Kurzbeschreibung
Dies ist die glänzend erzählte Geschichte eines Mannes von den Kanarischen Inseln, dessen Gesicht und Körper dicht von Haaren bedeckt war. Sie spielt im 16. und 17. Jahrhundert und führt an die Fürstenhöfe in Frankreich, Deutschland und Italien, wo der Haarmensch und seine behaarten Kinder als merkwürdige Wunder der Natur bestaunt werden. Roberto Zapperi erzählt vom Schicksal eines Eingeborenen aus Teneriffa, der mit einer sehr seltenen Krankheit geschlagen war. Lange pelzartige Haare bedeckten sein Gesicht und seinen Körper und gaben ihm das Aussehen eines Tiers. Die Geschichte beginnt in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und setzt sich am französischen Hof König Heinrichs II. fort, dem Pedro Gonzalez - so ein spanischer Name - als Kind geschenkt wurde. Der König ließ ihn studieren; in Paris heiratete er eine schöne Französin, die ihm mehrere zum Teil ebenfalls behaarte Kinder schenkte. Politische Wirren führten die Familie später nach Italien, an die Höfe der Farnese in Parma und Rom, bis der älteste Sohn seinen Eltern und Geschwistern schließlich in einem abgelegenen Dorf am See von Bolsena eine neue Bleibe verschaffte, wo sie endlich jenes normale Leben führen konnten, das ihre Anomalie ihnen bis dahin verweigert hatte. Die labile Grenze, die den Menschen vom Tier trennt und beide zugleich unwiderstehlich anzieht, ist der rote Faden des ganzen Buches. Es erzählt davon, wie Fürsten den behaarten Menschen Schutz gewährten, sie jedoch gleichzeitig wie wilde Tiere ausstellten.
Über den Autor
Roberto Zapperi war 1998 Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und 2001 Warburg-Professor in Hamburg. Der Autor lebt heute als Privatgelehrter in Rom.