Sergeant Justo Orozco von den US Marines nimmt mit seiner Einheit gerade an einer Operation zur Drogenbekämpfung der DEA in den Weiten der Baja Wüste teil, als die Apokalypse über die Erde hereinbricht und bereits ein Atompilz über San Diego zu sehen ist. Wenige Jahre später haben sich die kläglichen Überreste des US Militärs weitgehend unter der Führung des Widerstands vereinigt, welcher allerdings auch tausende Freiwillige und Überlebenskämpfer vereint hat, die nun gemeinsam für die Menschheit zu den Waffen greifen. Doch Sergeant Orozco kämpft lieber für sich selbst und hat sich einer der vielen Kolonien Überlebender angeschlossen, die sich in einem abgewrackten Hotel einquartiert hat. Obwohl der Sergeant versucht seine Vergangenheit als Führungsperson zu verdrängen, so hat er sich doch der beiden Waisen Kyle Reese und Star angenommen.
Während Orozco versucht mit den Widrigkeiten des Lebens in postapokalyptischen Gesellschaft fertig zu werden, haben Kate und John Connor größte Mühe ihre Widerstandszelle zusammen zu halten. Eine Aufgabe die nicht leichter wird nur weil John von sich als "Auserwählten" reden macht. Trotz Johns intimer Kenntnisse über Skynet traut ihm das Oberkommando nicht allzu weit und verweigert seinen Leuten immer wieder drigend benötigte Nachschublieferungen. So sehen sich die Connors gezwungen mit einem verheerenden Schlag gegen ein Aufmarschgebiet Skynets ihren Wert unter Beweis zu stellen...
Als Hugo Award-Gewinner gehört Timothy Zahn zur Elite der amerikansichen SciFi und Fantasy-Autoren, wer sein Werk kennt weis auch was man von "einem Zahn" erwarten kann und so erscheint die Kombination Timothy Zahn und Terminator grandios. Ein Top-Autor wagt sich an eine legendäre Film-Saga heran und könnte der Pseudo-Vorgeschichte zum ersten Terminator-Sequel doch so etwas wie Glanz abringen, den man bei der Verfilmung vermisst hätte. Doch leider kommt bei "Nach dem Feuer" wohl der Nachteil solcher Franchise-Auftragsarbeiten zum Tragen, denn als Tie-in will das Buch gar nicht funktionieren. Die Verbindung zum Film bzw. Alan Dean Fosters Romanadaption desselbigen bleibt auf die Protagonisten wie Barnes, Kyle, Star oder den Connors beschränkt. Die Hauptrolle scheint allerdings Sergeant Justo Orozco zu spielen. Anstatt sich mit John Connor zu beschäftigen, der in Terminator 4 ziemlich blasse Eindrücke hinterließ und ihm mit Skynet einen genialen und sehr fremdartigen Antagonisten entgegenzusetzen, dreht sich "Nach dem Feuer" primär um das Leben nach dem Tag X. Damit wurde schon viel Potential verspielt, wenn man Zahns Erfolg mit brillanten Strategen als Schurken (Großadmiral Thrawn in Zahns legendärer Thrawn-Trilogie, die jedem Fan der Star Wars-Romane ein Begriff ist) bedenkt. Es mag wohl daran gelegen haben dass man Zahn keine schlüssigen Informationen zu Skynet liefern konnte, dass die Rolle dieses körperlosen Feindes der Menschheit quasi auf reine Erwähnungen beschränkt bleibt.
Da verschenktes Potential durchaus verschmerzbar ist, wiegt all das noch nicht so schwer. Wäre da nicht dieser Zeitsprung zwischen Prolog und eigentlicher Handlung, der völlig offen lässt was mit Orzoco und dessen Team nach der Revolution der Maschinen geschehen ist. Mit Rückblenden hätte man zweifellos sehr viel tun können um die Lücke zwischen den alten und neuen Terminator Filmen zu schließen. Doch wie gesagt, "Nach dem Feuer" will scheinbar gar keine Vorgeschichte sein, sondern gibt sich mehr als irgendein beliebiger im Franchise angesiedelter Roman mit ein paar bekannten Gesichtern.
Kommt noch eine eher mäßig spannende Story hinzu, die sich (typisch Zahn) Action-Sequenzen möglichst für das Finale aufspart. So explosiv wie es mit dem Untergang San Diegos begann wird es also erst relativ spät wieder. Bis dahin spielt Zahn eines seiner großen Talente aus, nämlich den Leser in eine ferne Welt zu entführen, die er unserer heutigen gegenüberstellt. Zahn beschäftigt sich viel mit der Charakterisierung der Überlebenden und ein wahrer Höhepunkt ist in diesem Zusammenhang die Gegenüberstellung des US Marines Sergeant Orzoco mit dem Widerstands-Sergeant Barnes. Es treffen zwei Welten aufeinander, in denen es egal ist was man "vorher" war und nur zählt wer man "jetzt" ist. Zahns Sozialstudie ist gewissermaßen der Kern des Buchs und ein sehr gelungener wie ich anmerken darf. Doch auch wenn er sich redlich bemüht hat eine dichte Atmosphäre aufzubauen und dem Leser dieses düstere Zukunftsszenario näher zu bringen, es fehlt einem dann doch manchmal die Action der Filme als Ablenkung vom "postapokalyptischen Gezänk" unter den Überlebenden.
Fazit:
Ein gelungener Einblick in die postapokalyptische Gesellschaft nach dem "Tag der Maschinen", allerdings keine wirkliche Vorgeschichte zum Film.