Eine Operation zur Drogenbekämpfung hat US Marines Sergeant Justo Orozco in die Baja Wüste verschlagen, als die Apokalyse über die Erde hereinbricht und sein Team den Atompilz über San Diego wahrnimmt. Jahre später hat es den Marine in die Gemeinschaft der Überlebenden des Hotels Moldavia Los Angeles verschlagen, das von seinen neuen Bewohnern nun liebevoll Moldering Lost Ashes genannt wird. Obwohl Orzoco versucht seine Vergangenheit zu verdrängen und nur noch für sich zu leben, kann er sich seines Verantwortungsbewusstsein scheinbar doch nicht entledigen und hat sich der beiden Waisen Kyle Reese und Star angenommen.
Anderenorts versuchen John und Kate Connor derweil ihre Widerstandszelle zusammen und am Leben zu halten. Eine schwierige Aufgabe, da die Truppe des "Auserwählten" in Sachen Nachschublieferungen eine äußerst niedrige Priorität genießt. Die Connors und ihre Anhänger sind daher weitgehend auf sich allein gestellt, entwickeln allerdings einen gewieften Plan, um ihren Wert für das Oberkommando unter Beweis zu stellen. Ein Aufmarschgebiet Skynets, auf dem eine Fabrik für neue Terminatoren errichtet werden soll, ist das erklärte Ziel...
Ein Hugo-Award-Gewinner der sich an die Vorgeschichte zur Fortsetzung einer legendären Film-Saga heranwagt, diese Kombination hat durchaus etwas für sich. Von einem Timothy Zahn hätte man sich allerdings auch deutlich mehr erwarten können. Was Zahn mit "From the Ashes" vorgelegt hat ist unbestreitbar ein facettenreicher Einblick in die postapokalyptische Gesellschaft nach dem Judgment Day, doch die Verbindung zum Film und dessen von Alan Dean Foster geschriebener Romanadaption bleibt auf einige der Protagonisten wie die Connors, Barnes oder Kyle und Star beschränkt. Wirkliche Anknüpfungspunkte finden sich nicht.
Doch das hätte nichts gemacht, wäre Zahn nicht der Idee verfallen oder gezwungen gewesen nach dem Prolog einen derart abrupten Zeitsprung zu vollziehen, ohne in Rückblenden zu zeigen wie das zweifellos interessante Leben Sergeant Orzocos zwischendurch verlaufen ist. Die Aufgabe eine Verbindung zwischen Terminator 3 und 4 zu schaffen scheint also nicht Aufgabe des Buchs zu sein, wobei man sich von einer "gut gemachten" Vorgeschichte genau das erwarten würde. Von der Vorgeschichte bleibt wenig mehr als eine Geschichte, die im Vorfeld des Films angesiedelt ist.
Dazu noch eine eher mäßig spannende Story, die sich (typisch Zahn) die Action möglichst fürs Finale aufspart. So explosiv wie es mit dem Untergang San Diegos begann wird es also erst relativ spät wieder. Bis dahin spielt Zahn eines seiner großen Talente aus, nämlich den Leser in eine ferne Welt zu entführen, die er unserer heutigen gegenüberstellt. Zahn beschäftigt sich viel mit der Charakterisierung der Überlebenden und ein wahrer Höhepunkt ist in diesem Zusammenhang die Gegenüberstellung des US Marines Sergeant Orzoco mit dem Widerstands-Sergeant Barnes. Es treffen zwei Welten aufeinander, in denen es egal ist was man "vorher" war und nur zählt wer man "jetzt" ist. Zahns Sozialstudie ist gewissermaßen der Kern des Buchs und ein sehr gelungener wie ich anmerken darf. Doch auch wenn er sich redlich bemüht hat eine dichte Atmosphäre aufzubauen und dem Leser dieses düstere Zukunftsszenario näher zu bringen, es fehlt einem dann doch manchmal die Action der Filme als Ablenkung vom "postapokalyptischen Gezänk" unter den Überlebenden.
Fazit:
Ein gelungener Einblick in die postapokalyptische Gesellschaft nach dem "Tag der Maschinen", der allerdings keine wirkliche Vorgeschichte zum Film darstellt.