Ein weiteres trauriges Beispiel und somit eine erneute Warnung für die Zukunft hinsichtlich übler Kinofilmableger auf Spielkonsolen erreichte uns im Jahr 2004, der Name des einfach nur sehr schlechten Videospiels? Terminator 3 Rebellion der Maschinen. Da der Kinostreifen nun einmal weltberühmt ist, verwunderte es nicht, dass sowohl PS2-Jünger als auch X-Box-Fans mit diesem Titel bedacht wurden. Der direkte Weg in die Mülltonne ist hier definitiv angebracht bzw. vorab ein Ignorieren dieses Games die beste Lösung. Dass kein Multiplayerpart berücksichtigt wurde, ist normalerweise ein Negativpunkt, doch in diesem Fall fast schon besser so, da wahrscheinlich weniger potentielle Käufer angelockt und somit enttäuscht worden sein dürften. Wie dem auch sei, eine Beurteilung dieser Videospiel-Missbildung fällt leicht, denn in quasi allen Belangen, die von elementarer Bedeutung bei einem Game sind, wurde gepatzt. Demzufolge stellte sich für mich lediglich die Frage, in welcher Reihenfolge ich Euch die Serie an Fehlern darstellen würde.
Wie angesichts des Kinovorbildes nicht anders zu erwarten, befinden wir uns hier bei Terminator 3 mittendrin im Actiongenre. Wir haben die (zweifelhafte) Ehre, in die Haut des bärenstarken Titelhelden zu schlüpfen, um in insgesamt über zwanzig Missionen unzählige bitterböse Cyborgs zu eliminieren. In Anlehnung an den Film unterscheiden sich die einzelnen Aufträge in punkto Zielsetzung, Kennern der Filmvorlage wird das Eskortieren des (zukünftigen) Rebellenführers John Connor sicher noch in Erinnerung sein, diesem darf auf keinen Fall etwas zustoßen. Davon ab zerstören wir nicht nur Armeen an Robotern, sondern machen uns unter anderem auch auf die Suche nach sehr nützlichen Ersatzteilen, welche uns im weiteren Verlauf des Spiels weiterhelfen. Doch es wird in diesem Science-Fiction-Spektakel nicht nur wüst durch die Gegend geballert, auch der Einsatz von derben Faustschlägen, mächtigen Tritten und spektakulären Würfen sind mit von der Partie, die sich zuweilen zu noch effektiveren Kombos ausbauen bzw. verbinden lassen.
Letzteres hört sich allerdings weitaus besser an, als es in Wahrheit ist, die Realität sieht erschreckend bieder bzw. nicht selten erbärmlich schlecht aus: Animationen, die phasenweise selbst für die alte Playstation eine Beleidigung gewesen wären, eine extrem lahme Steuerung, die weder Anspruch noch Spielfreude aufkommen lässt und jeden Actionfan nach wenigen Minuten entweder zur Weißglut treiben oder zu ausgiebigen Lachanfällen verleiten wird. Die Kameraführung ist zudem wahrlich nicht immer auf Zack und wird selbst den hartgesottenen Actionfreaks oder diejenigen, welche ein Faible für Arnie haben sehr zügig mächtig auf den Keks gehen oder vornehm(er) ausgedrückt: am Nervenkostüm zehren. Besonders tragisch im Hinblick auf das Überleben unseres Helden ist das jedoch nicht, denn die Feinde agieren fast durchweg stark verblödet und stellen trotz unterschiedlicher einstellbarer Schwierigkeitsgrade so gut wie nie eine ernsthafte Herausforderung dar. Schwach, sehr schwach sogar. Von motivierenden Spielelementen somit keine Spur.
Doch damit noch nicht genug, die Kette an total verhauenen Elementen ist noch nicht vorüber. Es hapert nicht nur gewaltig an der Handhabung des actionreichen Prozederes, auch die Präsentation an sich ist größtenteils grauenhaft: detailarme Texturen im Hintergrund, schwach überaus animierte (wie bereits erwähnt) Figuren, die unentwegt zu lahmen scheinen und generell eine Grafikauflösung, die eines Playstation-2-Spiels einfach nicht würdig ist. Die Bezeichnung der Optik als unterdurchschnittlich wäre noch geschmeichelt, so und nicht anders sieht es aus. Dass weder 16:9-Breitbildformat noch 60-Hertz-Modus berücksichtigt wurden, passt daher gut ins Bild, daran ändern die immerhin vorhandenen deutschen Bildschirmtexte (natürlich) nichts. Zu guter letzt ruckelt es des Öfteren merklich, wobei man sich fragt, weswegen eigentlich. Denn beansprucht wird die Hardware der PS2 angesichts der schlappen Grafik zu keinem Zeitpunkt. Der Grund liegt klipp und klar in einer sehr schlampigen Programmierung. Auch die Soundkulisse enttäuscht, zumindest hier war angesichts der Filmvorlage deutlich mehr zu erwarten gewesen. Stattdessen herrscht nur ein sehr laues Lüftchen, welches weder inspiriert geschweige mitreißen kann. Dies gilt sowohl für die Hintergrundmelodien als auch die Außengeräusche und dies, obwohl wir eine Unterstützung von Digiklängen vorfinden. Auch hier gibt es nichts Positives zu berichten.
Alles in allem enttäuscht Terminator 3 Rebellion der Maschinen auf der ganzen Linie. Nicht nur, dass uns dieses Actionspiel erbärmlich präsentiert wird und zu keinen Zeitpunkt mit Highlights aufwarten kann, es offenbaren sich zudem nach kurzer Zeit faustdicke Mängel im Hinblick auf die Handhabung. Sowohl in technischer als auch spielerischer Hinsicht ist es kaum zu glauben, es mit einem PS2-Titel zu tun zu haben. Oberflächlich dahingeschludert, schlampig, lausig, hässlich, grotesk oder wie auch immer man dieses Game bezeichnen möchte, es muss ein weiter Bogen um diesen Mist gemacht werden, es sei denn, man ist ein Liebhaber ausgewachsenen Videospiel-Trashs. Spielspaßwertung: 28%.
PLUS ---> Handlung ist aufgrund vorhandener Originallizenz eng an die Kinofilmvorlage angelehnt, hoher Actiongehalt nahezu ohne Verschnaufpause
MINUS ---> Erbärmliche Präsentation: oft hässlich und nicht selten mit Rucklern, Macken bei Kamera und insbesondere Steuerung, Gegner komplett verblödet, sehr stupides Gameplay, kein Multiplayer