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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine sehr viel versprechende und gelungene Aufnahme!, 15. Juli 2005
Auf einen lyrischen Tenor wie Joseph Calleja hat die Opernwelt lange gewartet, einen jungen Tenor mit kraftvoll-männlicher Klangfülle, feinem Vibrato und der Gabe zu klarer Interpretation. Ihm könnte man zutrauen, eines Tages die Nachfolge der drei großen Tenöre, Placido Domingo, Luciano Pavarotti und Jose Carreras, anzutreten. Der Malteser Joseph Calleja stammt nicht einmal aus einer besonders musikalischen Familie. Doch wie kommt er dann zum klassischen Gesang und zur Oper? Er sieht einen Film mit Mario Lanza über das Leben Carusos und hört später eher zufällig eine CD mit Aufnahmen von Pavarotti. Kurz darauf sang er dem Leiter des Opernchores vor und würde prompt als zweiter Tenor für den Chor genommen. Dazu erhielt er Klavierunterricht und Musiktheorie. Damals war er bereits fünfzehn Jahre alt. Ein Jahr später begann er eine Ausbildung bei Paul Asciak. Der renommierte maltesische Sänger erkannte sein außergewöhnliches Potential und schulte sein Bewusstsein für die stilistischen Möglichkeiten der Tenorstimme. Calleja ging durch eine harte Schule, doch er sah schnell die Notwendigkeit ein, erst mit kleinen Dingen anzufangen und nicht direkt nach den Sternen zu greifen: "Das Erste, was ich lernen musste, war, dass Oper etwas mit Disziplin zu tun hat. Und, wissen Sie, Disziplin war nicht gerade meine Stärke. Ich wollte gleich die ganz großen Sachen singen: Puccini und Verdi. Aber mein Lehrer ließ mich irgendwelche Chorlieder üben - und ich dachte, was ist das denn für Musik? Aber dann habe ich gelernt, auch diese Musik zu schätzen." Den Großteil der Stücke auf seiner ersten CD hat Calleja bereits auf der Bühne gesungen. Den Anfang macht die Arie „Lunge da lei...De' miei bollenti spiriti..." aus La Traviata. Von Beginn an ist man fasziniert von dem ungewöhnlichen Timbre, einer jugendlichen und doch sehr männlich ausgeprägten Klangfülle in der Stimme mit einem feinem Vibrato und einer absolut klaren und deutlichen Interpretation. Dies wird besonders deutlich in den fünf Stücken aus Verdis Rigoletto. Aber auch in den weiteren Arien aus La Traviata und Macbeth kann man seine feine Technik spüren. Von Donizetti singt er jeweils Stücke aus L'elisir d'amore und Lucia Di Lammermoor, welche er ebenfalls bereits auf der Bühne dargeboten hat. Die Arien von Cilea und Puccini stammen aus Opern, welche Joseph Calleja bisher noch nicht in sein Bühnenrepertoire aufgenommen hat. „Insgesamt sind diese Opern jetzt noch zu schwer für mich. Das bedeutet nicht, dass man nicht schon einmal ein wenig hineinschnuppern kann, und genau das habe ich mit diesen drei Arien getan" sagt er selbst. Seine Stimme ist sein Kapital und deshalb wird er sorgsam mit ihr umgehen und sie weiter ausbilden und sich nicht zu schnell an die anspruchsvolleren Rollen heranwagen. „Man sagt über mich: 'Der ist clever, wartet noch mit den schweren Sachen.' Natürlich! Ich habe ja nur diese eine Stimme. Wenn ich die kaputt mache, dann war's das" bekannt er. Lyrische Partien wie der Alfredo aus Verdis "La Traviata" sind zur Zeit erst einmal das, was er sehr mag, was ihm liegt als leichter, lyrischer Tenor. Dennoch, man hört natürlich, dass gerade die Höhen schon Mühe machen, die Anstrengung ist zu spüren. Er wird noch hart an sich arbeiten müssen um vielleicht wirklich in die Eingangs erwähnten großen Fußstapfen treten zu können, aber die Veranlagung und die Möglichkeiten besitzt Calleja in jedem Fall. Diese erste Einspielung Callejas weckt die Hoffnung und Begierde, in der Zukunft noch viele weitere, in der Qualität noch höher stehende Aufnahmen von ihm genießen zu können. Hoffentlich...!
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