ebenso wenig wie über dessen Religion. Und als Taseer der antiislamischen Propaganda beschuldig wird, macht er sich auf die Suche nach der eigenen Identität.

In kulturellen und gesellschaftlichen Räumen sozialisiert, die mit dem Glauben seines Vaters wenig zu tun haben, möchte Aatish Taseer wissen, was ihn mit dem Islam verbindet und von ihm trennt. Schon bald erkennt er, dass sich auf eine Reise begeben muss, die ebenso faszinierend wie schmerzhaft ist. Kaum ein Bild, das ihm vorgehalten wurde und an das er bisher glaubte, stimmt mit dem überein, was er unterwegs sieht, hört und erfährt. Sein Vater ist kein gläubiger Muslim, sondern stellt die Religion in den Dienst seiner politischen Karriere. Und wenn er auf islamische Fundamentalisten stößt, muss Taseer erkennen, dass ihm ein solcher Glauben noch fremder ist als der seiner Eltern und Grosseltern. Das uneheliche Kind eines pakistanischen Politikers und einer jungen Journalistin bereist Länder und Städte, trifft die unterschiedlichsten Menschen, hört deren Geschichten zu und versucht mit wechselndem Erfolg, sich in all diesen Erzählungen selber zu entdecken.

Wenn dieses Buch in Indien auf so großes Interesse stieß, liegt dies sicher auch daran, dass Aatish Taseer für eine Generation spricht, die sich ebenso heimatlos fühlt wie er. Und er stößt auf Gehör, weil er nicht die Stellung eines Anklägers einnimmt, der zwischen Gut und Böse unterscheiden muss. Geschickt vermischt Taseer die formalen Elemente einer journalistischen Reportage mit ganz persönlichen Erlebnissen seiner Reise und Erinnerungen aus seiner Kindheit. Damit wird der Autor den Erfahrungswelten seiner eigenen Generation gerecht und kann auf schulmeisterliche Belehrungen verzichten. Wie stimmig das formale Konzept dieses Autors ist, zeigt sich zum Beispiel bei der Beschreibung seines Besuches in Mekka. Statt dem Leser die Widersprüchlichkeiten der islamischen Welt erklären zu wollen, lässt er ihn an den unterschiedlichsten Szenen teilhaben und in die Schriften des Religionsstifters blicken. Und weil uns der Beobachter seine persönlichen Gefühlsregungen ebenfalls mitteilt, bekommt seine Reise zu sich selber hohe Authentizität.

Den Missbrauch religiöser Werte bekommen wir mit, wenn Taseers Vater den Holocaust rechtfertigen will, islamische Gelehrte zu Wort kommen oder der Karikaturenstreit in Dänemark nochmals aufgerollt wird. Und aufschlussreich sind auch die Beschreibungen von illegalen Parties in Teheran, die von den islamischen Sittenwächtern je nach politischer Großwetterlage geduldet oder aufgelöst werden.

Mein Fazit: Da mein eigenes Bild der islamischen Welt und Religion primär durch wissenschaftliche Bücher und Nachrichtensendungen geprägt wurde, hat mich diese Mischung aus journalistischem Reisebericht und persönlicher Identitätssuche fasziniert. Denn Aatish Taseer legt mit seinen Geschichten Puzzlesteine auf den Tisch, mit denen ich neue Bilder zusammensetzen kann. Damit diese schöne Erfahrung auch andere machen, wünsche ich dem Buch von Aatish Taseer möglichst viele Leser. Und wer weiß, vielleicht ist darunter sogar jemand, der das Konzept übernimmt, um der Heimatlosigkeit entwurzelter Christen auf die Spur zu kommen.
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