Als mir mein Vater vor ca. 5 Jahren sagte: "Pearl Jam könnte eine Band sein, die dir gefällt." wusste ich natürlich noch nicht, dass er mir damit einen Tipp gegeben hatte, der mein Leben nachhaltig verändern würde.
Innerhalb der nächsten Wochen stand ich in einem großen Musikgeschäft vor der Karteikarte mit dem Buchstaben "P" im CD-Regal.
Und da waren: sechs, sieben Alben von Pearl Jam.
Ich hatte noch nie einen Song von ihnen gehört, noch nie etwas über sie gelesen, und so griff ich blind in die CDs und erwischte ein pink-rotes Album, auf dem Arme nach oben ausgestreckt wurden.
- Ich hätte auch Yield oder Binaural erwischen können, und wer weiß, vielleicht wäre ich dann nie zu einem riesen Pearl Jam-Fan geworden, vielleicht hätte ich mir nie wieder eines ihrer Alben gekauft. (Womit ich nicht sagen will, Binaural sei "schlechter" als Ten, aber im Nachhinein scheint es mir ansolut einleuchtend, dass damals mein erstes PJ-Album nur Ten sein konnte, kein anderes.)
Zuhause legte ich die CD in den Player und spürte spätestens (dann aber schon unaufhaltsam) bei Track No.3 "Alive" etwas, das ich zuvor noch nie oder danach nie mehr beim ersten Anhören einer CD bzw. eines Songs gespürt habe. Am ehesten trifft es wahrscheinlich der Gedanke: "DAS ist es!"
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Die Songs sind ohne Ausnahme charakteristisch, typisch für das ganze Album - die Ten-Sessions - als auch typisch für sich selbst, jeder Song hebt sich auf dieser CD von dem anderen ab, und doch verbindet sie eben jenes Schleierhafte, das jener Zeit, dem Grunge, nirgendwo besser und deutlicher anhaftet als auf dieser CD.
Für mich als Gitarrist ist Ten außerdem eine Ansammlung wunderbarer Gitarrensounds, von Mike McCready's clean bis angezerrten glockigen Strats und Solos bis hin zur fernen, rund-verzerrten Gibson von Stone Gossard, dem hauptsächlichen Songschreiber auf diesem Album.
Pearl Jam haben mit Ten ein Imperium geschaffen, Songs wie "Yellow Ledbetter", "Alone" (aus der Zeit der Ten-Sessions, aber nur auf den Lost Dogs-Rarities zu finden), "Wash", "Oceans", und "Alive" versprühen hymnenhaft dieses Flair aus dem Seattle der frühen 90er.
Es bleibt zu erwähnen, dass jedes PJ-Album einen anderen Charakter hat, und das ist gut so. Das folkige "No Code" mit dem rauhen "vs." zu vergleichen macht genausowenig Sinn, wie "Yield" mit seinem Pop und seinen schönen Melodien/Harmonien dem bluesigen, rockigen "Pearl Jam" von 2007 gegenüberzustellen; "Vitalogy" ist dunkler als alles andere, "Binaural" experimenteller, "Riot Act" besonnener in seiner Zurückgenommenheit.
Jedes Album von PJ ist ein Meisterwerk für sich, und doch kann ich jedem nur raten, der in den Pearl Jam-Mythos eintauchen will, sich zuerst das Debutalbum - TEN - zuzulegen.